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Donnerstag, 3. August 2017

Das 344. Montagsspielen mit Yokohama und mal wieder Schützenfest



Dieses Mal machen wir es richtig. Das Dock ist jetzt dabei, die Auftragsstrategie kann heute nicht als geschwächt gelten. Dass mir also heute niemand mehr damit kommt, sollte ich wieder gewinnen. Am Spielgefühl ändert sich bei mir wenig, nur fahre ich nicht mehr nur eine Schiene. Importe sind heute irgendwie nicht so mein Ding, ich mache irgendwie „in alles“ … das aber stringent. Ich muschel hier mit, ich muschel da mit, irgendeinen Plan muss ich doch gehabt haben. Jedenfalls gewinne ich wieder mit 139 zu 132 zu 124 Punkten. Mir ist YOKOHAMA immer noch zu viel Rosenberg, zu viel Dorn und erst recht zu viel Feld. Ich habe es jetzt ausgespielt. Astrid beklagt sich deutlich darüber, dass ich ihren Plan durchkreuzt habe. Sonst hätte sie wohl gewonnen. Dass ich ihren Plan zunichtegemacht habe, habe ich nicht mal gemerkt. Sorry Astrid, hätte ich aufmerksamer gespielt, wäre ich nicht so auf einen Plan fixiert gewesen, ich wäre dir trotzdem in die Karre gefahren. Kennst mich ja ...

Dienstag, 1. August 2017

Das 343. Montagsspielen nur mit Yokohama



Von Istanbul nach Yokohama

Schon beim Aufbau des Spielfeldes waren wir gedanklich in Istanbul. Die großen Platten … die Figuren, die sich darüber bewegen, die Klötzchen, die den Weg markieren … Achja, ISTANBUL ist zwar schon in gewisser Hinsicht bereits abgelegt, aber noch nicht ganz vergessen. Anscheinend aber von Hisashi Hayashi auch nicht. Er zaubert daraus sein eigenes Spiel der vielen Möglichkeiten, des Mikromanagements, schafft ein Spiel ums Optimieren von Wegen und Möglichkeiten. Und überall sind dafür Punkte drin. Das zieht uns doch ins Spiel … Wir bauen YOKOHAMA auf.

Donnerstag, 17. Mai 2012

+ Siberia von dlp games

Reiner Stockhausen: SIBERIA für 2 bis 4 Personen bei dlp games 2011, Illustrationen von Klemens Franz, Atelier 198

Sibirien ist als Thema gänzlich unverbraucht. SIBERIA ist ein Wirtschaftsspiel um Rohstoffe und deren Vermarktung. Was natürlich nichts anderes bedeutet, als dass am Ende der Reichste gewinnt. Um ans große Geld zu kommen, brauchen wir ein paar gute Mitarbeiter. Die kommen aber nicht so ganz geplant zu uns, sondern werden – wie die gesuchten Rohstoffe – aus dem Beutel gezogen. Auf jedem Chip sind je ein Mitarbeiter und ein Rohstoff abgebildet, wir haben also die Wahl, was es sein soll. Nur Manager sind nur Manager, die können nix anderes, können aber bei jedem Job aushelfen. Das ist gut so, denn man braucht für jeden Mitarbeiter oder Rohstoff immer zwei Chips, um deren Aktion auszuführen bzw. den Rohstoff zu fördern. Nur mit den richtigen Chips kommt man in Sibirien zu Reichtum, kann Rohstoffe fördern und verkaufen … und an Investitionsplättchen kommen. Die sind die Zuckerstückchen, denn sie ersparen für die gewählte Aktionen/Rohstoff den zweiten Chip. Wer gleich zu Anfang an Investitionsplättchen kommt, kann entspannter spielen.
Ersteinschätzung: Hätte ich gar nicht erwartet, dass mit nur vier Seiten Regeln so eine Spieltiefe entsteht. Erst hatte ich schon das Gefühl, dass Investoren das Spiel kippen können. Theoretisch stimmt das, praktisch erwies sich dieser Vorteil aber als nicht zu schwerwiegend. Manchmal hat sich jeder von uns ein bisschen gebeutelt gefühlt. Bestimmt! Wer gerade keinen wirklich passenden Chip aus dem Beutel holt, kann schon in die Tischkante beißen. Besonders natürlich, wenn ein lieber, netter Mitspieler die Vorlage abgreift, die man sich selbst geben wollte. Das Tempo, die Reihenfolge der Aktionen entscheidet oft. Das macht es allerdings auch richtig spannend. Also immer ein Auge darauf haben, wer was wann machen kann.
Ein kleines Problemchen ergibt sich beim Platzieren der Chips. Wer was wohin legt, ob als Rohstoff oder Mitarbeiter, ist durchaus entscheidend. Wer lange genug zögert, kann auf die Planungen der Mitspieler reagieren, sich so einen kleinen Vorteil erschaffen. Das stört doch ein bisschen den Spielfluss, wenn jeder erst spickt, was wer macht. Da hätte das Spiel noch etwas Feinschliff vertragen können.
Gewinner: Unser Denker Tom hat's am besten im Griff. Er ist in entscheidenden Situationen mobil, d.h. seine Arbeiter können auf lukrative Gebiete ziehen und teure Rohstoffe abgreifen. Oder war es einfach nur Glück, dass er mit 60 zu 49 zu 35 zu 32 Punkten überragend siegt?

