Donnerstag, 31. Mai 2012

Das Ende … von DOMINION

Ich weiß nicht, wie Sie darüber denken, aber erstaunlicherweise würde ich eine Partie DOMINION nie ausschlagen. Dafür spiele ich DOMINION einfach zu gern. Es gibt da allerdings ein Problem: Meine Mitspieler. Ihnen sind es mittlerweile zu viele verschiedene Karten und oft zu viele, zu komplexe Wechselwirkungen. Ihnen reicht das Grundspiel, vielleicht noch DIE INTRIGE. Mit diesen Karten sind sie vertraut, kennen einige Tricks und Kombos. Das macht kaum Mühe, aber meistens viel Spaß.
Kennen Sie noch MAGIC? Auch davon gab und gibt es Unmengen verschiedener Karten aus Unmengen verschiedener Editionen. Das waren noch Zeiten, als viel, viel Geld in Booster-Packs und ganze Kisten voller MAGIC-Karten-Wundertüten flossen. Irgendwann stand ich aber doch an einem entscheidenden Punkt: Weiter Karten kaufen oder nicht? Weiterspielen oder nicht? Bei DOMINION komme ich mittlerweile wieder an so einen Punkt. Den hatte ich damals nach der vierten, fünften Edition erreicht. Weiß gar nicht mehr so genau, nach welcher. Ist mir auch herzlich egal. Der MAGIC-Point of no return war endgültig erreicht. Ich brauchte einfach keine neuen, stärkeren, besseren Karten mehr. Ich hab's völlig dran gegeben, von jetzt auf gleich nichts mehr investiert. Weder Geld noch Zeit.
Ich weiß, DOMINION zieht Ihnen das Geld nicht so heftig aus der Tasche, wie es einst MAGIC tat. Im Gegensatz zu MAGIC habe ich gute Gründe, DOMINION treu zu bleiben. DOMINION ist ein echtes Ausnahmespiel und nötigt einen nicht, neue, stärkere, bessere Karten nachzukaufen. Meine Mitspieler und ich kommen mit dem vorhandenen Karten bestens aus. Mehr brauchen wir nicht. Sie doch?

Dienstag, 29. Mai 2012

Das 198. Montagsspielen am 23.04.2012 (11/2012) mit ORA ET LABORA


Mit dem „Doodeln“ klappt es bei Astrid immer noch nicht. Ihre Einladungsmail ist im digitalen Nirwana verschwunden. Alles nur wegen des überflüssigen Punkts in ihrer Email-Adresse. Ich hab's verbockt.
So lernt Herbert Astrid heute gänzlich unvorgewarnt kennen … und spielt gleich ein „richtiges“ Spiel mit ihr. Ob das nicht doch ein bisschen viel auf einmal ist? Schließlich erfordert ORA ET LABORA tatsächlich einiges an Regelstudium und reichlich Arbeit … und erfordert Kopfarbeit: Wir müssten eigentlich noch viel mehr unsere Köpfe quer über den Tisch recken.
Wir spielen nur die Kurzversion, brauchen dafür inklusive Erklärung fast drei Stunden. Das ist wirklich sehr kurz, das ist wirklich ORA ET LABORA. Und um beim Beten die Arbeit als Mönch zu würdigen, gönnen wir uns heute einen stilechten Schnaps und trinken erneut die „Klosterpforte,“ aber diesmal eisgekühlt. Den hatten wir schon mal in der Verkostung. Ungekühlt hat er uns gar nicht geschmeckt. Heute gibt’s ein Update im

Donnerstag, 24. Mai 2012

Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2012

Ob nun ESELSBRÜCKE, KINGDOM BUILDER oder VEGAS „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere bleibt außen vor. Alles wird ohne Ansehen von Verlag, Autor oder Grafiker entschieden. Nur das Spiel zählt.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:

ESELSBRÜCKE
Das Spiel ist doch viel zu alt, noch vor Essen 2011 erschienen. Was macht das überhaupt auf der Liste? Außerdem: Das Spiel ist eine Qual. Wer kein gutes Gedächtnis hat, der kommt trotz ESELSBRÜCKE nicht damit klar. Aber alles Spielerische mal beiseite: Letztes Jahr hat QWIRKLE den roten Pöppel erhalten, auch ein Schmidt-Spiel. Das hat es noch nie gegeben, dass ein Verlag zwei Jahre hintereinander den Preis holt. Nein, das darf nicht sein, wo kämen wir sonst hin? Da sei die Jury vor, bei aller Sympathie für Spiele, die die Gedächtnisleistung fördern oder steigern. In meinem Alter bin ich durchaus dankbar für Spiele, die mein Gedächtnis frisch halten. Auch die Jury altert bekanntlich, denen sind solche Spiele wie die ESELSBRÜCKE bestimmt willkommen. Außerdem, wer außer der Jury hatte das Spiel schon noch im Gedächtnis? Spieler leiden doch sonst immer unter notorischem Gedächtnisverlust. Das beste Spiel ist immer das aktuellste und alle älteren sind schnell vergessen. Deshalb ein Hoch auf die Juryentscheidung, dieses Spiel völlig überraschend wieder aus der Versenkung zu holen.

KINGDOM BUILDER
Kennt das wer? Queen-Spiele sind doch kaum zu bekommen, und wenn, dann sind sie teuer. Jedenfalls die erste Zeit, solange, bis sie nicht bei Kaufhof oder Toys“R“Us verramscht werden und Essen nicht vor der Tür steht. Welcher Händler legt sich schon Spiele ins Regal, die dann bei der Konkurrenz deutlich billiger sind, jedenfalls später, so kurz vor Weihnachten, wenn’s besonders wichtig wird. Ob sich Queen dieser Abwärtsspirale bewusst ist? Welcher vernünftige Spieler kauft sich noch deren Spiele, solange sie noch nicht herabgesetzt sind? In Essen liegen die Spiele doch sowieso immer stapelweise zu Schleuderpreisen. Ist das der Grund, warum Queen-Spiele fast nur noch direkt durch Mogli-Distribution bei Amazon erhältlich sind. Wer seine Spiele selbst und ohne Zwischenhandel vertreibt, kann die Preise hochhalten. Days of Wonder schafft das sogar trotz oder mit Zwischenhandel.
Queen nimmt alles selbst in die Hand. Vertrieb und Vermarktung im Internet. Braucht man sonst noch wen? Irgendwelche Meinungen? Kann Queen sich doch sparen. Es reicht, die Jury zu bemustern. Und natürlich wünsche Donald X. Vaccarino erneut den Preis. Warum sollte einer von uns nicht aussorgen? Dann gibt’s wenigsten weiterhin gute Spiele von ihm und nicht nur DOMINION n bis n+1.

VEGAS
Stefan Brück hat es ja mit der Jury schwer … oder die Jury mit ihm … mit seinen guten, schönen, anspruchsvollen Spielen. Da wäre es doch unbedingt an der Zeit ... Stopp! Eine ganz schwierige Kiste, wenn der Preis an Alea ginge, denn da sei die Vertriebskonstruktion vor. Alea ist ja eigentlich so was wie die Premiummarke von Ravensburger, aber den Vertrieb besorgen die Heidelberger. Die sind einfach näher am potenziellen Kundenkreis. Und was, wenn der Preis tatsächlich an Alea ginge? Für ein leichtgängiges Spiel? Gäb’s da nicht Komplikationen, wenn Ravensburger plötzlich Alea wieder an sich zöge, um selbst einen großen Auftritt mit diesem Spiel des Jahres zu haben? Was hat Ravensburger nur mit Alea zu tun? Wer oder was ist überhaupt Alea? Außerhalb der Szene kennt doch keiner den Zusammenhang. Otto-Normal-Spieler auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk dürfte es total egal sein, welches Spiel den roten Pöppel trägt. Hauptsache der rote Pöppel ist drauf. VEGAS von Raleavensburger würde gekauft werden.

Dienstag, 22. Mai 2012

Rezension: Mystery Rummy Fall 4: Al Capone von Pegasus

Mike Fitzgerald und Nick Sauer: MYSTERY RUMMY FALL 4: AL CAPONE für 2 – 4 Personen ab 10 Jahren bei Pegasus 2011, Illustration von Caroly Van Duyn

Thema
Irgendwie doch ROMMÉ, gemischt mit AL CAPONE, seinen „Mitarbeitern,“ Elliot Ness und ein bisschen Bandenkrieg.

