Posts mit dem Label Alea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 8. Dezember 2020

Das 439. Montagsspielen mit The Castles of Tuscany und Space Taxi

So, das Schätzchen liegt auch bei uns auf dem Tisch. THE CASTLES OF TUSCANY hakt gleich, als wir zur ersten Wertung kommen. Wird der Punkteanzeiger auf der grünen Leiste zurückgesetzt, sobald wir die Punkte auf die rote Punkteleiste übertragen haben? Wo steht das denn in den Regeln? Und es kann doch nicht sein, dass wer anfangs viele Punkte macht, die dann auch noch bei beiden folgenden Wertungen ebenfalls absahnt. Doch, so ist das! Wir haben zur englischen Regel gegriffen, da steht es eindeutig drin, auch dass wir gar nicht im 17., sondern im 15. Jahrhundert spielen. Autsch! Was ist denn da passiert?

Donnerstag, 5. März 2020

Rezension: Las Vegas Royale von Alea/Ravensburger

Rüdiger Dorn: LAS VEGAS ROYALE für 2 – 5 Spieler mit Illustration von Antje und Claus Stephan bei Alea 2019, Spieldauer ca. 30 – 40 Minuten

Das Royal Warrant verspielt

Was ist schon royal? Nur die Royals sind royal. Und wir hier? Wissen wir doch gar nicht mehr so genau. Der Kaiser ist 1918 abgetreten. Adelstitel werden seitdem auch nicht mehr geführt, sind nur noch Nachnamen. Ein Prinz bei uns ist kein Prinz, er heißt nur noch so. William ist Prinz, aller Wahrscheinlichkeit nach wird er sogar mal Kronprinz. Harry ist auch Prinz und hat sich oft nicht so benommen. Und bei den Amerikanern? Ich frage nur deshalb, weil LAS VEGAS doch in Nevada (U.S.A.) liegt. Amerikaner pfiffen schon immer auf den Adel, haben sich im Unabhängigkeitskrieg vom Adel befreit. Und ausgerechnet LAS VEGAS wird jetzt royal, sogar mit „E“ so wie „Casino royale“. Das kann doch nur in die Hose gehen.

Natürlich habe ich auch VEGAS, das dann später zu LAS VEGAS mutierte. Das Spiel gehört selbstverständlich zum Kanon der besten Würfelspiele. Bereits seit 2012, als es auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres stand und gegen ein Spiel von Queen Games verloren hat. Mir fällt doch glatt dessen Name nicht ein. Kennen Sie das Spiel des Jahres 2012 noch? Das ist nur eine rhetorische Frage. Ich hoffe, Sie haben LAS VEGAS nicht vergessen.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Das 401. Montagsspielen mit Las Vegas Royale und wieder Flügelschlag



VEGAS habe ich tatsächlich noch ohne LAS zu Hause. Und die Erweiterung auch. Das Spiel ist schließlich grandios, zumal wenn man es mit den neutralen Würfeln spielt. Jeder hat zwei davon. Die grauen werden ganz normal wie alle anderen Würfel eingesetzt, zählen auf dem entsprechenden Casino wie eine weitere Spielerfarbe. Damit lässt sich vortrefflich ärgern.

Dienstag, 5. Juni 2018

Das 371. Montagsspielen nur mit The Rise of Queensdale



Kurzentschlossen starten wir am Montag mit den Abonnentenspielern Benjamin und Marcus THE RISE OF QUEENSDALE. Endlich liegt es auch auf unserem Tisch. Es ist ein richtig fetter Brocken. Natürlich schauen wir uns das Material nicht an, nur das nötigste wird heraus gesucht. Eben das, was uns das Blatt für die Spielvorbereitung und die noch wenig umfangreiche Regel vorgibt. Was wir allerdings sofort haben sind Platzprobleme. Unser Küchentisch ist eigentlich immer groß genug, aber wir müssen trotzdem was auslagern. Gut, alles Material brauchen wir nicht, aber wir können auch nicht alles auslegen. Gerade die Tableaus mit den Bauwerken müssen von Hand zu Hand wandern.

