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Dienstag, 28. Januar 2014

+ Bruxelles 1893 von Pearl Games

Etienne Espreman: BRUXELLES 1893 für 2 bis 5 Personen mit Illustrationen von Alexandre Roche bei Pearl Games 2013, Vertrieb bei Heidelberger

Was hat Brüssel schon zu bieten?! Anno 1894?! Mit dieser Optik leider nicht so viel. Richtig jugendstilig kommt das Spiel nicht rüber. Das könnte an den schlappen Braun-, Ocker- und Beigetönen liegen. Bin ich mit der Grafik der Pearl-Spiele etwa zu kritisch? Ich mag sie einfach nicht leiden. Ist halt so, den Verlag trifft natürlich keine Schuld. Mein Geschmack passt halt nicht zu deren Stil. Immerhin hindert die Grafik mich nicht sonderlich, BRUXELLES 1895 heute mit Astrid zu spielen.
Und ich bin erst mal verwirrt. Wo kann ich agieren, was ist wie verwoben, welche unterschiedlichen Wege zu Siegpunkten gibt’s?

Donnerstag, 17. November 2011

+ Tournay

Sébastien Dujardin, Xavier Georges und Alain Orban: TOURNAY für 2 bis 4 Personen bei Pearl Games 2011

Natürlich müssen wir TOURNAY spielen, ist schließlich Spitzenreiter der Essener Spielemesse 2011 der Fairplay-Scout-Aktion. Aber diese Regel, diese Feinheiten, diese kryptischen Symbole und auch diese kleine Schrift. Wir wollen immer noch und beißen uns durch.
Es geht um Städtebau im Mittelalter. Gebäude- und Personenkarten werden im 3x3-Raster ausgelegt. Jedes Gebäude, jede Person ist für etwas anderes gut, optimiert das Spiel oder bringt Siegpunkte. Die Karten kauft man sich aus neun verschiedenen Stapeln, drei Farben in drei Stärken. Jede Karte kostet ein, zwei oder drei Einwohner der entsprechenden Farbe. Die Einwohner verlassen ihren Platz, die Karte kommt erstmal auf die Hand. In der nächsten Runde geht sie dann in die Auslage. Will man Karten nutzen, schickt man einen Einwohner vom Platz auf die Karte in der Stadt. Runde um Runde gehen die Einwohner drauf, auf die Karten oder zum Einkaufen. Will man sie wieder haben, muss man sie zurückrufen, legt dadurch eine Pause ein.
Ersteinschätzung: Schade, dass sich niemand von uns auf der Messe TOURNAY hat erklären lassen. Wirklich schade, weshalb uns nichts anderes übrig bleibt, als die Regel selbst zu erschließen … was in Arbeit ausartet, in mühsame und anstrengende Arbeit. Seit TROYES haben die Pearl-Gamer nichts dazu gelernt, die Regel ist gruselig.
Immerhin kommen wir dann doch noch rein und prügeln das Spiel irgendwie durch. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, denn wir haben ja gar keine Ahnung, weder von einzelnen Karten, deren Wechselwirkungen noch vom Punktepotenzial. Die erste Partie spielen wir also mehr oder minder planlos. Die Regel bleibt griffbereit, denn manchmal sind die Wechselwirkungen der Karten nicht selbsterklärend. Die Regel hilft da auch nicht wirklich weiter, auch das Blatt mit den Erklärungen der kryptischen Symbole nicht. Da wären eingängige Erklärungen, vor allem eine größere Schrift, deutlich mehr gewesen.
Unser Meinung zu TOURNAY: Keine! Wir sind froh, dass wir es überhaupt zu Ende gespielt haben. Das Potenzial haben wir erkannt, es bestehen Wiederspielchancen, wenn auch nur geringe. Ob wir uns dann mit der Optik anfreunden werden? Ich weiß ja nicht, das ist eher Style der Achtziger, wirkt ziemlich retro. Kann man sich solche Grafiken aus dem Internet zusammencasten?
Gewinner: Ich mag es ja eigentlich nicht zugeben, aber Gregor darf sich als moralischer Sieger fühlen. Ihm ist nur leider der Fehler unterlaufen, zweimal dasselbe Gebäude in seine Stadt einzubauen. Wegen dieses Fehlers muss er auf ein paar Punkte verzichten und ich gewinne mit 32 zu 29 zu 19 Punkten.