Optik
Na klar, wenn schon die ersten drei Spiele wie alte Bücher aussehen, dann auch das vierte. Die Karten sind so dick wie zuvor, bieten viel zu viel Angriffsfläche für Abrieb. Die Ränder leiden auf Dauer ...

Mechanik
Sätze sammeln und Aktionskarten spielen. Brauchen Sie eine Langversion? Im Spiel sind viele „Mitarbeiter“ mit vier bis sieben Karten. Nur AL CAPONE ist mit acht Karten vertreten. Wer alle Capone-Karten auslegt, gewinnt viele Punkte. Besonders im Vergleich zu den Mitspielern, die gehen leer aus. Das ist schön, aber leider nur schwer zu schaffen. Oder zum Glück.
Hätte ich mich bei einer Partie nicht verzählt, wie viele Al Capones bereits im Ablagestapel liegen, hätte nur ich gegrinst. Heimlich still und leise habe ich abgewartet, drei Capones ausgespielt, um dann mit dem Durchsuchungsbefehl alle noch fehlenden Capones aus dem Stapel zu holen. Ich war zu siegessicher … und habe beim Raussuchen nicht das hämische Grinsen eines Mitspielers bemerkt. Statt der erwarteten fünf waren nur vier Capones im Ablagestapel.
Ansonsten heißt es sammeln und auslegen. Immer unter dem Zugriffsdruck der Polizei, sprich der Mitspieler. Was man auch tut, durch Razzien und Agententreffen greifen die Mitspieler immer mal wieder Karten aus der Hand oder sogar aus der Auslage ab. Man muss sich also gut überlegen, wann man was hinlegt oder wen man beim Agententreffen nach bestimmten Karten fragt.

Fazit
Und welches ist das beste unter allen MYSTERY RUMMYS? Weiß ich gar nicht, alle haben ihre Eigenarten, fast alle haben mir gut gefallen. AL CAPONE zum Beispiel, weil man sich auf die Lauer legen kann, manchmal gezwungen ist, sich zu offenbaren und immer unter dem Fahndungsdruck der Mitspieler steht.

Ranking
Und was ist jetzt wirklich das beste MYSTERY RUMMY aller Zeiten? Wenn Sie mir schon die Pistole auf die Brust setzen, dann kann es nur eine Antwort geben: EDGAR ALLAN POE – DOPPELMORD IN DER RUE MORGUE. Diese abseitige Geschichte mit dem Affen, dazu der Kartentausch mit dem Partner. Hat mir bislang am besten gefallen, alle anderen MYSTERY RUMMY von Pegasus folgen dicht dahinter gleichauf.

Mittelmäßigkeit
Ist gegeben. Leider! Zu oft wurde das Spiel abgekanzelt: Rentnerspiel, Glücksspiel, lahm … stimmt alles irgendwie. Wäre es nicht so gut aufgemacht, böten nicht die Aktionskarten gewisse Möglichkeiten, ich wäre nie ein Freund von MYSTERY RUMMY geworden. Wer anspruchsvoll, tiefschürfend und intensiv spielen will, lässt besser die Finger davon. Ich will zwischendurch auch mal leichtgängig unterhalten werden und nicht immer nur ORA ET LABORA erleben.

Donnerstag, 17. Mai 2012

+ Siberia von dlp games

Reiner Stockhausen: SIBERIA für 2 bis 4 Personen bei dlp games 2011, Illustrationen von Klemens Franz, Atelier 198