Dienstag, 5. April 2016

Das 301. Montagsspielen am 07.03.2016 (9/2016) mit Carcassonne - Star Wars Edition und Burgen von Burgund Kartenspiel


Ach, nee, doch nicht: MY VILLAGE hat für uns heute Abend zu viele Regeln. Lieber was Einfaches, was Bekanntes. Wir spielen gerne CARCASSONNE, warum also nicht noch die STAR WARS Edition?! Kennen wir … und mit den Würfeln kommen wir bestimmt auch klar. Wirklich?! Naja, das Spiel haben wir im Griff, nur nicht Glück oder Pech. Ist dann schon ziemlich unbefriedigend, wenn ein riesengroßes und deshalb sehr wertvolles Asteroidenfeld nach drei Würfelkämpfen mit viel Massel an mich geht. Wie viele Punkte waren das noch auf einen Schlag?! So 46 plus/minus ein paar Pünktchen. Das bringt mich uneinholbar in Führung. Unser Fazit deshalb: STAR WARS CARCASSONNE ist nur was für Fans … aber nur von Star Wars.
Ein kleines Asteroidenfeld.

Donnerstag, 23. Juli 2015

+ Broom Service von Alea „geht gut“

Andreas Pelikan und Alexander Pfister: BROOM SERVICE für 2-5 Personen mit Illustrationen von Vincent Dutrait bei Alea/Ravensburger 2015

Wir schließen die letzte Testlücke. Alle für den roten und grauen Pöppel nominierten Kandidaten landeten schon auf Wolfgangs Küchentisch. Bis auf BROOM SERVICE. Das Spiel, in dem wir in die Rolle von Sammlern, Druiden und Hexen schlüpfen, Zaubertränke herstellen und an Kunden in Türmen ausliefern. Dafür erhalten die Zusteller Siegpunkte. In der Grundversion, auf der diese Ersteinschätzung beruht, gibt es außerdem noch viele Siegpunkte für gesammelte Wolken-Blitze. Mit Ereigniskarten, je eine wird pro Runde aufgedeckt, kann ebenfalls noch der ein oder andere Punkt gemacht werden. Wer nach sieben Runden auf der Siegpunkteleiste die Hexennase vorn hat, gewinnt BROOM SERVICE.

Dienstag, 21. Juli 2015

Das 274. Montagsspielen am 22.06.2015 (16/2015) mit Broom Service und Loony Quest


Noch ein Pflichtspiele-Abend, bevor wir das Ende des Jahrgangs überhaupt einläuten dürften. Also denn: BROOM SERVICE ist ein verschärftes, aufgebohrtes WIE VERHEXT. Muss also mehr dran sein, weil es jetzt zum grauen Spiel des Jahres nominiert … und mittlerweile tatsächlich das erkorene Spiel ist. Meine Erinnerungen an WIE VERHEXT sind schon etwas blass. Ist ja auch schon sieben Jährchen her, dass wir es beim Montagsspielen gespielt haben. Eben nachgelesen: Mir hat WIE VERHEXT damals gefallen, es gab aber auch eine kritische Stimme. Wie es heute ankommt, verrät demnächst Astrids Ersteindruck.

Zur Abrundung malen wir heute auf durchsichtige Folien. LOONY QUEST ist auch ein Pflichtspiel, steht es doch auf der Empfehlungsliste für den roten Pöppel. Malen bedeutet hier allerding nicht wirklich malen, sondern nur das Ziehen von Verbindungslinien zwischen bestimmten Plus- und Minuspunkten.

Das wäre banal, wenn wir die Vorlage unterlegen dürften und so schlafwandlerisch sicher die Linien passgenau aufs Spielfeld eintragen könnten. Wir zeichnen ohne Vorlage, dazu noch unter Zeitdruck und manchmal auch mit Handicap. Wird es uns gelingen, die Linie trotzdem passgenau einzuzeichnen? Ohne Minuspunkte zu kassieren? Das zeigt sich, oder auch, nicht erst dann, wenn jeder seine Folie auf die Vorlage legt. Hagelt es dann Plus- oder Minuspunkte? Weder noch?

Mmh – und im Westfälischen steht Mmh je nach Aussprache für sehr unterschiedliche, aber meistens skeptische Zustimmung. Mmh, machen wir alle zu LOONY QUEST. Kann man ja mal spielen, aber nicht mit denselben Mitspieler nochmal. LOONY QUEST ist ein Einmal-Spiel. Hat durchaus Spaß gemacht – mmh. Aber nochmal, jetzt?! Mmmmmh … Und wer hat gewonnen? Mmh …

Im Übrigen ist nur die Seite echt, in der das Logo auf den Bildern zum Logo oben auf der Seite passt. Alle anderen Seiten haben sämtlichen Inhalt von meiner Seite gestohlen.

