Montag, 31. Januar 2011

Das Ende … aller Erstauflagen

Dieses …, jenes …, eine Forum ist doch immer wieder amüsant. In regelmäßigem Turnus kochen die immer gleichen Themen hoch. Gerade eben aktuell auf dem Herd: Erstauflagekäufer - Arschkarte? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es zwar schön ist, ein Spiel sofort nach Erscheinen spielen zu können, aber dafür muss man auch die Unzulänglichkeiten einer 1. Auflage hinnehmen. In der zweiten Auflage von CANAL MANIA wurden die Punkte bereinigt, die ich in meiner Rezension bemängelt habe. Als Käufer der 1. Auflage durfte ich dann großzügigerweise gegen Bezahlung auf die 2. Auflage aufrüsten. Das hat mich echt erfreut … hat aber nur meine bis jetzt immer noch gültige Meinung über Erstauflagen begründet. Ich warte gerne etwas ab, bevor ich mein Geld hergebe.
Natürlich haben all die Anwälte der Erstauflagenkäufer recht, dass – wenn niemand die 1. Auflage kauft – es auch keine 2. Auflage geben wird. Wohl wahr, aber hat es das Spiel dann auch wirklich verdient? Bei aller Sympathie für die Kleinverleger dieser Welt, ich lasse mich aber ungern als verlängerte Redaktion missbrauchen. Wie viele wichtige Anregungen der Szene sind wohl in diverse 2. Auflagen geflossen? Oder wie viel unbezahlte Arbeit, z.B. für Übersetzungen, hat die Szene geleistet? Gut, bei einigen Verlagen darf man sich schon auf eine gewisse Qualität verlassen, da stimmt auch schon die 1. Auflage, da wird nix limitiert oder mit heißer Nadel gestrickt. Solche Spiele kaufen ich auch gerne in der 1. Auflage, wenn sie denn gut sind.
So sollte der Markt funktionieren. Qualität ist keine Frage der Sympathie. Dafür ist das Angebot an guten, sogar herausragenden Spielen derzeit einfach zu groß. Das sollten bei aller Unterstützung auch noch so ambitionierte Verleger zu spüren bekommen. Gerade weil es oft so scheint, dass es manchen Verlegern gar nicht um wirtschaftlichen Erfolg geht. Oder warum investiert jemand in einen Markt mit Überangebot. Ist das ein Boom? Gibt der Markt das her? Erfolg am Markt ist eben mehr als nur ein großes Spiel.


Das komplette Ende:

... aller Geschenke (Dezember 2010)
... allen Glücksgefühls (November 2010)
... der Messe (Oktober 2010)
... allen Pilgerns (September 2010)
... des Urlaubs (August 2010)
... allen Wählens (Juli 2010)
... allen Pflichtspielens (Juni 2010)
... aller Weiblichkeit (Mai 2010)
... aller German Games (April 2010)
... aller Spontankäufe (März 2010)
... aller Unterschiede (Februar 2010)
... aller Verrisse (Januar 2010)
... allen Suchens (Dezember 2009)
... aller Neutralität (November 2009)
... aller Schnäppchen (Oktober 2009)
... aller Vorbestellungen (September 2009)
... aller Originalität (August 2009)
... allen Siedelns (Juli 2009)
... des Jahrgangs (Juni 2009)

1 Kommentar:

  1. Bei Brettspielen ist es also das Selbe wie bei Konsolenspielen. Unfertige Erstauflagen. Wo man bei Konsolen durch kostenlose Patche nachbessern kann, ist das bei Brettspielen natürlich schwieriger. Daher sollten die Verlage hier deutlich mehr darauf achten, dass die Erstauflage perfekt. Kleinere Ausbesserungen der Regeln kann man ja durch Erratas ausmerzen, aber große Korrekturen sollten nach der Erstauslieferung nicht mehr vorkommen. Ein Spiel, dass in der Erstauflage nicht funktioniert, kann ruhig in den Händlerregalen stehen bleiben.

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