Es sind ja doch alle in Essen. Wenn man die sozialen Medien verfolgt, kann man nur zu diesem Schluss kommen: Dieses Jahr werden die Internationalen Spieletage in Essen noch voller, noch vielfältiger, noch größer und deshalb riesig werden. Da könnte ich mir diese Tipps glatt klemmen. Aber es gibt sie doch, ein paar unter den Milliarden Menschen, die es nicht schaffen. Was sollen die nur von Mittwoch bis Sonntag machen?
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Montag, 23. Oktober 2017
Donnerstag, 9. Januar 2014
Drei Spiele aus der Süddeutsche Zeitung Edition - Start der Miniserie (Teil 1 von 4)
Knizia mischt mit
Reiner Knizia ist heutzutage irgendwie omnipräsent - in allen Bereichen der Branche taucht sein Name auf! Das Ipad hat er auch schon erobert. Als Apps gibt’s aber nicht nur Altes neu aufgekocht, Dr. Knizia entwickelt auch ganz neue, manchmal sehr spezielle Spiele für die Apple- Welt. Für Android auch? Ich weiß es nicht, da hab' ich kein Gerät für.
Und bei www.dicepl.us ist er auch mit im Boot. DICE+ ist ein elektronischer Würfel fürs Ipad, ist so etwas wie die haptische Ergänzung zur App. Wer traut schon dem eingebauten Zufallswürfelergebnis?! Knizia steuert zu DICE+ SUPREMACY bei, was immer das für ein Spiel ist. Jedenfalls wird es nur mit dem DICE+-Würfel funktionieren. Dieses Zusatzgerät fürs Ipad hat in Knizias Augen tatsächlich Gnade gefunden. Es muss wohl was sein, denn sonst würde er seine eigene Aussage konterkarieren: „Playing with pawns on iPad screens forces old concepts onto new worlds. This is not the future, it is the past! Go and find a better future!“ hat er am 10.01.12 gezwitschert … wohl in Bezug auf die Ipawn-Spiele von Jumbo, die genau diesen Weg einschlagen … und tatsächlich nichts taugen.
Anscheinend wird Reiner Knizia gerne gebucht, wenn ein Verlag neu in unsere Spielewelt eintreten will.
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Süddeutsche Zeitung Edition
Dienstag, 28. Mai 2013
Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2013
Ob nun HANABI, QWIXX oder AUGUSTUS „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere bleibt außen vor. Alles wird ohne Ansehen von Verlag, Autor oder Grafiker entschieden. Nur das Spiel zählt.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
Die Jury zeigt es uns dieses Jahr mal so richtig. Macht etwas, was sie in dieser Eindeutigkeit noch nie gewagt hat und nominiert tatsächlich zwei kleinformatige Spiele. Ein Karten- und ein Würfelspiel.
Dass HANABI nominiert wird, war sowas von klar wie Kloßbrühe. Wer kommt dieses Jahr schon an HANABI vorbei. Die Jury? Wo wäre sonst ihre Kompetenz geblieben? Aber hat die Jury auch im Auge, wer wo die Lizenz für dieses Spiel hält? Oder ist das egal? Lizenzgebühren für den roten Pöppel fließen sicherlich weltweit. Aber wie können sich die Jury und ihr Apparat dann finanzieren? Kleiner Verkaufspreis = niedrigere Lizenzeinnahmen. Schön wär's ja für die Jury, wenn sie das Geld pauschal kassierte. Egal wie groß oder klein das Spiel ist, alle zahlen denselben Betrag pro verkauftem Spiel. Jetzt wär' die Chance dazu, warum nicht umsetzen? Das wäre dann richtig schön, wenn ein Kartenspielverlag bei jeder Neuerscheinung einen Jury-Notopfer-Zuschlag verlangen müsste: 20 Cent vom Verkaufspreis für den Unterhalt der Jury. Statt dass der Preis für das Spiel des Jahres wie immer sinken würde, ginge der Preis in die Höhe.
| Bild: Asmodee |
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Sachfremde Erwägungen
Donnerstag, 24. Mai 2012
Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2012
Ob nun ESELSBRÜCKE, KINGDOM BUILDER oder VEGAS „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere bleibt außen vor. Alles wird ohne Ansehen von Verlag, Autor oder Grafiker entschieden. Nur das Spiel zählt.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
ESELSBRÜCKE
Das Spiel ist doch viel zu alt, noch vor Essen 2011 erschienen. Was macht das überhaupt auf der Liste? Außerdem: Das Spiel ist eine Qual. Wer kein gutes Gedächtnis hat, der kommt trotz ESELSBRÜCKE nicht damit klar. Aber alles Spielerische mal beiseite: Letztes Jahr hat QWIRKLE den roten Pöppel erhalten, auch ein Schmidt-Spiel. Das hat es noch nie gegeben, dass ein Verlag zwei Jahre hintereinander den Preis holt. Nein, das darf nicht sein, wo kämen wir sonst hin? Da sei die Jury vor, bei aller Sympathie für Spiele, die die Gedächtnisleistung fördern oder steigern. In meinem Alter bin ich durchaus dankbar für Spiele, die mein Gedächtnis frisch halten. Auch die Jury altert bekanntlich, denen sind solche Spiele wie die ESELSBRÜCKE bestimmt willkommen. Außerdem, wer außer der Jury hatte das Spiel schon noch im Gedächtnis? Spieler leiden doch sonst immer unter notorischem Gedächtnisverlust. Das beste Spiel ist immer das aktuellste und alle älteren sind schnell vergessen. Deshalb ein Hoch auf die Juryentscheidung, dieses Spiel völlig überraschend wieder aus der Versenkung zu holen.