Dienstag, 16. Juli 2013

+ Bora Bora von Alea

Stefan Feld: BORA BORA für 2 bis 4 Personen bei Alea 2013 mit Illustrationen von Alexander Jung

Ich hab’ da echt ein Problem. Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich Ihnen BORA BORA näher bringen soll. Ich krieg’s nicht so recht gepackt: Was geht wie? BORA BORA läuft zwar nur über sechs Runden à drei Phasen, aber ich stehe davor wie der bekannte Ochs vorm Berge. Ich hab’ die Details ja in etwa drauf, aber es sind deren so viele, so Unmengen, dass ich gar nicht so genau weiß, wo anfangen.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Rezension: Die Burgen von Burgund

Stefan Feld: DIE BURGEN VON BURGUND für 2 - 4 Personen, Alea Spiele 2010

Thema
Burgen? Ja, wenn auch wenige. Burgund? Eher nicht, außer es gäbe dort viele Grüntöne und Gelb wäre dort Hellgrün. Es ist ein Entwicklungsspiel, bei dem es ums perfekte Zusammenspiel verschiedenster Sechsecke geht. Das Thema ist dabei eigentlich nebensächlich, Hauptsache es klingt gut. Auch international.

Optik
Welches Rot kommt aus Burgund? Und welches Grün? Die Schachtel ist in ihrer Farbgestaltung kräftig, alles andere eher schwach. Die Pastelltöne vom Spielmaterial drängen sich nicht gerade in den Vordergrund. Wie sollen sie auch, wenn die ganze Farbe schon für die Schachtel draufgegangen ist. Ist aber eigentlich auch gar nicht nötig, so bleibt es übersichtlich.

Mechanik
Stopp! Bevor das Spiel los geht und ganz am Ende muss hart gearbeitet werden. Beim Aufbauen und beim Abräumen, immer wird sortiert. Auch während des Spiels, der Spaß macht Arbeit. Und was man alles wissen sollte: DIE BURGEN VON BURGUND ist komplex, was die Wirkungen der Sechsecke und der ausgewählten Aktionen angeht. Und was was bewirkt, was Kettenreaktionen auslöst oder einfach gut miteinander harmoniert, sollte man wissen. Noch mehr Details? Klar, das Spiel ist von Stefan Feld und damit ein ganz besonderer Leckerbissen, manchmal auch eine Qual. Upps, jetzt bin ich ja schon beim ...

Fazit
Wer nicht geübt ist, wird so manche Stunde spielen. DIE BURGEN VON BURGUND dauert, man kann so viel bedenken. Muss man auch. Das wird dem Einen oder Anderen zu anstrengend … bei der Spieldauer dann sowieso. Aber es kann auch herausfordernd sein. Es ist eine Frage des eigenen Anspruchs, ob man wirklich alles bis ins letzte Detail durchrechnet.
Baut man Gebäude und pflastert mit Kettenreaktionen ruckzuck seine Landschaft zu? Setzt man auf Seefahrt, um Geld zu scheffeln und Startspieler zu bleiben? Oder sammelt man Haustiere, die sofort und nicht nur mittelbar Punkte bringen? Apropos Punkte: Es gibt inflationär viele Punkte – so etwas schult die Addition ungemein.

Ranking
Unter Vielspielern rangiert DIE BURGEN VON BURGUND ganz oben, es liegt ziemlich genau auf deren Wellenlänge. Für alle anderen wird es wegen der vielen Rechnerei und des umständlichen Handlings, der komplexen Wechselwirkungen eher ein Einmal-Spiel bleiben. Man spielt es einmal und dann nie wieder. Der Jury ist es immerhin eine Empfehlung wert. Auf meiner Postkarte an den Deutschen Spielepreis ist für DIE BURGEN VON BURGUND die letzte Zeile reserviert. Wäre es weniger Arbeit, weniger zeitaufwändig, wäre es mir eine Zeile viel weiter oben wert.