Sibirien ist als Thema gänzlich unverbraucht. SIBERIA ist ein Wirtschaftsspiel um Rohstoffe und deren Vermarktung. Was natürlich nichts anderes bedeutet, als dass am Ende der Reichste gewinnt. Um ans große Geld zu kommen, brauchen wir ein paar gute Mitarbeiter. Die kommen aber nicht so ganz geplant zu uns, sondern werden – wie die gesuchten Rohstoffe – aus dem Beutel gezogen. Auf jedem Chip sind je ein Mitarbeiter und ein Rohstoff abgebildet, wir haben also die Wahl, was es sein soll. Nur Manager sind nur Manager, die können nix anderes, können aber bei jedem Job aushelfen. Das ist gut so, denn man braucht für jeden Mitarbeiter oder Rohstoff immer zwei Chips, um deren Aktion auszuführen bzw. den Rohstoff zu fördern. Nur mit den richtigen Chips kommt man in Sibirien zu Reichtum, kann Rohstoffe fördern und verkaufen … und an Investitionsplättchen kommen. Die sind die Zuckerstückchen, denn sie ersparen für die gewählte Aktionen/Rohstoff den zweiten Chip. Wer gleich zu Anfang an Investitionsplättchen kommt, kann entspannter spielen.
Ersteinschätzung: Hätte ich gar nicht erwartet, dass mit nur vier Seiten Regeln so eine Spieltiefe entsteht. Erst hatte ich schon das Gefühl, dass Investoren das Spiel kippen können. Theoretisch stimmt das, praktisch erwies sich dieser Vorteil aber als nicht zu schwerwiegend. Manchmal hat sich jeder von uns ein bisschen gebeutelt gefühlt. Bestimmt! Wer gerade keinen wirklich passenden Chip aus dem Beutel holt, kann schon in die Tischkante beißen. Besonders natürlich, wenn ein lieber, netter Mitspieler die Vorlage abgreift, die man sich selbst geben wollte. Das Tempo, die Reihenfolge der Aktionen entscheidet oft. Das macht es allerdings auch richtig spannend. Also immer ein Auge darauf haben, wer was wann machen kann.
Ein kleines Problemchen ergibt sich beim Platzieren der Chips. Wer was wohin legt, ob als Rohstoff oder Mitarbeiter, ist durchaus entscheidend. Wer lange genug zögert, kann auf die Planungen der Mitspieler reagieren, sich so einen kleinen Vorteil erschaffen. Das stört doch ein bisschen den Spielfluss, wenn jeder erst spickt, was wer macht. Da hätte das Spiel noch etwas Feinschliff vertragen können.
Gewinner: Unser Denker Tom hat's am besten im Griff. Er ist in entscheidenden Situationen mobil, d.h. seine Arbeiter können auf lukrative Gebiete ziehen und teure Rohstoffe abgreifen. Oder war es einfach nur Glück, dass er mit 60 zu 49 zu 35 zu 32 Punkten überragend siegt?

Montag, 14. Mai 2012

Das 197. Montagsspielen am 16.04.2012 (10/2012) mit Siberia und Der Hobbit


Astrid ist heute erneut dabei. Haben wir jetzt einen Joker, der unsere lichten Reihen auffüllt? Michael und Astrid treffen heute das erste Mal aufeinander. Mal schauen, was Astrid sagen wird, wenn sie irgendwann doch mal den Rest der Truppe zu Gesicht bekommt … oder was die restlichen Herren zu Astrid. Das Montagsspielen war ja sonst immer reine Männersache. Nicht, dass wir nur Männerspiele spielen, wir haben auch die weibliche Seite des Spielens gepflegt. Wenigstens manchmal, meistens widerwillig. DIXIT bei den Montagsspielern?! Muss nicht sein … Das kann sich ändern, wenn es Astrid tatsächlich mit uns aushält. Mann muss sie nur langsam an uns gewöhnen. Gregor oder Dieter wird sie wohl eher auf absehbare Zeit nicht zu Gesicht bekommen. Die beiden sind zusammen mit Rainer verschollen.

Heute machen wir es Astrid erneut recht. Wir spielen ihr mitgebrachtes SIBERIA. Ist natürlich gut, dass sie uns das Spiel erklärt. Wir Montagsspieler sind ja – gerade was Regeln angeht – ziemlich faul. SIBERIAs Regeln sind angenehm kurz, das Spiel hat genügend Tiefe und kommt gut an. Und weil wir schon Astrids ersten Wunsch erfüllen, haben wir mit ihrem zweiten Wunsch auch kein Problem. Wir spielen nochmals Knizias DER HOBBIT. Und ich muss ja nicht verraten, dass es auch auf meiner Wunschliste steht.