KINGDOM BUILDER
Kennt das wer? Queen-Spiele sind doch kaum zu bekommen, und wenn, dann sind sie teuer. Jedenfalls die erste Zeit, solange, bis sie nicht bei Kaufhof oder Toys“R“Us verramscht werden und Essen nicht vor der Tür steht. Welcher Händler legt sich schon Spiele ins Regal, die dann bei der Konkurrenz deutlich billiger sind, jedenfalls später, so kurz vor Weihnachten, wenn’s besonders wichtig wird. Ob sich Queen dieser Abwärtsspirale bewusst ist? Welcher vernünftige Spieler kauft sich noch deren Spiele, solange sie noch nicht herabgesetzt sind? In Essen liegen die Spiele doch sowieso immer stapelweise zu Schleuderpreisen. Ist das der Grund, warum Queen-Spiele fast nur noch direkt durch Mogli-Distribution bei Amazon erhältlich sind. Wer seine Spiele selbst und ohne Zwischenhandel vertreibt, kann die Preise hochhalten. Days of Wonder schafft das sogar trotz oder mit Zwischenhandel.
Queen nimmt alles selbst in die Hand. Vertrieb und Vermarktung im Internet. Braucht man sonst noch wen? Irgendwelche Meinungen? Kann Queen sich doch sparen. Es reicht, die Jury zu bemustern. Und natürlich wünsche Donald X. Vaccarino erneut den Preis. Warum sollte einer von uns nicht aussorgen? Dann gibt’s wenigsten weiterhin gute Spiele von ihm und nicht nur DOMINION n bis n+1.
VEGAS
Stefan Brück hat es ja mit der Jury schwer … oder die Jury mit ihm … mit seinen guten, schönen, anspruchsvollen Spielen. Da wäre es doch unbedingt an der Zeit ... Stopp! Eine ganz schwierige Kiste, wenn der Preis an Alea ginge, denn da sei die Vertriebskonstruktion vor. Alea ist ja eigentlich so was wie die Premiummarke von Ravensburger, aber den Vertrieb besorgen die Heidelberger. Die sind einfach näher am potenziellen Kundenkreis. Und was, wenn der Preis tatsächlich an Alea ginge? Für ein leichtgängiges Spiel? Gäb’s da nicht Komplikationen, wenn Ravensburger plötzlich Alea wieder an sich zöge, um selbst einen großen Auftritt mit diesem Spiel des Jahres zu haben? Was hat Ravensburger nur mit Alea zu tun? Wer oder was ist überhaupt Alea? Außerhalb der Szene kennt doch keiner den Zusammenhang. Otto-Normal-Spieler auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk dürfte es total egal sein, welches Spiel den roten Pöppel trägt. Hauptsache der rote Pöppel ist drauf. VEGAS von Raleavensburger würde gekauft werden.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
ESELSBRÜCKE
Das Spiel ist doch viel zu alt, noch vor Essen 2011 erschienen. Was macht das überhaupt auf der Liste? Außerdem: Das Spiel ist eine Qual. Wer kein gutes Gedächtnis hat, der kommt trotz ESELSBRÜCKE nicht damit klar. Aber alles Spielerische mal beiseite: Letztes Jahr hat QWIRKLE den roten Pöppel erhalten, auch ein Schmidt-Spiel. Das hat es noch nie gegeben, dass ein Verlag zwei Jahre hintereinander den Preis holt. Nein, das darf nicht sein, wo kämen wir sonst hin? Da sei die Jury vor, bei aller Sympathie für Spiele, die die Gedächtnisleistung fördern oder steigern. In meinem Alter bin ich durchaus dankbar für Spiele, die mein Gedächtnis frisch halten. Auch die Jury altert bekanntlich, denen sind solche Spiele wie die ESELSBRÜCKE bestimmt willkommen. Außerdem, wer außer der Jury hatte das Spiel schon noch im Gedächtnis? Spieler leiden doch sonst immer unter notorischem Gedächtnisverlust. Das beste Spiel ist immer das aktuellste und alle älteren sind schnell vergessen. Deshalb ein Hoch auf die Juryentscheidung, dieses Spiel völlig überraschend wieder aus der Versenkung zu holen.
KINGDOM BUILDER
Kennt das wer? Queen-Spiele sind doch kaum zu bekommen, und wenn, dann sind sie teuer. Jedenfalls die erste Zeit, solange, bis sie nicht bei Kaufhof oder Toys“R“Us verramscht werden und Essen nicht vor der Tür steht. Welcher Händler legt sich schon Spiele ins Regal, die dann bei der Konkurrenz deutlich billiger sind, jedenfalls später, so kurz vor Weihnachten, wenn’s besonders wichtig wird. Ob sich Queen dieser Abwärtsspirale bewusst ist? Welcher vernünftige Spieler kauft sich noch deren Spiele, solange sie noch nicht herabgesetzt sind? In Essen liegen die Spiele doch sowieso immer stapelweise zu Schleuderpreisen. Ist das der Grund, warum Queen-Spiele fast nur noch direkt durch Mogli-Distribution bei Amazon erhältlich sind. Wer seine Spiele selbst und ohne Zwischenhandel vertreibt, kann die Preise hochhalten. Days of Wonder schafft das sogar trotz oder mit Zwischenhandel.
Queen nimmt alles selbst in die Hand. Vertrieb und Vermarktung im Internet. Braucht man sonst noch wen? Irgendwelche Meinungen? Kann Queen sich doch sparen. Es reicht, die Jury zu bemustern. Und natürlich wünsche Donald X. Vaccarino erneut den Preis. Warum sollte einer von uns nicht aussorgen? Dann gibt’s wenigsten weiterhin gute Spiele von ihm und nicht nur DOMINION n bis n+1.
VEGAS
Stefan Brück hat es ja mit der Jury schwer … oder die Jury mit ihm … mit seinen guten, schönen, anspruchsvollen Spielen. Da wäre es doch unbedingt an der Zeit ... Stopp! Eine ganz schwierige Kiste, wenn der Preis an Alea ginge, denn da sei die Vertriebskonstruktion vor. Alea ist ja eigentlich so was wie die Premiummarke von Ravensburger, aber den Vertrieb besorgen die Heidelberger. Die sind einfach näher am potenziellen Kundenkreis. Und was, wenn der Preis tatsächlich an Alea ginge? Für ein leichtgängiges Spiel? Gäb’s da nicht Komplikationen, wenn Ravensburger plötzlich Alea wieder an sich zöge, um selbst einen großen Auftritt mit diesem Spiel des Jahres zu haben? Was hat Ravensburger nur mit Alea zu tun? Wer oder was ist überhaupt Alea? Außerhalb der Szene kennt doch keiner den Zusammenhang. Otto-Normal-Spieler auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk dürfte es total egal sein, welches Spiel den roten Pöppel trägt. Hauptsache der rote Pöppel ist drauf. VEGAS von Raleavensburger würde gekauft werden.