Mittwoch, 16. März 2011

+ Die Burgen von Burgund

Stefan Feld: DIE BURGEN VON BURGUND für 2 - 4 Personen, Alea 2011

„Das ist ja wie DIE SIEDLER,“ nur mit kleineren Sechsecken. Selbst zwei Würfel sind dabei … Es ist aber doch anders, denn es ist nicht vom lieben Klaus Catan, sondern vom größten Spielequäler Stefan Feld.
Die beiden Würfel sind jeder für sich für Vielerlei gut. Um gewisse Sechsecke zu erhalten, um Sechsecke auf gewissen Feldern im eigenen Fürstentum einzupassen, um an Würfelmodifikatoren zu kommen, um Waren zu verkaufen. Das ist erstmal unübersichtlich, man darf allerdings trotz dieser vielen Möglichkeiten das Siegpunktemachen nicht vernachlässigen. Es gibt direkte Siegpunkte und mittelbare Siegpunkte. An die kommt man durch bestimmte Kombinationen von Sechsecken, die am Ende gar nicht wenige Siegpunkte generieren. Man muss darauf hinspielen, um diese Kombinationen im eigenen Fürstentum unterzubringen. Da sind aber, wenn sie denn aufpassen und nicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, die lieben Mitspieler vor.
Ersteinschätzung: Der Spielplan, die Tableaus für die Fürstentümer, beides ist erstmal farblos, nur die Schachtel ist knallig. So kräftig die Farbe der Schachtel, so wenig Farbe ist da wohl für den Rest übrig geblieben. Aber davon lässt sich kein echter Spieler beirren.
DIE BURGEN VON BURGUND erfordern volle Konzentration über die gesamte Spieldauer. Zu schnell ist die eine oder andere Option übersehen. Was ist gut für mich, womit kann ich die anderen stören? Also nochmals: Vollste Konzentration. Und was bedeutet das, falls ein Grübler mitspielt? Es dauert … und dauert, bis man wieder an die Reihe kommt. Gut, dann denkt man also selbst, während der Grübler denkt, und muss doch wieder neu denken. Macht aber fast nix, denn bei DIE BURGEN VON BURGUND macht das Denken an sich schon Spaß.
Zu Dritt brauchen wir dank Gregor nur 2,5 h für diese Partie, ohne die Regelerklärung. Die lange Spieldauer will ich überhaupt nicht dem Spiel vorwerfen, man muss sich nur klar sein, dass DIE BURGEN VON BURGUND das Denken fordert und fördert. Und die Spielzeit ist jedenfalls mir nicht lang vor-, nur ist mir dann doch irgendwann die Konzentration abhanden gekommen.
Gewinner: Ich spiele auf direkte Siegpunkte: Komplettiere als erster einzelne Gebiete in meinem Fürstentum, verkaufe regelmäßig Waren. Gregor setzt konsequent auf Gebäude und verschafft sich darüber zusätzliche Züge und Aktionen. Er platziert Rathäuser und dadurch die Schreinerei in seinem Fürstentum, bekommt dafür weitere Gebäude vom Spielplan. Seine Kettenzüge sind beeindruckend, führen zwar während der Partie nicht unmittelbar zu Siegpunkten, aber – wie erwähnt – zu größeren Denkpausen. Gegen Ende … meine Fresse … da holt Gregor über die hellgrünen (eigentlich gelben) und mittelgrünen (eigentlich hellgrünen) Plättchen mächtig auf. Er legt einen beeindruckenden Sieg hin – ein Hoch auf unseren Denker! Gegen seine 215 Punkte kommen wir mit unseren 201 und 185 Punkten nicht an. Was für ein Glück, dass Gregors Sieg dann doch nicht wirklich zählt. Wir haben DIE BURGEN VON BURGUND nicht ganz fehlerfrei gespielt. Erstens dürfen in jedem Stadtgebiet nur verschiedene Gebäude errichtet werden. Zweitens müssen gleiche Tierarten nur in derselben Weide liegen und nicht unbedingt direkt nebeneinander, um jedes Mal zu punkten. Nur Marginalien …