Montag, 4. April 2011

+ Troyes - Das 166. Montagsspielen (06/2011) am 04.03.2011

Sebastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban: TROYES für 2 - 4 Personen, Pearl Games 2010

TROYES hat jede Menge Vorschusslorbeeren. In Essen 2010 habe ich eines der letzten Exemplare ergattert. Ausnahmsweise habe ich eine Erstauflage gekauft, ganz einfach weil das Spiel bei der Fairplay-Scoutaktion so nach oben geschossen ist. Montagsmitspieler Dieter stand in der Schlange genau hinter dem Käufer, der das letzte Essener Exemplar ergattern konnte. Ob's Pech war?
Dieter fehlt heute, deshalb müssen wir uns die Regel im wahrsten Sinne des Wortes erarbeiten. Nach ca. einer Stunde starten wir. Was für eine lässliche Hürde, das Spiel mit einer schlecht geschriebenen Regel derart auszubremsen. Ärgerlich, dass Gleiches nicht durchgängig gleich benannt wird. Der Einstieg ist deshalb äußerst schleppend. Wir kennen die Karten nicht, wissen nicht wirklich, was sinnvoll zu tun wäre. Wieder so ein Spiel um tausendundeine Möglichkeit, ein paar Pünktchen zu machen.
Meine „Personen-Karte“ - beim Material noch „Persönlichkeits-Karte“ genannt ist eigentlich eine geheime Auftragskarte – zwingt mir meine Strategie regelrecht auf. Ich setze deshalb auf „Meister“, für die man direkt Siegpunkte erhält. Mit Meistern lassen sich zudem noch die Funktionen diverser Karten nutzen. Meine „Meister“ bieten mir doppelten Nutzen. Haben die anderen wohl nicht erkannt, wie nützlich Meister sind.
Gemeinsam kämpfen wir zudem gegen die Bedrohung von außen. Beteiligungen an Kämpfen bringen Sieg- als auch Einflusspunkte. Und ohne Einfluss steht man auf jeden Fall schlecht da, denn mit Einfluss lassen sich Würfel noch nach dem Wurf manipulieren. Haben wir aber auch nicht wirklich genutzt.
Ersteinschätzung: TROYES ist komplex, und für uns Neueinsteiger sogar kompliziert. Wir empfinden das ganze Spiel als Mühsal. Trotz der vielen Würfel ist es bestimmt kein Würfelspiel. Jedes Mal muss überlegt werden, wie man die Würfel – eigene und fremde – am sinnvollsten einsetzt. Gerade der Zukauf von Würfeln gegen Geld macht es für den Startspieler einfacher, aber für alle anderen viel schwieriger. Hohe Würfel sind dann schon längst aufgekauft und eingesetzt.
Die Spielreihenfolge ist also sehr entscheidend. Und je später man an die Reihe kommt, desto mehr zeigen sich ganz lange Zähne. In TROYES steckt schön viel Ärgerpotenzial, ganz frustfrei wird keine Partie verlaufen. Es steckt aber auch spielerisches Potenzial im Spiel. Aber wie geschrieben, die Regel ist eine Hürde, auch dass es kein Übersichtsblatt über die Zugabfolge gibt. Da wird ein Spiel unter Wert verkauft.
Gewinner: Meine Strategie funktioniert meisterlich, wahrscheinlich aber nur, weil wir noch nicht wirklich den kompletten Durchblick haben. Ich gewinne mit 35 zu 29 und 23 Punkten. Doch kein Mikromanagementspiel, geht es doch nicht um jeden Punkt? Ich denke schon …
Bei uns wird es TROYES schwer haben, zumal Gregor und Herbert ganz ohne Schuld verloren haben. Meine geheime Auftragskarte (die eigene Meister ganz doll belohnt) sei deutlich, wirklich und auch ganz bestimmt sehr viel stärker als ihre Aufträge. Die beiden übersehen nur, dass sie von meinem Auftrag ebenso hätten profitieren können. Sie hätten nur selbst Meister platzieren müssen, denn jeder Auftrag gilt am Ende auch für alle. Man kann sich also einklinken, wenn man denn erkennt, wer welche Aufträge hat und deshalb besonders verfolgt. Eigentlich ein ganz chicer Mechanismus. Wir wissen aber nix, kennen die „Personen-Karten“ nicht. Kann man dem Spiel eigentlich auch nicht vorwerfen.
Naja, eigentlich müssten wir noch einmal ran, denn wir haben vergessen, für die beiden grauen, weil neutralen Sektoren, zu würfeln. Was für eine umfangreiche grauenvolle Regel … wir tragen an diesem Fehler keine Schuld. Wirklich nicht?!