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Sachfremde Erwägungen
Montag, 23. Mai 2011
Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2011
Eigentlich wäre es gar nicht notwendig, das „Spiel des Jahres“ zu wählen. Ob nun ASARA, DIE VERBOTENE INSEL oder QWIRKLE „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere bleibt außen vor. Alles wird ohne Ansehen von Verlag, Autor oder Grafiker entschieden. Nur das Spiel zählt.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
Warum werden nur drei Spiele nominiert? Ist die Auswahl unter den guten Spielen des Jahres wirklich so klein? Aber was soll man machen, wenn bei der allerwichtigsten jährlichen Pressekonferenz – sprich bei der Verkündung des Preisträgers – alle wichtigen Plätze im Auditorium mit Verlagsvertretern belegt sind. In Berlin bleibt kein Platz für die Presse, Funk und Fernsehen. Statt die Medien auf die hinteren Plätze abzuschieben, macht die Jury endlich Platz für mehr Öffentlichkeit. Jetzt rücken statt 106 nur noch 67 Verlagsvertreter samt Tross zur Preisverleihung an. Der Raum war doch sowieso schon zu klein, so kann man endlich ganz elegant Abhilfe schaffen. Und noch mehr, weil die Jury gleich zwei Spiele eines Verlage auf die Nominierungsliste setzt. Macht nur noch 43 Verlagsvertreter, 2/3 davon haben sogar nur eine ganz kurze Anreise, was ökologisch nachhaltig ist und darüber hinaus auch noch die Kosten senkt. Eine Sonnenblume für die Jury!
ASARA
Wer hat den Längsten? Äh … ich meine natürlich den höchsten Turm? Natürlich ist das Spiel absolut jugendfrei, dafür bürgt Ravensburger. Wenn nicht die, wer dann. Trotzdem, der Turm auf dem Cover ist schon eine sehr fruchtbare Abbildung oder getreu dem GEMISCHTEN DOPPEL: Eine sehr furchtbare Abbildung. Auch wenn wir so etwas nicht anstößig finden, dann doch unsere Freunde hinter dem Ozean. Aber macht ja nix, hier wird ein deutsches Spiel des Jahres prämiert. Da muss auch ein deutscher Autor her. Kann doch gar nicht sein, dass Jahr um Jahr ausländische Autoren den Preis gewinnen. Und Wolfgang Kramer könnte man so auf seine alten Tage mit einem Preis prämieren, ohne ihn gleich für sein Lebenswerk auszuzeichnen. Und außerdem käme dann auch Kramers Kompagnon Michael Kiesling zum Zuge. Zwei Deutsche sind besser als …
DIE VERBOTENE INSEL
Mann, da hat die Jury im vorletzten Jahr Schwein gehabt, dass Matt Leacocks PANDEMIE doch noch eine Grippe bekommen hat. Dieses Jahr führt an einem – diesem! - kooperativen Spiel kein Weg vorbei, wenigstens 2011 darf der kleinere Bruder von PANDEMIE, sauber geduscht in ein passendes Outfit gesteckt, uns alle beglücken. Das Thema ist aber auch wirklich herzallerliebst . Aber was ist mit dem „Landeplatz der Versager?“ Den müssen die Spieler ansteuern, wenn Sie gewinnen wollen. Nur so kann man gemeinsam der untergehenden Insel entkommen. So stempelt das Spiel bald Millionen von Spielern zu Versagern. Hier darf die Jury nicht versagen.
QWIRKLE
Man muss sich nur das Cover anschauen. Preisauszeichnungen über Preisauszeichnungen: Major fun! Award, Mensa Select – National Competition Winner, Parent's choice Gold Award – alle Buttons in Gold oder Gelb. Was soll da noch ein roter Pöppel auf der Schachtel. Der kommt da doch gar nicht mehr zur Geltung. Als vierter Preis noch auf die Schachtel?! Also, mit mir gäbe es das nicht. Und überhaupt die äußerst klein geschriebene Regel. Die ist nicht barrierefrei, außer Schmidt legt endlich eine Lupe bei. Geht aber gar nicht, denn das Material passt einmal benutzt gar nicht wirklich mehr in die Schachtel, außer man opfert zwei Stunden, die dicken, fetten, schwarzen Spielsteine passgenau in das Inlett zu puzzeln. Das Inlett könnte man ja wegschmeißen, aber dann wäre das Spiel auch nicht mehr komplett.
Nur wissen wir alle, dass nicht ausschließlich sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
Warum werden nur drei Spiele nominiert? Ist die Auswahl unter den guten Spielen des Jahres wirklich so klein? Aber was soll man machen, wenn bei der allerwichtigsten jährlichen Pressekonferenz – sprich bei der Verkündung des Preisträgers – alle wichtigen Plätze im Auditorium mit Verlagsvertretern belegt sind. In Berlin bleibt kein Platz für die Presse, Funk und Fernsehen. Statt die Medien auf die hinteren Plätze abzuschieben, macht die Jury endlich Platz für mehr Öffentlichkeit. Jetzt rücken statt 106 nur noch 67 Verlagsvertreter samt Tross zur Preisverleihung an. Der Raum war doch sowieso schon zu klein, so kann man endlich ganz elegant Abhilfe schaffen. Und noch mehr, weil die Jury gleich zwei Spiele eines Verlage auf die Nominierungsliste setzt. Macht nur noch 43 Verlagsvertreter, 2/3 davon haben sogar nur eine ganz kurze Anreise, was ökologisch nachhaltig ist und darüber hinaus auch noch die Kosten senkt. Eine Sonnenblume für die Jury!