Montag, 20. April 2009

+ Alea iacta est

ALEA IACTA EST von Alea:
Der Titel verrät es schon. Es ist ein Würfelspiel, thematisch im alten Rom angesiedelt. Deshalb spielt auch eine Latrine mit. Was muss muss! In der Latrine landen alle Würfel, die es nicht geschafft haben. Derjenige, dessen Würfel es nicht auf dem Tableau mit den Patriziern gehalten hat, kommt so immerhin an einen Bonuschip. Einmal eingesetzt ist der Latrinenchip zwar futsch, aber man darf neu würfeln. Das kann helfen, um die Würfel gezielt bei den anderen beiden Gebäuden unterzubringen. Dort gibt es die Provinzen, die man mit den Patrizier – je einen Mann und eine Frau – bevölkern sollte. Oder so SPQR-Kärtchen, die am Schluss Boni bringen. Ein Durchgang dauert immer so lange, bis ein Spieler seinen letzten Würfel eingesetzt hat. 6 Durchgänge und es ist – im Dreipersonenspiel – Schluss.
Ersteinschätzung: ALEA IACTA EST spielt sich durchs Knie ins Hirn. Man kann mit jedem Wurf fast immer etwas anfangen. Ob es allerdings für eine Provinz, einen Patrizier oder den SPQR-Bonus reicht, weiß man nicht. Denn die Später-Würfler können nachlegen. Man wird sich wohl auf ein oder zwei Tableaus beschränken. ALEA IACTA EST ist nicht mal schlecht, aber Zockerfeeling kommt nicht auf. Eher schon grübelt man darüber, wo man die besten Chancen hat, ob es sich lohnt noch irgendwo anders mit einem „kleinen“ Wurf einzusteigen und wer einem in die Quere kommen kann. Das passt nicht so ganz zu einen Würfelspiel.
Gewinner: Bei mir passt es. Ich komme erstens an die wertvollsten Provinzen, dazu sogar auch noch an die passenden und wertvollsten Patrizier. Das läuft rund, vielleicht weil ich nur einen Würfel in die Latrine schicken muss. Ich gewinne mit 39 Punkten ganz knapp vor Herbert. Der würfelt auf Masse, reißt sich so oft wie möglich Patrizier und Provinzen unter den Nagel. Kurz vor Schluss schnappt er mir noch eine wirklich lukrative Provinz vor der Nase weg. Sonst wäre mein Sieg richtig grandios geworden. Aber Herbert hat das im Blick, kommt auf 38 Punkte. Rainer ist mit 34 Punkten nah dran. Ob es immer so knappe Ergebnisse gibt?

Samstag, 23. September 2006

+ Augsburg 1520

Das Spiel, das mich nicht mag

Dann ist ja alles klar. Soll sich dieses junge Ding man ja nicht einbilden, dass es das einzige Spiel sei. Nur weil es aus guter Familie ist, meint es wohl, sich seine Verehrer aussuchen zu können. Wenn es mich als Verehrer nicht will, dann eben nicht. Legen Sie wert auf gute Abstammung? Ist mir doch so was von egal. Wer mich nicht mag, den mag ich auch nicht. So!!! Schuld? ... trage ich keine. Was habe ich nicht alles angestellt?! Alles probiert, immer wieder. Am liebsten würde ich es gleich nochmal spielen, hier und jetzt und mit Ihnen. Was soll ich denn machen? In meinen Spielkreisen kam es nicht wirklich an. Aber okay, ich gebe dem Spiel noch eine Chance. Ich würde sogar meine Mitspieler austauschen: Weg mit den gesättigten Vielspielern, weg mit den unbedarften Familienspielern. Weg mit meinem kommunikativen Damenkränzchen. Sind Sie jetzt mein Mitspieler oder nicht!? Sie sind also definitiv männlich und Ihr Verlangen nach jungen ... Spielen ist ungebrochen?


Nicht nur die Vielspieler stören sich am Aufbau, an dem ganzen Brimborium am Anfang. Hier ein Stäpelchen mit diesen Plättchen, dort ein Stapel mit soundsoviel Plättchen für soundsoviel Mitspieler. Und hier eine Sorte Karten, da noch eine andere. Und was liegt dann alles auf dem Spieltisch? Ein Spielplan mit Wertungsleiste, für jeden ein Spielertableau zur Plättchenablage, Stapel hier und Stapel dort. Für Familienspieler bedarf es schon eines gewissen missionarischen Eifers, Profispielern ist das alles doch zu umständlich ... für ein Versteigerungsspiel.


