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Samstag, 31. Januar 2015

Kein Ende ... aller Einzelkämpfer

Wie steht es eigentlich bei uns um die Spieleszene im Netz? Vielspieler stoßen auf diverse Seiten: Blogs, Portale und Foren liefern Infos und sorgen für Austausch. Gelegenheitsspieler werden von diesen Seiten sicher öfter verschreckt als angesprochen. Besonders in Foren ist der Ton für Außenstehende mitunter doch sehr speziell. Da reden Profis mit Profis in Elfenbeintürmen über Spiele, die Erna und Otta Normalspieler nicht mal kennen … oft dazu noch von oben herab und oft sehr dogmatisch. Im Spielbox-Forum geht’s ja noch human zu, aber bei Unknowns?! Da muss man als Neueinsteiger wohl erst viel Sand fressen, sehr spezielle Spiele gespielt haben, um dazuzugehören.

Sonntag, 30. November 2014

Kein Ende … aller Killerstrategien

Bei uns Montagsspielern ist schon das eine oder andere Spiel gleich beim ersten Mal durchgefallen oder – wirklich selten – vor der allseits bekannten Wand gelandet. Aber nie wissentlich oder mit Vorsatz, wir nutzen bestenfalls einfach nur die ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Von uns befasst sich vor der ersten Partie keiner so intensiv mit einem Spiel, dass es dann aus reinem Mutwillen gegen den Strich gebürstet werden könnte. Das passiert, wenn überhaupt nur zufällig oder bei echten Steilvorlagen … oder wenn einer mal etwas über ein Spiel gelesen hat. Passiert ja immer öfter, dass irgendwelche Schlaumeier gleich herumposaunen, welches Spiel warum nicht wirklich funktionieren könnte, dürfte, sollte, müsste.

Samstag, 30. November 2013

Kein Ende der Messen

Natürlich nicht das Ende von Essen, wo sich die treffen, denen Spiele besonders wichtig, Leidenschaft oder Geschäft sind. Essen ist echtes Hardcore, auch wenn das Insider wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnehmen. Und nach Essen bin ich an drei Sonntagen im November in einer anderen Welt. Da wird intensiv gespielt, nur irgendwie ganz anders, aber nicht minder interessiert. Zu den drei Spielemessen im Kreis Coesfeld kommt hauptsächlich ein für Vielspieler ungewohntes Publikum: Familien mit jüngeren Kindern.
Und was wollen die spielen? Nicht unbedingt und ausschließlich die neusten Neuheiten, auch nicht die Spiele, die in der Szene gerne und intensiv gespielt werden. Vor allem wollen sie Spiele, deren Regeln kurz sind und deren Spielspaß sich schnell entfaltet. Was die Besucher aber ganz besonders schätzen, ist eine gute Animation. Ich bin dann einer der „Freaks“, die passende Spiele für sie auswählen, die Regeln erklären und sie ins Spiel ziehen.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Das 50. Ende und kein Ende vom Ende