ASARA
DIE VERBOTENE INSEL
Mann, da hat die Jury im vorletzten Jahr Schwein gehabt, dass Matt Leacocks PANDEMIE doch noch eine Grippe bekommen hat. Dieses Jahr führt an einem – diesem! - kooperativen Spiel kein Weg vorbei, wenigstens 2011 darf der kleinere Bruder von PANDEMIE, sauber geduscht in ein passendes Outfit gesteckt, uns alle beglücken. Das Thema ist aber auch wirklich herzallerliebst . Aber was ist mit dem „Landeplatz der Versager?“ Den müssen die Spieler ansteuern, wenn Sie gewinnen wollen. Nur so kann man gemeinsam der untergehenden Insel entkommen. So stempelt das Spiel bald Millionen von Spielern zu Versagern. Hier darf die Jury nicht versagen.
QWIRKLE
Man muss sich nur das Cover anschauen. Preisauszeichnungen über Preisauszeichnungen: Major fun! Award, Mensa Select – National Competition Winner, Parent's choice Gold Award – alle Buttons in Gold oder Gelb. Was soll da noch ein roter Pöppel auf der Schachtel. Der kommt da doch gar nicht mehr zur Geltung. Als vierter Preis noch auf die Schachtel?! Also, mit mir gäbe es das nicht. Und überhaupt die äußerst klein geschriebene Regel. Die ist nicht barrierefrei, außer Schmidt legt endlich eine Lupe bei. Geht aber gar nicht, denn das Material passt einmal benutzt gar nicht wirklich mehr in die Schachtel, außer man opfert zwei Stunden, die dicken, fetten, schwarzen Spielsteine passgenau in das Inlett zu puzzeln. Das Inlett könnte man ja wegschmeißen, aber dann wäre das Spiel auch nicht mehr komplett.
| Demnächst noch ein Titel mehr? |
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Sachfremde Erwägungen
Freitag, 17. September 2010
Fresko hat doch noch gewonnen ...
den Deutschen Spiele Preis!
Zufälle gibt's, die gibts gar nicht. Aber sicher gibt's die, sonst hätte ich am 31.07.10 in Das Ende ... allen Wählens meinem Mund nicht so voll nehmen können: "Der Deutsche Spielepreis geht an: … Sie wissen es doch auch … MAGISTER NAVIS, gefolgt von DIE TORE DER WELT und HANSA TEUTONICA. Wie berechenbar. Auf den sieben Plätzen folgen: EGIZIA, FRESKO, GLEN MORE, HAVANNA, MACHT$PIELE, TOBAGO, VASCO DA GAMA." Da war ich mir sicher, denn nichts ist berechenbarer als der Deutsche Spielepreis, auf nichts mehr Verlass, als auf die ausgeprägten Vorlieben der Vielspieler.
Und gewonnen haben folglich:
Meinen Glückwunsch an die Verlage, natürlich besonders an den Gewinner Queen Games. Queen hätte sicher auch gerne das Spiel des Jahres gestellt, muss sich aber mit dem viel weniger kommerziell verwertbaren Deutschen Spielepreis begnügen. Dass es nur Fresko von der Nominierungsliste der Jury Spiel des Jahres unter die ersten Zehn geschafft hat, verwundert einerseits, aber überraschend ist das nicht. Vielspieler halten nichts von Dixit. Wer ist jetzt ignorant? Die Jury gegenüber den Vielspielern oder die Vielspieler gegenüber den Normalspielern?
Zufälle gibt's, die gibts gar nicht. Aber sicher gibt's die, sonst hätte ich am 31.07.10 in Das Ende ... allen Wählens meinem Mund nicht so voll nehmen können: "Der Deutsche Spielepreis geht an: … Sie wissen es doch auch … MAGISTER NAVIS, gefolgt von DIE TORE DER WELT und HANSA TEUTONICA. Wie berechenbar. Auf den sieben Plätzen folgen: EGIZIA, FRESKO, GLEN MORE, HAVANNA, MACHT$PIELE, TOBAGO, VASCO DA GAMA." Da war ich mir sicher, denn nichts ist berechenbarer als der Deutsche Spielepreis, auf nichts mehr Verlass, als auf die ausgeprägten Vorlieben der Vielspieler.Und gewonnen haben folglich:
- FRESKO von Marco Ruskowski und Marcel Süßelbeck (Queen Games) 2.087 (genannt, aber nicht als Gewinner)
- VASCO DA GAMA von Paolo Mori (What's Your Game?) 2.033 (genannt, aber nicht auf Platz 2)
- DIE TORE DER WELT von Michael Rieneck und Stefan Stadler (Kosmos) 1.701 (genannt, aber nicht auf Platz 3, sondern auf Platz 2)
- TOBAGO von Bruce Allen (Zoch Verlag) 1.389 (genannt)
- HANSA TEUTONICA von Andreas Steding (Argentum Verlag) 1.292 (genannt)
- MAGISTER NAVIS von Carl de Visser und Jarratt Gray (Lookout Games) 1.144 (genannt)
- EGIZIA von Acchittocca (Flaminia Brasini, Virginio Gigli, Stefano Luperto und Antonio Tinto) (Hans im Glück) 994 (genannt)
- MACAO von Stefan Feld (alea/Ravensburger) 965 (gänzlich unerwartet, da mühsames Mikromanagment)
- DUNGEON LORDS von Vlaada Chvatil (Czech Games Edition/Heidelberger Spieleverlag) 759 (nicht unerwartet, aber lange vergriffen, deshalb bislang leider nicht gespielt)
- MACHTSPIELE von Maximilian Thiel (eggertspiele) 669 (genannt)
Meinen Glückwunsch an die Verlage, natürlich besonders an den Gewinner Queen Games. Queen hätte sicher auch gerne das Spiel des Jahres gestellt, muss sich aber mit dem viel weniger kommerziell verwertbaren Deutschen Spielepreis begnügen. Dass es nur Fresko von der Nominierungsliste der Jury Spiel des Jahres unter die ersten Zehn geschafft hat, verwundert einerseits, aber überraschend ist das nicht. Vielspieler halten nichts von Dixit. Wer ist jetzt ignorant? Die Jury gegenüber den Vielspielern oder die Vielspieler gegenüber den Normalspielern?