Die Versteigerung ist eigentlich nicht unpfiffig. Die Karten, mit denen man um die Gunst von fünf Adligen pokert, muss man erst kaufen. Geld ist knapp, und wertvolle weil hochwertige Karten sind teuer. Und bekommt man die überhaupt auf die Hand? Nur wenn man sich bestimmte Ämter verschafft und behält, kann man unter einer größeren Kartenzahl wählen. Aber Ämter sind eben nicht alles. Wie so oft sind Ämter und Geld nur das Mittel zum Zweck. In Augsburg spielen ganz andere Dinge eine Rolle, und das sind Titel. Aufstieg äußerte sich damals nicht nur in Geld, sondern maß sich an Adelstiteln – Freiherr, Graf, Fürst. Haben es die Fugger eigentlich so weit gebracht? Adelstitel gleich Siegpunkte, so einfach ist die Formel zum Sieg.


Wenn da nicht das ganze Drumherum wäre. Mit den erkauften Karten muss man erst um Privilegien steigern. Nur wer die wertvollsten oder meisten Karten einem der fünf Fürsten anbieten kann, kommt an Ämter, Einkommen und Adelstitel. Also wird geboten ... oder gepokert. Wer eine hohe passende Karte hat, bietet nur eine Karte. Da spielt die nicht unbegründete Hoffnung eine Rolle, dass alle das Gebot halten und auch genau eine Karte bieten. Niemand wird gezwungen zu überbieten. Die Höhe der Karte zählt. Dumm nur, wenn einer mit seiner einen kleinen Karte das Tor zum „Halten“ ganz weit öffnet. In Augsburg gilt: Wer hinten sitzt, hat mehr vom Pokern. Wer kleine Karten in ausreichender Menge auf der Hand hat, wird das Erstgebot mit Masse – mehr Karten - überbieten. Das muss man, schließlich wird man mit kleinen Karten in der Regel nix. Überhaupt sollte man mitbieten, denn als unterlegener Zweit- und Drittbieter erhält man mit 100 bzw. 50 Gulden aus der Kasse. Diese paar Mäuse sind ein nicht zu verachtendes Zubrot.


Vier von fünf Adligen ist eine Kartenfarbe zugeordnet, nur für Maximilian gelten alle Farben. Wer in den ersten vier Auktionen nicht zum Zuge gekommen ist, kann mit dem wenig wählerischen Maximilian noch sein Glück machen. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt auch schon vier der fünf Privilegienkarten an die Mitspieler verteilt. Wer bei Philipp – dem ersten der Reihe – am besten um seine Gunst pokert, hat die große Auswahl. Also was tun? Karten von Philipp bunkern? Ich würde mein Geld nur in hochwertige Karten gleich welcher Farbe stecken, damit ich nicht bei allen Auktionen leer ausgehe. Oder in teure Joker, damit lässt sich flexibel die Kartenanzahl steigern und ebenso flexibel ein Konkurs herbei führen. Und selbst wer häufig in den Bietrunden leer ausgeht, steht zumindest in den nächsten Runden mit immer mehr Karten da. Da sollte es doch gelingen, an mindestens eine Privilegienkarte zu kommen. Zwei der drei Privilegien pro Karte darf man nutzen: Ämter, Faktoreien, Titel oder manchmal auch nur Bargeld.


Ohne Geldnachschub läuft bei AUGSBURG 1520 fast nichts, man muss auch auf Faktoreien und damit auf mehr Einkommen setzen. Ganz einfach aus dem Grund, dass man auf jeden Fall zweimal seine Gottesfurcht beweisen muss, und die war damals teuer. In die Wertungsleiste sind Barrieren eingebaut. Über 25 Punkte hilft nur eine Kirche, über 45 Punkte nur ein Dom hinweg. Selbst wenn man viele Siegpunkte aufgrund von Adelstiteln macht, so bleibt einem der Zutritt zu höheren Weihen verwehrt. Natürlich ist es für den ersten Kirchen- bzw. Domstifter besonders teuer. Der Preis fällt jedoch nach jedem Neubau. Das passt prima ins Spiel und sorgt dafür, dass es eben nicht ein Windhundrennen um die begehrten Adelstitel geben müsste. Gibt es aber doch, weil irgendwann im Spiel einer die Hatz auf die Titel eröffnet. Besonders die Adelsbriefe und Wappen sind lukrativ, denn wer hier zuerst zuschlägt, erhält Runde für Runde die höheren Punkte. Vorausgesetzt Kirche und später der Dom stehen rechtzeitig. Natürlich muss man für ein Wappen einen gräflichen und für den Adelsbrief einen fürstlichen Titel vorweisen ... den man auch den anderen wieder wegschnappen kann und muss.