Eigentlich wollte ich „Das Ende …“ irgendwann zu Ende bringen: Das dicke Ende muss ja mal kommen. Was ich immer noch an jedem Monatsende schreibe, war zunächst nur als Füller für die Saure-Gurken-Zeit ab Juni eines jeden Jahres gedacht. Die Jury hat gesprochen, Neuheiten sind noch nicht in Sicht. Da macht sich ein bisschen Schmonz ganz gut. Aber schon „Das Ende aller Vorbestellungen“ im September 2009 entpuppte sich schnell als Selbstläufer. Jedes Jahr kann ich jetzt auf dieses Posting verweisen, wenn es wieder darum geht, welche Spiele man unbedingt vorbestellen oder per Crowdfundig backen oder schmieden muss. Meine Antwort: … natürlich keins! So ging's mit dem Ende dann doch immer weiter, die Themen gingen mir nie aus. Außerdem gibt’s in dem Sinne keine Saure-Gurken-Zeit mehr, jedenfalls nicht für mich. Es befinden sich noch immer einige Spiele im Stapel der ungespielten Spiele. Da ist noch einiges zu tun.
Aber darum geht’s hier gar nicht. Das Ende feiert heute Jubiläum. 50x "Das Ende ..." seit Juni 2009. 50x Schmonz, manchmal mit netten, öfter mit bösen Kommentaren. Eigentlich hätte ich aktuell über „Das Ende ... von STEAM NOIR:REVOLUTION“ schreiben können. Ist es wieder so ein Fall von übereilter Veröffentlichung per Crowdfunding, weil das Risiko ja nicht mehr der verlegende Autor, sondern die Käufer tragen? Alles liefe mal wieder auf „Das Ende aller Vorbestellungen“ hinaus. Ich bin nicht mal froh, dass ich es nicht gekauft habe. Mir ist das Spiel total egal. Wenn's gut wäre, gäbe es bestimmt noch eine (meistens sogar verbesserte) Neuauflage. Wenn's nur ein Nischenspiel ist, dann hat es sich ja mit dieser ersten Auflage sowieso erledigt, denn meine Nischen sind bereits übervoll.
Da schreibe ich doch lieber über das Jubiläum von „Das Ende …“ Normalerweise vergesse ich so etwas, weil ich nur ganz privat an Jubiläen denke. Also gab's hier auch nix über das 50., nicht über das 100. Montagsspielen. Zum 200. Montagsspielen hab' ich dann ausnahmsweise mal erwähnt, womit beim Montagsspielen Schluss ist. Und weder den ersten noch den fünften Geburtstag von .:Doppel:Spiel:Kritik:. habe ich gefeiert, zumal diese Seite „nur“ der Nachfolger vom Montagsspielen ist, und ich ansonsten bei Fairplay schreibe, deren 100. Ausgabe auch nicht wirklich gefeiert wurde. Erst am 03.01.2015 gibt’s hier vielleicht etwas zu feiern. Dann blogge ich 10 Jahre, was ich bis dahin aber bestimmt schon längst wieder vergessen habe. Ob es dann noch „Das Ende“ geben wird? Wer weiß.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Kein Ende … aller Solospiele

Man könnte meinen, wir Spieler verkommen zu einem einsamen Völkchen. Haben immer mehr Spieler nur noch sich selbst zum Mitspieler? Mit ONIRIM und FREITAG habe ich mich einem Selbstexperiment unterzogen. Diese beiden Spiele sind echte Solospiele, ich spiele gegen die Spielmechanik. Mal wirklich prüfen, wie sich so etwas mit mir selbst spielt. Tja, das Schönste an diesen Spielen sind die Karten, genauer gesagt sogar nur deren Rückseiten. Und gerade die Grafik von FREITAG fand ich so abgrundtief ungelungen, dass ich überhaupt keine Lust hatte, Robinson weiter in die Augen zu schauen. Da war ich mir ganz schnell mit mir selbst einig.
Aber es muss doch was dran sein, mit sich allein zu spielen. Weshalb gibt es jetzt so viele Spiele ab 1 Spieler. Ist dieser Trend schon verfestigt? In Essen gab's gleich einen ganzen Haufen dieser Vertreter: BOHN TO BE WILD, das Kartenspiel zu SCHATTEN ÜBER CAMELOT, SUBURBIA, SPELLBOUND, DAS ÄLTERE ZEICHEN, GINKGOPOLIS, SNOWDONIA, LA LOIRE, ROBINSON CRUSOE, ESCAPE … und bestimmt noch mehr Spiele. Und die standen sogar im Fokus unserer Scout-Aktion.
Ich finde das ja absolut abstrus. Eigentlich müssten auch bei Ihnen die Alarmglocken anspringen. Oder sind Ihnen Ihre Mitspieler nicht lieb und teuer? Ist es nicht gerade die spielerische Auseinandersetzung mit anderen Menschen, was unser Hobby ausmacht. Warum heißen Gesellschaftsspiele eigentlich Gesellschaftsspiele? Ich bin mir meiner Gesellschaft zu wenig, ich will Emotionen, will Konkurrenz, Freude und Unterhaltung. Und das finde ich nur in der Gesellschaft meiner Mitspieler. Außerdem: Sich selbst bei einer Partie FREITAG zu verarschen, macht wirklich nur wenig Freude.