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Donnerstag, 10. Juni 2010
Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2010
Eigentlich wäre es gar nicht notwendig, diese fünf Spiele zu spielen um festzulegen, welches das Spiel des Jahres wird. Ob nun A LA CARTE, DIXIT, IDENTIK, FRESKO oder IM WANDEL DER ZEITEN – BRONZEIT – WÜRFELSPIEL „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere, egal welcher Verlag, Autor oder Grafiker, bleibt selbstverständlich außen vor. Aber wir alle sollten doch wissen - ob aus dem privaten oder beruflichen Umfeld - dass nicht nur sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
A LA CARTE
Das Spiel ist ja erstmal ein ganz alter, grauer, bärtiger Vertreter seiner Art. 1989 erstmalig erschienen, lange Zeit nur als teures Sammlerstück erhältlich, liegt es jetzt ganz neu und vor allem zeitgemäß professionell produziert vor. Professionell produziert? Der Herd macht Mucken, die Temperaturregelung arbeitet viel zu ungenau, lässt sich nicht eindeutig auf einer Heizstufe fixieren. So einen unsicheren Herd – noch dazu ohne CE-Kennzeichen – darf in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Das ist natürlich ein totales Ausschlusskriterium, neben den ernährungswissenschaftlich zweifelhaften Rezeptvorschlägen. Will man sich darüber hinwegsetzen, wird endlich wieder Urgestein der deutschen Szene gewürdigt. German Games go first!
DIXIT
Es wäre natürlich schändlich, die geringere Hälfte der Menschheit vom Spielen auszuschließen. DIXIT ist kein Männerspiel, jedenfalls keines für echte Kerle, es sei denn, sie haben ein paar weibliche Gene. DIXIT ist ein Spiel für Mädchen und alle, die sich dafür halten. Das ist natürlich sexistisch und gehört sich nicht. Damit begäbe sich die Jury aufs Glatteis, denn keiner der Jury-Männer wird sich als Mädchen outen. Und wenn sie es müssten? Weil vielleicht schon eine Dame mit einer Peitsche auf die Jury-Männer wartet, falls sie sich gegen DIXIT entscheiden? Lieber als Mädchen gebrandmarkt, als von einer Frau verbal ausgepeitscht zu werden. Ich kenne diese Frau, ich weiß wie sie das macht … Wie kommen die Jury Männer aus diesem Dilemma? Sie erklären DIXIT trotz gravierender Einwände zum Spiel des Jahres, weil sie eines ganz genau wissen: DIXIT wird lange leben, und langes Leben bringt viele Lizenzgebühren. Ohne Schläge und noch dazu mit mehr Geld durchs Leben zu kommen, ist doch der Wunschtraum jeden echten Kerls.
FRESKO
Denken Sie an das große F. Die drei großen F des letzten Jahres sind auch nicht zum Zug gekommen: FAUNA, FITS und FINCA. In diesem Jahr wird es FRESKO so ergehen wie FINCA. FINCA ist zur Hälfte, FRESKO aber zu Zweidritteln ein Spiel von Frischlingen. Was haben Marco Ruskowski und Marcel Süßelbeck schon geleistet? Haben Debutanten den Preis der Preise verdient? Müssten sich die beiden nicht erst bewähren? Wären da nicht ganz andere vorher an der Reihe? Zweidrittel-Anteil Frischlinge ist ja bekanntlich mehr als die Hälfte, also stehen die Chancen dieses Jahr noch viel schlechter als für FINCA letztes Jahr. Und auch JENSEITS VON THEBEN war 2007 ebenso nur Zählkandidat wie DER queensche DIEB VON BAGDAD.
IDENTIK
Es soll ja Menschen geben, die gar nicht zeichnen können, schon gar nicht ein Bild, das sie nicht sehen dürfen. Diese Gruppe ist nicht klein, so ungefähr die Hälfte der Menschheit ist in dieser Hinsicht unfähig. Und es soll sogar Menschen geben, die nicht klar und unmissverständlich beschreiben können. Diese Gruppe ist noch größer: mehr als die andere Hälfte der Menschheit. Und wenn die eine mit der anderen Hälfte spielt, dann … gibt es erst Kommunikationsstörungen, dann Verwicklungen und am Ende Streit, aber möglicherweise nur in jeder zweiten Runde. Wer nicht zeichnen kann, kann vielleicht gut erklären, und wer nicht beschreiben kann, kann vielleicht gut zeichnen. Und falls nicht? Dann taugt INDENTIK in keinem Fall, bringt nur Stress und Ärger. Ein viel zu unsicheres Spiel, dann schon lieber DIXIT, das wenigstens mit der größeren Hälfte der Menschheit sicher funktioniert.
IM WANDEL DER ZEITEN – WÜRFELSPIEL – BRONZEZEIT
Das Würfelspiel ist ein absoluter Topp-Kandidat, wenn man denn unbedingt solo spielen will. Ist schließlich ab 1 Person. Und es gibt ja so viele einsame Singles, besonders älteren Jahrgangs. Für diese Gruppe ist das Spiel die richtige Beschäftigung. Man würfelt so vor sich hin, steckt diesen Stift nach rechts und jenen nach links. Stopp! Stopp! Stopp! Wie sollen denn ältere Herrschaften diese mickrigen Stifte greifen und dann noch das richtige Loch im Brettchen treffen? Da muss der Verlag aufpassen, dass die Bretter nicht bald zweckentfremdet werden. Schraubt man vier zusammen, hat man ein ganz passables Frühstücksbrettchen. Man darf allerdings nur die Rückseite verwenden, sonst bleiben die Krümel in den Löchern hängen.
A LA CARTE
Das Spiel ist ja erstmal ein ganz alter, grauer, bärtiger Vertreter seiner Art. 1989 erstmalig erschienen, lange Zeit nur als teures Sammlerstück erhältlich, liegt es jetzt ganz neu und vor allem zeitgemäß professionell produziert vor. Professionell produziert? Der Herd macht Mucken, die Temperaturregelung arbeitet viel zu ungenau, lässt sich nicht eindeutig auf einer Heizstufe fixieren. So einen unsicheren Herd – noch dazu ohne CE-Kennzeichen – darf in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Das ist natürlich ein totales Ausschlusskriterium, neben den ernährungswissenschaftlich zweifelhaften Rezeptvorschlägen. Will man sich darüber hinwegsetzen, wird endlich wieder Urgestein der deutschen Szene gewürdigt. German Games go first!