Aber bitteschön immer aufs eigene Portemonnaie achten. Es haben sich schon viele vollständig bei der Jagd auf Titel verausgabt, ganz einfach, weil sie noch nicht die nötige finanzielle Potenz hatten. Es fehlte einfach an Kohle für die darauf folgenden Kartenkäufe und die beiden Bauprojekte Kirche und Dom. Runde um Runde guckt man dann in die Röhre. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für die Jagd auf Titel und damit Siegpunkte? Wenn man sich mit Gulden vollgesogen hat, sind die anderen längst auf und davon. Sollte man einen Frühstart riskieren, nur um schon weit vor der Zielgerade abgefangen zu werden? Wer mit Siegpunkten davon zieht, wird sicherlich ganz schnell herausragende Ämter und Titel verlieren. Zwischen diesen Polen zu lavieren, erfordert Pokerface, Planung und ein gewisses Maß an Zurückhaltung. Aus irgendeinem Fernsehfilm über einen Geldgeber, der von seinem adligen Schuldner letztlich zugrunde gerichtet worden ist, habe ich das Motto für dieses Spiel: Umkreise den Weinberg, aber betrete ihn nie. So ähnlich ist das mit der vermeintlichen Siegposition. AUGUSBURG 1520 spielt sich am besten aus der Hinterhand, aber es ist so verdammt schwierig, den richtigen Zeitpunkt fürs eigene Vorpreschen einzuschätzen. Zumal einem da schon längst einer zuvor gekommen sein könnte. Deshalb ist viel Frust im Spiel, auch weil nur und ausschließlich die anderen immer so lange überlegen müssen.


Natürlich habe ich diesem Spiel mein Herz geöffnet, ganz ohne Ansehen von Gestalt, Thema und Autor. Wegen des anspruchsvollen Spielgeschehens und der stimmigen Geschichte. Das bin ich dem Verlag schuldig. Ein Spiel von Alea darf kein Vielspieler ignorieren, denn was wäre die Welt der Spiele ohne Alea? Daraus erwächst Verpflichtung ... für beide Seiten. Aber kann sich ein Verlag jedes Jahr selbst übertreffen? Muss Alea das leisten?


Ich hab' sogar die längliche Regel vorab durchgeackert und mehrfach gelesen. Die vielen Details und einige verschlungene Formulierungen haben mir reichlich Mühe abverlangt. Deshalb war sie gleich da, eine erste Ahnung dunkler Wolken. Die Regel ist wie ein Barometer: wichtig für den ersten Eindruck und erste Tendenzen. Der Start in diese Beziehung wird nicht einfach, zumal auch viel, sehr viel von den Mitspielern abhängt. Aber ich habe gekämpft und mich gut vorbereitet, damit meinen Mitspielern die Zeit fürs Regelerklären nicht zu lang wurde. Für alle Wissbegierigen steht am Schluss der Regel nochmal eine Doppelseite mit speziellen Regeln und Hinweisen. Spätestens an dieser Stelle waren die dunklen Wolken nicht mehr nur eine Ahnung.


Ich hab' Stimmung für das Spiel gemacht, an das Gewissen der Vielspieler appelliert. An mir hat es nicht gelegen. Aber wie soll ich auch meine Normalspieler und vor allem -spielerinnen mit diesen Argumenten für ein Spiel begeistern? Für diese Runden zählt nur eines: Ist das Spiel gut oder nicht? Ist es einfach zugänglich oder nicht? Kommt gleich Spannung auf oder nicht? Vielleicht hätte AUGSBURG 1520 eine Chance, wenn man sich in einer lange Ehe aneinander gewöhnt. Heutzutage sind die schnellen Verführer ganz hoch im Kurs ... all die Spiele, die einem genau die Mühe abverlangen, die man mühelos aufbringen kann. Die große Liebe, die auf den ersten Blick funktioniert.

Wolfgang Friebe


AUGSBURG 1520 von Karsten Hartwig für 2-5 Personen, Alea/Ravensburger 2006


Zuerst veröffentlicht in der Fairplay