Dienstag, 31. Juli 2012

Kein Ende … mit den Aufklebern

Früher war das noch alles gut und richtig. Schon das Vorbereiten eines Spiels war mir immens wichtig. Ich hab's genossen, die ganzen Counter, Pappplättchen … was auch immer, feinsäuberlich und vorsichtig aus dem Stanzbogen zu brechen. Habe mit dem Papiermesser nachgeholfen, wenn die Dinger schlecht gestanzt waren. Und alles wurde akkurat sortiert und in Zipptüten eingepackt. Die gab's damals noch nicht überall, die hat der Vater einer Freundin aus seiner Firma besorgt. Wahrscheinlich hat der Vater gedacht, ich würde darin irgendwelche Drogen portionieren. Der hat schließlich nah der Holländischen Grenze gearbeitet. Und ein paar waren vom Optiker, so längliche Tüten für Brillen, die sich tatsächlich noch in einigen alten Spielen finden. Alles vorbei und vergessen bzw. heute gar kein Problem mehr. Pappe löst sich meistens ratzfatz aus dem Stanzrahmen, und fast alle Verlage legen sowieso schon Zipptüten bei. Da kann ich gar nicht mehr in den Verdacht kommen, mit Drogen zu dealen.
Nur eins ist noch immer gleich geblieben: Aufkleber aufkleben. Natürlich habe ich das früher auch mit Inbrunst und größter Akkuratesse erledigt. Dafür hatte ich Geduld, da kannte ich nix, war hart gegen mich selbst. Was habe ich geflucht, als ich bestimmt hunderte Fahnen für SERENISSIMA um die Fahnenmasten geklebt habe. Bin immer noch stolz auf meine Leistung, alles 100-prozentig symmetrisch hinbekommen zu haben.
Und heute? Klebe ich aktuell Nummern auf Figuren. Bestimmt auch wieder hunderte Aufkleber, die auf Vorder- und Rückseite müssen. Warum muss man das noch machen? Zugegeben, ich mach's ohne Rücksicht auf Verluste, das muss jetzt nicht mehr genau passen. Hauptsache, die Dinger sind irgendwann alle drauf. Und natürlich, weil das Spiel ja gut sein soll.

Ist doch ganz klar, welches Spiel das ist.

Sonntag, 31. Juli 2011

Kein Ende … allen Tabletalks

Einer meiner Mitspieler hat's nicht so damit: „Was soll das jetzt?! Ist doch alles nur Tabletalk.“ Klar ist es das, wenn ich seinem ärgsten Konkurrenten ungefragt den ultimativen besten Zug verrate. Oder wenn ich gerade darauf aufmerksam mache, wer führt. Und warum werde ich eingemacht? Da gibt es doch bessere Ziele. Klar, dass ich mit dem Finger auf den Gewinner zeige, auf jeden vermeintlichen Gewinner. Allzu offensichtlich zu agieren bringt zwar meistens nichts, außer dass man seinem Ärger ein bisschen Luft verschafft. Wenn man sich gut kennt, mit den Marotten und Spielweisen seiner Mitspieler vertraut ist, dann kann man noch so subtil tabletalken, jeder weiß sofort wo und wie der Hase im Pfeffer liegt.
Uns Deutschen liegt es offensichtlich, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Oft ist Tabletalk reinstes Denunzieren, vielfach auch Gejammer. Für solche Spieler ist die Welt ja so schlecht, so gemein … Jammern will gekonnt sein, denn es nutzt sich selbst unter neuen Mitspielern sehr schnell ab. Jedenfalls dann, wenn am Ende ausgerechnet der größte Jammerlappen gewinnt.
Tabletalk kann man üben, am besten bei DIE WERWÖLFE. Da erscheint zunächst jeder Tabletalk völlig sinnfrei, jedenfalls anfangs. Es werden aber die unterschiedlichen Strategien erfahrener Tabletalker offenbar, auch nonverbale. Das ist die höchste Kunst: Mitspieler durch Stöhnen, Ächzen und Minenspiel zu demoralisieren. Je länger ein Spiel dann noch dauert, umso mehr wird deren Niederlage zur Gewissheit. Manche Mitspieler sitzen auch nur stumm wie ein Fisch am Tisch, da verliert man schon wegen des wenigen Spaßes nur allzu gerne. Und dann gibt es noch die echten Bremsen, die gezielt den Spielfluss unterbrechen. Die gehen aufs Klo, wenn's gerade entscheidend ist. Die rascheln mit der Chipstüte, wenn's gerade … Oder die absolute Krönung: Dusselige Regelfragen und abseitige Regelauslegungen …
Aber niemand sollte es so vorsätzlich und offensichtlich machen, wie der Raab bei Schlag denselbigen. Der Raab ist 'ne echte Strafe, während der Sendung kann ich mich jedes Mal echauffieren. Diese Nervensäge, dieser Kindskopf … Verd...! Dann gilt: Nur die Ruhe. Und sei der Table-Talk noch so ärgerlich, nur nicht aufregen. Und bei nächster Gelegenheit selbst ein paar Spitzen austeilen, so subtil wie möglich, gerne auch nonverbal. Das mache ich besonders gerne, erst dann macht's Spielen richtig Spaß.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Kein Ende … mit der Jury