DIXIT
FRESKO
IDENTIK
IM WANDEL DER ZEITEN – WÜRFELSPIEL – BRONZEZEIT
Das Würfelspiel ist ein absoluter Topp-Kandidat, wenn man denn unbedingt solo spielen will. Ist schließlich ab 1 Person. Und es gibt ja so viele einsame Singles, besonders älteren Jahrgangs. Für diese Gruppe ist das Spiel die richtige Beschäftigung. Man würfelt so vor sich hin, steckt diesen Stift nach rechts und jenen nach links. Stopp! Stopp! Stopp! Wie sollen denn ältere Herrschaften diese mickrigen Stifte greifen und dann noch das richtige Loch im Brettchen treffen? Da muss der Verlag aufpassen, dass die Bretter nicht bald zweckentfremdet werden. Schraubt man vier zusammen, hat man ein ganz passables Frühstücksbrettchen. Man darf allerdings nur die Rückseite verwenden, sonst bleiben die Krümel in den Löchern hängen.
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Sachfremde Erwägungen
Montag, 31. Mai 2010
Das Ende … aller Weiblichkeit
Die Jury hat gesprochen. Die Auguren schweigen, jetzt geht’s ans Kommentieren. Das Problem ist nicht die Auswahl der Jury, es ist der aktuelle Jahrgang. Es hagelte nur so Spiele für große Jungs und echte Kerle. MACHT$PIELE, EGIZIA, DIE TORE DER WELT, HANSA TEUTONICA, MACAO, VASCO DA GAMA, MAGISTER NAVIS, FABRIKMANAGER, DUNGEON LORDS, DIE SPEICHERSTADT … eine lange Reihe echt männlicher Spiele. Und schon letztes Jahr hat die Jury ein überaus männliches Spiel auserkoren. Bei meinen Mitspielerinnen kommen diese Spiele durchaus alle an, aber ich muss sie schon sehr bitten, mitzuspielen. Freiwillig spielen meine Damen lieber etwas Schnelles, Lustiges. Und wo ist jetzt das Problem?
In der Jury gibt es genau drei Frauen, aber sechs Männer. Früher war die männliche Übermacht noch größer. Trotz der drei Frauen ist doch wohl klar, wohin die Reise der Männer geht. Es ist allerdings überhaupt nicht klar, ob nicht die Frauen der Jury echte Männerspiele bevorzugen, oder ob sich drei Frauen gegen sechs Männer durchsetzen können. Rein zahlenmäßig eine deutliche Übermacht für maskuline Spiele. Offenbar wissen das auch die Verlage, denn die sorgen ungebremst für Nachschub an „richtigen“ Spielen.
Vielleicht offenbaren sich ja bei dem einen oder anderen Mann der Jury ein paar weibliche Gene. Wäre wirklich schön, denn auf Dauer kann es sich die Jury doch gar nicht leisten, die Vorlieben der Damen einfach auszublenden. Ob sie zu dieser Selbsterkenntnis kommt? Ob sie sich mehr traut, als dieses Jahr DIXIT und IDENTIK nur als Alibi auf ihre Nominierungsliste zu setzen? A LA CARTE ist sowieso das Alibi schlechthin. Spitzenköche sind fast alle männlich. Dass die Jury mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres Plus“ für DIE TORE DER WELT dann ganz offen ihr männliches Klientel bedient, finde ich – so von Mann zu Mann – überzeugend. Vielleicht ist das aber bereits das Zugeständnis an alle Männer, um dieses Jahr doch ein Mädchenspiel zum Spiel des Jahres zu machen. Ganz offen und ohne jede Beschönigung werden wir Männer dann beim Deutschen Spielpreis 10 echte Spiele küren und die Entscheidung der Jury richtig stellen.
Nominiert:
A LA CARTE
DIXIT
FRESKO
IDENTIK
IM WANDEL DER ZEITEN – BRONZEZEIT – WÜRFELSPIEL
Spiel des Jahres Plus: DIE TORE DER WELT
In der Jury gibt es genau drei Frauen, aber sechs Männer. Früher war die männliche Übermacht noch größer. Trotz der drei Frauen ist doch wohl klar, wohin die Reise der Männer geht. Es ist allerdings überhaupt nicht klar, ob nicht die Frauen der Jury echte Männerspiele bevorzugen, oder ob sich drei Frauen gegen sechs Männer durchsetzen können. Rein zahlenmäßig eine deutliche Übermacht für maskuline Spiele. Offenbar wissen das auch die Verlage, denn die sorgen ungebremst für Nachschub an „richtigen“ Spielen.
Vielleicht offenbaren sich ja bei dem einen oder anderen Mann der Jury ein paar weibliche Gene. Wäre wirklich schön, denn auf Dauer kann es sich die Jury doch gar nicht leisten, die Vorlieben der Damen einfach auszublenden. Ob sie zu dieser Selbsterkenntnis kommt? Ob sie sich mehr traut, als dieses Jahr DIXIT und IDENTIK nur als Alibi auf ihre Nominierungsliste zu setzen? A LA CARTE ist sowieso das Alibi schlechthin. Spitzenköche sind fast alle männlich. Dass die Jury mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres Plus“ für DIE TORE DER WELT dann ganz offen ihr männliches Klientel bedient, finde ich – so von Mann zu Mann – überzeugend. Vielleicht ist das aber bereits das Zugeständnis an alle Männer, um dieses Jahr doch ein Mädchenspiel zum Spiel des Jahres zu machen. Ganz offen und ohne jede Beschönigung werden wir Männer dann beim Deutschen Spielpreis 10 echte Spiele küren und die Entscheidung der Jury richtig stellen.