Tom sorgt heute für einen neuen Montagsschnaps. Aus Beinstein hat er Birnenschnaps mitgebracht. Der Obstler wird sofort verkostet. Wie er schmeckt, steht im

Dienstag, 8. Mai 2012

Das 40. Großspielen am 17.04.2012 mit Dixit Odyssey und Times up!

DIXIT ist ein tolles Spiel, nur leider nix für uns Großspieler. Sind immer zu viele. Als DIXIT ODYSSEY können wir es endlich auch in großer Runde angehen. Wir spielen die Party-Version. Statt sechs gibt es fünf Karten. Der Erzähler darf sich vorher allerdings seine Karten nicht anschauen, sondern sagt etwas ins Blaue hinein. Dann wählt jeder eine Karte aus, legt sie verdeckt ab, der Stapel wird wie üblich gemischt und dann an einem Plan einer Nummer zugeordnet. Jeder markiert dann geheim eine Karte auf seinem Steckboard. Nur der Erzähler wählt zusätzlich eine weitere Karte, die er für die Wertung sperrt. Punkte gibt es jeweils so viele, wie Mitspieler dieselbe Karte gewählt haben. Zwei müssen es schon sein, sonst gibt’s – wie bei der gesperrten Karte – gar keine Punkte. Und nach jeder Runde gibt’s 'ne neue Karte … und jeder gibt seine fünf Karten nach links weiter. Neues Spiel, neue Auswahl. Ach, wie schön es hätte werden können, aber, aber, aber … Immerhin: Grundsätzlich trägt die Idee schon.

Für alle, die es genau wissen wollen: Eine Rezension folgt im Juli in der Fairplay 100.

Dalai Lama oder Konfuzius?
Nach dem Erfolg vom letzten Mal muss es einfach sein: TIMES UP! Kommt wieder zum Einsatz. Brauche ich gar nicht viel zu schreiben, war wieder unheimlich lustig. Besonders mit dem „Dalai Lama,“ der seinen pantomimischen Auftritt als ein zart spuckendes Lama hatte … TIMES UP! bedeutet immer: Lachen bis die Tränen kommen. Ich glaube, das spielen wir noch öfter. Vielleicht dann mal in der Familienversion mit Tieren – nicht mehr nur mit Persönlichkeiten. Ist doch einfacher, denn nicht jeder kennt jeden. Ich sag nur „Max Herre“. Jeder Großspieler kennt dazu die Eselsbrücke. Sie auch? Beim 39. Großspielen wird sie verraten.

Heute spielen Andrea, Diane, Steve, Jürgen, Bettina, Moni, Elke, Ralf, Inga, Martin und ich. Das nächste Großspielen findet am 08.05.12 statt, dann wieder im Haus Münsterland oder in deren Biergarten. Wir eröffnen dann hoffentlich die KUBB-Saison. Angedroht habe ich aber noch ein wildes Spiel aus der Serie, in der schon TOKYO TRAIN und WE WILL ROCK YOU! erschienen sind.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Spiele-Archäologie Teil 3: RES PUBLICA von Reiner Knizia