Die Jury hat gesprochen, das ist ihre Aufgabe. „Die Auszeichnungen sollen das Spiel als Kulturgut fördern.“ Eine kleine dpa-Meldung am 28.06. in der Süddeutschen Zeitung hat's mir verraten. Die Vergabe der Auszeichnung scheint die einzige Aufgabe der Jury zu sein. Jahr für Jahr kann sie diese Aufgabe mit Bravour leisten. Das muss reichen fürs Kulturgut. Und sonst? Still ruht der See, ansonsten wird eisern geschwiegen. Wer schweigt, wird nicht angegriffen. Oder doch? Hat das die Jury erkannt, hüllt sie sich deshalb in Schweigen, weil es ganz egal ist, ob sie dieses tut oder jenes lässt. Irgendwer hat immer etwas auszusetzen.
Obwohl, dieses Jahr scheint es anders zu sein. Still ruht auch dieser See, alles Pulver scheint in den Vorjahren verschossen worden zu sein. Ist ja auch für mich verstörend, dass ich mit QWIRKLE, ASARA und auch mit DIE VERBOTENE INSEL (s. Fairplay Nr. 96, Seite 50) gut leben kann. Da kann ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, obwohl ich QWIRKLE mittlerweile eher für ein Seniorenspiel halte. Es ist so schön behäbig, aber auch recht eingängig. Außerdem hat es Schmidt Spiele wirklich verdient – nach so vielen Jahren. BLOCKERS! wäre eine echte Alternative gewesen. Gegenüber QWIRKLE wirkt es wie der qwirlige Enkel. Vor allem ist BLOCKERS! ein echter Wolf im Schafspelz, anfangs gerne unterschätzt.
Komisch auch, dass die Jury fünf Jahre braucht, um QWIRKLE zu bemerken. Stopp! QWIRKLE war ja bislang gar nicht in Deutschland lieferbar, das ist ein echtes Ausschlusskriterium. Es zeigt nur, wie viel Wertschätzung der bisherige Verlag MindWare der deutschen Jury entgegen bringt. Fünf Jahre brauchen die Amerikaner den Preis nicht, besorgen sich erstmal ihre eigenen Preise. Davon nicht zu knapp. Und die Jury macht daraus tatsächlich keine Politik. Gott sei Dank. Gut aber auch, dass keine Amerikaner zur Jury gehören. Denen wäre das andersherum nie passiert.
Und sonst noch? Sich jedes Jahr einmal so richtig aus dem Schützengraben zu trauen, muss reichen. Alles andere passiert, wenn überhaupt, im stillen Kämmerlein fast ohne jede Außenwirkung. Autorenstipendium? Ach ja … Jury-Abend während der Internationalen Spielertage in Essen? Nett … Sonst noch was? Wahrscheinlich bin ich nur wieder auf meinem Jury-Auge blind. Die Jury tut ja so viel für das Kulturgut Spiel, ich merke es nur nicht. Das ist sehr schade. Klar, aber wer ist nochmal in der Jury außer den vielen ganz netten Menschen? Irgendwie vermisse ich doch die alten Urgesteine. Die hatten wenigstens noch Ecken und Kanten und boten besonders viel Reibfläche.