Nominiert:
A LA CARTE
DIXIT
FRESKO
IDENTIK
IM WANDEL DER ZEITEN – BRONZEZEIT – WÜRFELSPIEL
Spiel des Jahres Plus: DIE TORE DER WELT
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Das Ende ...,
Kommentar
Mittwoch, 27. Januar 2010
Dominion n bis Dominion n+1
Ein paar grundsätzliche Überlegungen zu DOMINION und allen zukünftigen Erweiterungen
DOMINION dominiert immer noch den Jahrgang, nicht nur als Spiel des Jahres. Mit INTRIGE und SEASIDE gibt es reichlich Nachschub an neuen, anderen, besseren Karten. Die kann natürlich niemand auslassen, der intensiv DOMINION spielt. Und dazu kommt man ja fast automatisch, denn dieses Spiel hat diesen gewissen Suchtfaktor. Wirklich lebenswichtig sind neue Karte allerdings nicht, aber sie sind erwünscht, extrem erwünscht sogar. So ist das bei jeder Sucht. Jede noch so kleine Erweiterung - wie das 10-Karten-Giveaway SCHWARZMARKT - wird gierig verlangt, und dieses Verlangen nach dem SCHWARZMARKT kann tatsächlich nur auf Schwarzbay gestillt werden. Dafür werden mittlerweile unverständliche Summen geboten. Dafür kann man sich auch gut legalen Stoff besorgen. Illegale Karten wird es wohl nicht geben. Denn jeder Versuch, kommerziell durch Schwarzdrucke mitzuverdienen, wird durch den Lizenzgeber Rio Grande Games verfolgt werden. Gegen privat angefertigte „Drucke“ selbstentworfener Karten haben die beteiligten Verlage allerdings nichts. Aber warum sollte man sich die Mühe machen. Der käufliche Nachschub bietet dank INTRIGE und SEASIDE schließlich noch lange genug variantenreiches Spiel.
Ob jeder die gebotenen Möglichkeiten auslotet? Ob das auch beim ähnlich veranlagten MAGIC wirklich passiert ist, bei dem in jeder neuen Edition bessere, stärkere, wichtigere Karten dazu gekommen sind? Stehen wir möglicherweise vor einer ähnlichen Entwicklung? Klar, denn es wird weitere DOMINON-Ableger geben, denn in jedem Fall trifft hier Kunden- auf Verlegerwunsch: Kunden geben gerne gutes Geld für bessere Karten, eine echte Win-Win-Situation. Naja ...
Was sicher eintritt und jetzt auch schon zu beobachten ist, dass einige Karten zu reinen Füllseln degradiert werden. Wann auch immer sie in einem 10er-Satz auftauche, keiner will sie, keiner nimmt sie. Jedenfalls unter Profis sind Karten wie Holzfäller oder Burggraben ziemlich überflüssig. Füllsel wie Anwesen und Kupfer erfüllen ja wenigstens noch einen Zweck, denn sie bekommt man zwangsweise mit den Startkarten auf die Hand. Anders herum stimmt es auch: Bestimmte Karten erweisen sich als dominant.
Aber DOMINION wird ja nicht nur von Szene-Spieler gespielt, die jeder neuen Karte hinterher hecheln. Wer immer eine unbedarfte Runde beobachtet, wird je nach Geschlecht und Erfahrung der Spielrunde unterschiedliches Verhalten wahrnehmen. Auf einer öffentlichen Spieleveranstaltung habe ich mehreren Gruppen DOMINION erklärt und deutliche Unterschiede beobachten können. Reine Damenrunden spielen DOMINION eher wie neugierige Entdecker. Alle Karten werden ins Deck genommen und ausprobiert. Die Damen spielen sich das Kartendeck dick und haben trotzdem viel Spaß, gerade weil die Partie nicht sofort zu Ende ist und sich nach und nach der ganze Reiz des Spiels entfaltet. Ganz anders, wenn Jungen mitspielen. Möglicherweise wegen ihrer MAGIC-Erfahrungen überlegt diese Gruppe genau, wie welche Karten zueinander passen und optimiert ihr Deck. Da dauert die Partie nicht allzu lange, die Mutter der Jungen hatte auf jeden Fall ganz schnell das Nachsehen und hatte trotzdem noch Lust auf eine neue Partie ...
Und wer sich weiterbilden, neue Strategien erlernen, für den bietet das Netz allerlei Hilfestellungen. Peter Nos hatauf DasSpielEn.de Strategien beschrieben, und auf dem Dominion-Blog findet sich auch so allerhand, dazu noch ein Forum. Aber es sind nur Zweite-Hand-Erfahrungen, die man sich dort verschafft. Viel mehr Spaß macht es doch, beim Wettrennen um das bestfunktionierende Deck aus eigenem Können und aus den gemachten Erfahrungen als Sieger hervorzugehen. Hat man jedoch einen belesenen Gegner, wird man wohl ein paar frustige Partien erleben, in denen man in Null Komma Nix abgeledert werden wird.
Aber es gibt schon gewisse Eigenheiten, die auch zukünftig für jede Erweiterung mehr oder minder prägend sein werden.
Es folgt: DOMINION INTRIGE
Sonntag, 21. Juni 2009
Sachfremde Erwägungen zum Spiel des Jahres 2009
The same procedure as every year, Jury
Eigentlich wäre es gar nicht notwendig, diese fünf Spiele zu spielen um festzulegen, welches das Spiel des Jahres wird. Ob nun FITS, DOMINION, FINCA, PANDEMIE oder FAUNA „Spiel des Jahres“ wird oder nicht, liegt allein in der Weisheit der Jury. Deren spielerischer Sachverstand ist so grandios, dass nichts als der Spielreiz über den Ausgang der Wahl entscheidet. Alles andere, egal welcher Verlag, Autor oder Grafiker, bleibt selbstverständlich außen vor. Aber wir alle sollten doch wissen - ob aus dem privaten oder beruflichen Umfeld - dass nicht nur sachliche Erwägungen entscheidend sind. 7/8 aller Gründe bleiben ungenannt, laufen nur auf der Beziehungsebene und unter dem Tisch ab. Deshalb folgt hier auch keine Bewertung der Spiele, sondern nur die Auflistung meiner total objektiven, aber bestimmt nicht völlig sachfremden Erwägungen:
Aah, eine neue Schachtel! Für uns extra aufgehübscht und dem hiesigen Massengeschmack angepasst. Und jetzt winkt der Verlag schon mit 1001 Erweiterungen. Und immer ist der rote Pöppel drauf! Das ist ein fetter Pluspunkt für den Verlag, der sowieso einer der Lieblingsverlage für alle echten Spieler ist. Aber deren Regeln? Die sind oft nicht wirklich prickelnd. Und leider leidet dieses Spiel, wenn man es spielt. Die Karten verschleißen zu schnell, weil man in einer Partie am meisten mit Mischen beschäftigt ist. Und Karten soll man spielen und nicht mischen. Außerdem verliert jeder Anfänger.