Wen interessieren heute noch 3M-, Pelikan-, Bütehorn-Buchkassetten oder die Ravensburger Casino-Serie? Renommee, Sammler- und Spielwert sind futsch. Wir Spieler können bis auf ein paar wenige Ausnahmen die Finger davon lassen. Bei ein paar kleinen schwarzen Schachteln ist das noch anders. Unter den Kartenspielen von Hexagames sind zwar auch Graupen, aber doch mehr Perlen. Und die dickste ist Knizias RES PUBLICA. Der Meister stand damals noch ganz am Anfang seines Schaffens, musste bei Verlagen der zweiten Reihe veröffentlichen. Hexagames ist als Verlag schon lange weg vom Fenster, Knizias gibt’s dafür heute mehr denn je. Um nicht zu sagen: Wie Sand am Meer.
Wer jetzt ein gutes Knizia-Spiel ins Verlagsprogramm nehmen will, muss schon Einiges zu bieten haben. Wer neu im Geschäft oder nicht so stark am Markt präsent ist, muss eines seiner B-Klasse-Spiele nehmen, darf ganz sicher kein Meisterwerk erwarten. Ich bin bei neuen oder unbekannten Verlagen mit Knizia-Spielen tendenziell vorsichtig. Und bei Lego-Spielen sowieso.
Reiner Knizia will schließlich von seinen Spielen leben. Der Doktor ist mit sehr breiter Schaffenskraft und wegen seiner großer Beliebtheit gerade im anglo-amerikanischen Raum bestens im Geschäft. Umso erstaunlicher, dass die Neuauflage von RES PUBLICA ausgerechnet bei Queen Games erscheint. Queen Games beschreitet jetzt einen etwas anderen Vertriebsweg, nutzt sogar für einige Neuheiten Vorfinanzierung durch „Crowdfunding“ auf Kickstarter.

RES PUBLICA hat seit der seeligen Hexagames-Ausgabe schon ein paar Wiederauferstehungen hinter sich – auf Deutsch alle bei Queen Games. Queens RES PUBLICA sind allesamt optisch besser gelungen. Die alte Hexagames-Ausabe sorgte allerdings vor Jahren für Aufregung … ausgerechnet unter Römern. Ein guter Freund hatte das Spiel während seines Studiums mit nach Rom genommen und unter viel Mühen seinen italienischen Kommilitonen erklärt. Die echten Römer echauffierten sich damals mächtig darüber, dass mit Völkern Handel getrieben wird. Wer tauscht schon zwei Römer gegen nur einen Perser … oder drei Römer gegen einen Germanen und eine beliebige Kulturkarte? Nee, das ging gar nicht … Uns Spielern sind solche sachfremden Erwägungen sehr fern. Deshalb konnte RES PUBLICA problemlos 1991 den à-la-carte-Kartenspielpreis der Fairplay einstreichen.

Reiner Knizia: RES PUBLICA für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren bei Hexagames 1991

Thema: Römer, Hunnen, Perser, Griechen und Germanen handeln, die zur Kultur zu bekehren.
Optik: Die Karten sind trist: Schwarz-weiß-grau. Die Rückseiten einiger Karten sind immerhin rot.
Mechanik: Fünf ist die magische Zahl: Fünf gleiche Völkerkarten auslegen, dafür eine Kulturkarte bekommen. Mit nur vier Völkerkarten beginnt jeder, jede Runde folgt ein neues Volk vom Stapel. Und wie tauscht man, kommt an fünf gleiche Karten? Zwei Möglichkeiten: Anbieten oder nachfragen. „Tausche dies gegen das ...“ ist strikt verboten. Es geht nur „Biete dieses ...“ oder „Suche jenes ...“ Jede Mischform ist unter Androhung von Peitschenhieben verboten. Und die Mitspieler dürfen nur sagen, was sie dafür geben oder haben wollen. Wenn sich zwei einig sind, tauschen sie. Und für einen 5er-Satz gleicher Kulturkarten gibt’s eine Siegpunktekarte. Wer zuerst komplett ist, bekommt mehr Punkte. Also zielgerichtet tauschen ...
Fazit: RES PUBLICA ist ein glattes Spiel. Die Vorgaben des Autors sind klar, aber längst nicht jeder kommt sofort damit klar. Anbieten ODER nachfragen bitte, nichts anderes! Und bitte gut zuhören … Wer sucht was, wer bietet was? Habe ich die dazu passende(n) Karte(n)? Dieser Tauschmechanismus trägt das ganze Spiel … und zwar perfekt.
Ranking: Reiner Knizia hat hier einen Meilenstein in Sachen Kartenspiel geschaffen. RES PUBLICA ist auch heute noch topp. Nur das Thema ist immer noch nicht korrekt, aber wen außer Römern wird’s stören?
Mittelmäßigkeit: Nicht vorhanden, allerdings ist die Hexagames-Grafik jetzt nicht mal mehr Mittelmaß. Das geht bei gleicher Funktionalität deutlich hübscher. Queen hat's schon bewiesen.
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