Sonntag, 7. November 2010

Das 160. Montagsspielen (22/2010) am 02.11.10


Das ausgerechnet so kurz nach der Messe so wenige Montagsspieler antreten wollen, zeugt von ausgebuffter Professionalität. Was sollen wir spielen, wenn unter so vielen Neuheiten das Risiko groß ist, auf eine Niete zu treffen? Da kann man doch erst die anderen spielen lassen, um da & dort Erstmeinungen abzugreifen, um dann sicher zu gehen, ein gutes Spiel zu spielen. Warum soll man Lebenszeit mit schlechten, bestenfalls soliden Spielen verschwenden? Wir müssen nur die eine oder andere Perle in geschlossenen Schachteln erkennen.
Gut, dass sich dann doch noch zwei Aufrechte einfinden, die sich gegen diese faule Haltung stemmen. Das einer der beiden dann ausgerechnet unser zuverlässiger Gastspieler Dieter ist, verwundert nicht. Der Mann hat schließlich professionelles Interesse an einer Neuheit des heutigen Abends.

Wir testen heute BANGKOK KLONGS und KEY WEST, beide Spiele werden übrigens in der kommenden Ausgabe 94 der Fairplay besprochen – sofern nicht doch noch etwas dazwischen kommt.

Martin Schlegel: BANGKOK KLONGS für 2 bis 4 Personen, dlp games 2010

Herbert erkennt es sogleich. BANGKOK KLONGS ist ein „Man sieht es oder man sieht es nicht“-Spiel. Ein Spiel also, das ich nach seiner Einschätzung sowieso immer gewinne. Mittlerweile ist diese Einschätzung zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung geworden, denn sonst könnte ich nicht erklären, warum ich das Gewusel aus Kähnen und Stegen auf dem Brett siegreich beende.
Zwischendurch sehe ich schließlich öfter ziemlich alt aus, denn Herbert und Dieter kooperieren gut miteinander, ziehen auf der Punkteskala voran. Ihre Klongs-Kähne haben sie an gemeinsamen Stegen angelegt, sodass sie sie vorteilhaft werten können. Ich bekomme bei diesen Wertungen nix, die beiden spielen konsequent gegen den zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht als Sieger erkennbaren „Seher.“ Gut, dass ich mir eigene Bereiche schaffe und unabhängig werten kann. Ich kann noch dazu Klongs abgreifen, welche wunderbar meine vorhandene Serien ergänzen. So gewinne ich im Schlussspurt knapp mit 148 Punkten und beweise meine finale Überlegenheit. Die Punkte der anderen: 145 und 124.

Martin Schlegel: KEY WEST für 2 bis 5 Personen, Spiele Idee 2010, Vertrieb durch dlp-games

So wie BANGKOK KLONGS ein „Man sieht es, oder man sieht es nicht“-Spiel ist, so ist KEY WEST ein „Schlag in der Regel die Punktewertung nach“-Spiel. Wir haben Mühe, die vielen unterschiedlichen Wertungsmechanismen zu überblicken, immer und immer wieder müssen wir die die Regel befragen. Um dem zu entgehen, spiele ich konsequent auf den Ausbau der drei Brücken, was ich absichtlich und mit Vorsatz tue. Ich habe deren Wertung im Kopf. Ich spiele dann auch auf Plantagen, die mir wie eine reife Frucht in den Schoß fallen.
Die anderen spielen auf Hotels und auf Tauchgänge. Niemand außer mir will deshalb Plantagen. Dass ich wegen meiner Plantagen ganz nebenbei auch noch über mehrere Wertungen Inselboss werde und so viele Punkte kassiere, spiegelt sich in meinem Punktestand wider: 80 zu 58 zu 57 Punkte. Das ist ein glorreicher Sieg, der mir aber nur wegen der komplizierten Wertungsmechanismen und wegen Herberts wenig erfolgreichen Tauchgängen zugefallen ist. Hätte Herbert im letzten Zug mehr Wracks unter Wasser gefunden, sähe es für ihn bestimmt besser aus. Er hat halt Pech, obwohl er mehrfach tauchen und sogar mehr als nur ein Schatzplättchen aus der verdeckten Auslage behalten darf.