.:Rubrik:.
Kommentar,
Sachfremde Erwägungen
Montag, 12. Januar 2009
Schale Siege
Hart erkämpfte Siege schmecken doch am besten. Siege, für die man sich richtig angestrengt hat, Siege gegen starke Gegner, Siege, für die man das Spiel in aller Tiefe ausloten muss. Doch längst nicht jeder Gegenspieler ist stark. Da ist man versucht, den einen oder anderen Tipp zu geben, damit dieser oder jener Fehler vermieden wird. Und damit man nicht hinterher entrüstet zu hören bekommt: „Das habe ich ja gar nicht gewusst!“ Oder angejammert wird: „Du gewinnst ja nur deshalb, weil du das Spiel schon kennst!“ Dem will man vorbeugen.
Falsch! Lass die Mitspieler doch ins Verderben laufen, selbst die dümmsten Fehler machen. Sonst lernen die ja nie dazu, werden nie besser und so stark, dass man sich gegen sie anstrengen muss. Sonst spielt man doch nur weiter gegen sich selbst und gegen die eigenen Tipps. Man verlässt so niemals die ausgetretenen Pfade der eigenen Denke, entdeckt womöglich nie ein anderes Spiel im Spiel.
Ich erinnere mich noch an einen Mitspieler, der sogar zu seinen Tipps auch noch die Figuren der Mitspieler bewegte. Darauf sollte sich niemand einlassen, weder passiv noch aktiv. Keiner darf sich zur Marionette machen lassen. Jeder darf seine eigenen Fehler machen, auf dass aus ihm einmal ein starker Gegner erwächst. Dann schmecken auch die Siege wirklich.
Falsch! Lass die Mitspieler doch ins Verderben laufen, selbst die dümmsten Fehler machen. Sonst lernen die ja nie dazu, werden nie besser und so stark, dass man sich gegen sie anstrengen muss. Sonst spielt man doch nur weiter gegen sich selbst und gegen die eigenen Tipps. Man verlässt so niemals die ausgetretenen Pfade der eigenen Denke, entdeckt womöglich nie ein anderes Spiel im Spiel.
Ich erinnere mich noch an einen Mitspieler, der sogar zu seinen Tipps auch noch die Figuren der Mitspieler bewegte. Darauf sollte sich niemand einlassen, weder passiv noch aktiv. Keiner darf sich zur Marionette machen lassen. Jeder darf seine eigenen Fehler machen, auf dass aus ihm einmal ein starker Gegner erwächst. Dann schmecken auch die Siege wirklich.
.:Rubrik:.
Kommentar
Sonntag, 4. Januar 2009
Die perfektere Schachtel
Die perfekte Schachtel von BLOX habe ich bereits gelobt. Die Jury hat es offenbar ähnlich gesehen und BLOX sogar unter die Finalisten gewählt. Das spricht für Qualität. Besser geht es kaum, da haben die Ravensburger Großartiges geleistet.
Und was geschah dann? Im Ravensburger DIAMONDS CLUB totale Fehlanzeige, gar keine passgenaue Innenschachtel. In meiner Kritik zu DIAMONDS CLUB in der Fairplay 86 habe ich geschrieben:
"Das war ja eine schöne Bescherung: Schachtel auf – alles fliegt durcheinander. So etwas ist man von den Ravensburgern gar nicht gewöhnt. Die Schwaben exportieren doch mit jeder Schachtel Ordnung und Sauberkeit in alle Welt. Und jetzt das! Keine passgenaue Innenschachtel, kein ordentlich sortiertes Material. Wo sind die Designer hin, die mit BLOX ein Meisterwerk abgeliefert haben? Weggelobt, abgeworben, outgesourced, entlassen, krank, überlastet? Ein Aushilfsdesigner hat es immerhin noch geschafft, die graue Pappe zu verkleiden. Die Innenschachtel ist gleichsam tapeziert, so ist doch noch für eine gewisse Ansehnlichkeit gesorgt."
Da kannte ich die Schachtel von DOMINION noch nicht. Der Innenschachteldesigner scheint jetzt bei Hans im Glück angestellt zu sein, dort hat sie oder er eine noch perfektere Schachtel geschaffen. Da fliegt nix durcheinander, nicht eine einzige Karte, egal wie man die Schachtel dreht oder wendet. Super! Mit der Sortierhilfe ist wird es geradezu perfekt.
Zugegeben, durch die Innenschachtel wird die Schachtel massiv aufgeblasen. Trotzdem: Die Jury wird wieder diese hohe Qualität erkennen und erneut ein Spiel wegen der Innenschachtel auf ihre Nominierungsliste setzen.
Und was geschah dann? Im Ravensburger DIAMONDS CLUB totale Fehlanzeige, gar keine passgenaue Innenschachtel. In meiner Kritik zu DIAMONDS CLUB in der Fairplay 86 habe ich geschrieben:
"Das war ja eine schöne Bescherung: Schachtel auf – alles fliegt durcheinander. So etwas ist man von den Ravensburgern gar nicht gewöhnt. Die Schwaben exportieren doch mit jeder Schachtel Ordnung und Sauberkeit in alle Welt. Und jetzt das! Keine passgenaue Innenschachtel, kein ordentlich sortiertes Material. Wo sind die Designer hin, die mit BLOX ein Meisterwerk abgeliefert haben? Weggelobt, abgeworben, outgesourced, entlassen, krank, überlastet? Ein Aushilfsdesigner hat es immerhin noch geschafft, die graue Pappe zu verkleiden. Die Innenschachtel ist gleichsam tapeziert, so ist doch noch für eine gewisse Ansehnlichkeit gesorgt."
Zugegeben, durch die Innenschachtel wird die Schachtel massiv aufgeblasen. Trotzdem: Die Jury wird wieder diese hohe Qualität erkennen und erneut ein Spiel wegen der Innenschachtel auf ihre Nominierungsliste setzen.
.:Rubrik:.
Hans im Glück,
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