Christoph Baur: HABEMUS PAPAM 1655 für 3 und 4 Personen, DDD Verlag 2010
Kann man sich den Papsttitel kaufen? Wir machen es heute, wir bieten um die Stimmen einzelner Kardinäle. Im Spiel sind alle Kardinäle bestechlich, das Konklave wird von vorne bis hinten von uns manipuliert. Aber so war das wohl nur anno 1655. Heute sind wir Papst.
Und womit wird bestochen? Mit Edelsteinen, inflationssicher und viel knapper als Geld. Weil man mit Edelsteinen gut haushalten muss, macht es sich besonders gut, durch bestimmte Kartenkombis ein paar Bonusstimmen zu ergattern. Die gesammelten Stimmen werden ausgezählt, sobald im Kartenstapel gegen Ende weißer Rauch aufsteigt.
Ersteinschätzung: Ganz so leicht zugänglich ist das Kartenspiel nicht. Es geht mal wieder um viele unterschiedliche Karten und deren Abhängigkeiten voneinander. Aber man kommt rein, fühlt sich tatsächlich als Strippenzieher im Konklave und fiebert bei jeder Auktion mit. Bei welchen Karten steigt man wie hoch ein? Bietet man viele oder eher höherwertige Edelsteine? Und welche Konkurrenten werden ebenfalls einsteigen? Oder nimmt man doch die Camerlengo-Karte, um ein paar Edelsteine zurück zu bekommen?
Man kann auf mehreren Ebenen agieren. Gregor spielt konservativ, kümmert sich nur um Kardinäle, die direkt Stimmen bringen und für seine Auftragskarte wichtig sind. Politik- und Aktionskarten lässt er links liegen. In seinen Augen sorgen diese Karten nur für Tempoverlust. Zwar kann man mit den Aktionskarten mächtig ärgern, sie führen aber nicht zu mehr eigenen Stimmen. Man macht sich allerdings richtig unbeliebt. Uns passen gerade die Aktionskarten nicht so richtig zum eigentlich positiven Spielgefühl. Die bringen uns zuviel Glück und Unbill ins Spiel. Ob's auch ohne gegangen wäre?
Gewinner: Ich setze auf Ereigniskarten und „kloppe“ so manche Stimmkarte aus Gregors und Dieters Auslage. Den Sieg fährt trotzdem Gregor ein. Einfach nur Kardinals- und Louis-Karten zu sammeln zahlt sich eben doch aus, macht 23 Punkte für ihn. 19 Punkte gehen an Dieter, ich erziele für meine destruktive Spielweise nur 15 Punkte.
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Montag, 6. Juni 2011
Montag, 30. August 2010
+ Seidenstraße
Hanno und Wilfried Kuhn: Seidenstraße für 2 bis 5 Spieler, DDD Verlag 2009
Ich weiß immer noch nicht, ob mir die Schachtel gefällt. Und je länger ich mit meinem Urteil zögere, desto weniger gefällt mir das orientalische Gemälde auf dem Cover. Aber es soll ja um die inneren Werte gehen …
Drei Karawanen ziehen über die Seidenstraße, getrieben von uns Spielern, vorwärts gepeitscht durch gleiche Karten. Die 1er, 2er oder 3er-Karawane zieht vom Start ins Ziel. Unterwegs passiert so allerhand, wofür wir jedes Mal in der Regel nachschlagen müssen, was wirklich an diesem oder jenem Ort mit diesem oder jenem Symbol stattfindet. Nunja, irgendwann erreicht jede Karawane den zentralen Kreisverkehr, der eine Einbahnstraße ist, die die Karawane an passender Stelle in Richtung Zielort verlassen muss. Dort wird entschieden, welche Ware etwas wert ist, wer welchen Edelstein bekommt, die am Ende in Siegpunkte umgemünzt werden.
Ersteinschätzung: SEIDENSTRASSE bleibt abstrakt, schwebt irgendwo über dem Thema, ohne überhaupt den Geruch von Straße und Handel aufzunehmen. Die Routen schweben so auf dem Brett, dass keine harmonische Eintracht entsteht. Das Ganze funktioniert durchaus, es gibt auch etwas zu planen. Leider hält alle Planung nicht allzu lange, da jeder jede Karawane bewegen darf und sich dadurch schnell alles ändern kann. Da wird es schnell zum Glücksspiel, mit welcher Ware man an den Zielorten welche Edelsteine und damit Siegpunkte erzielen kann. Wobei die Warenkarten auch zum Antreiben benötigt werden. Mir ist die SEIDENSTRASSE so trocken wie die Wüsten, durch die sie führt. Ein Trost noch: Unter all den mir bekannten Spielen mit selbigem oder sehr ähnlichem Titel ist diese SEIDENSTRASSE noch das beste Spiel, aber vor „geht gar nicht“ liegt auch nur „geht so.“
Gewinner:
Wer verliert, wird ab sofort nicht mehr verraten und bleibt unter uns. Nur noch der Gewinner und die Siegpunkte bzw. Plätze werden genannt.
Ich gewinne ohne viel Ehrgeiz und ganz unerwarteten 26 Siegpunkte, u.a. weil ich unterwegs auf kleinen Basaren Handel getrieben habe. Lohnt sich doch, die „klaren“ Edelsteine zu sammlen. Die Punkte der anderen: 20, 14 und 11.
Drei Karawanen ziehen über die Seidenstraße, getrieben von uns Spielern, vorwärts gepeitscht durch gleiche Karten. Die 1er, 2er oder 3er-Karawane zieht vom Start ins Ziel. Unterwegs passiert so allerhand, wofür wir jedes Mal in der Regel nachschlagen müssen, was wirklich an diesem oder jenem Ort mit diesem oder jenem Symbol stattfindet. Nunja, irgendwann erreicht jede Karawane den zentralen Kreisverkehr, der eine Einbahnstraße ist, die die Karawane an passender Stelle in Richtung Zielort verlassen muss. Dort wird entschieden, welche Ware etwas wert ist, wer welchen Edelstein bekommt, die am Ende in Siegpunkte umgemünzt werden.
Gewinner:
Ich gewinne ohne viel Ehrgeiz und ganz unerwarteten 26 Siegpunkte, u.a. weil ich unterwegs auf kleinen Basaren Handel getrieben habe. Lohnt sich doch, die „klaren“ Edelsteine zu sammlen. Die Punkte der anderen: 20, 14 und 11.
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