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Mittwoch, 4. April 2018

Das 367. Montagsspielen mit Race to the New Found Land und Codenames Duett



Es ist neu, und es ist von Hans im Glück. Und es ist von Martin Kallenborn und Jochen Scherer. Von wem? Die beiden waren schon mal bei Hans im Glück aktiv. Über ihr HELIOS gibt’s nicht viel zu sagen, es ist sang- und klanglos untergegangen. Ob's jetzt besser wird? Müsste, denn keiner – auch Hans im Glück nicht, beißt zwei Mal in denselben sauren Apfel.

Das Wettrennen nach Neufundland ist eigentlich ein abstraktes. Die Schiffe fahren nur auf der Punkteleiste und dann auch noch von Nordwesten nach Südosten. Was für ein Quatsch. Und Fahnen oben an den Masten wehen selbstverständlich in eine andere Richtung, als die Segel gebauscht sind. Ja, ja, ich weiß, oben weht anderer Wind als unten in die Segel.

Dienstag, 4. Juni 2013

Rezension: Tzolk'in im Vertrieb von Heidelberger

Simone Luciani und Daniele Tascini: TZOLK'IN für 2 bis 4 Personen mit Grafik von Milan Vavroň bei Czech Games Edition (CGE) 2012, Vertrieb Heidelberger

Thema: Ob's wirklich so klar war, dass die Erde nicht untergeht. Macht sich auf jeden Fall gut, mit dem Maya-Kalender und dessen Zeitenende zu spielen … auch wenn es nur Staffage für ein Worker-Placement-Spiel ist. Immerhin: die Worker fahren Karussell auf den fünf Zahnrädern, die sich um ein zentrales Zahnrad drehen.


Optik: Die Zahnräder dominieren die Optik. Ansonsten ist das Spielbrett glänzend bunt, die Schachtel ist da viel zurückhaltender. Nur der Glasschädel auf dem Cover?! Ich weiß ja nicht …
Außerdem musste ich das zentrale Zahnrad erst noch mit heißem Wasser übergießen, damit es sich ganz entspannt plan legt und die Zahnräder gut ineinandergreifen. Erst nach dieser Prozedur lief das Spiel wirklich rund.
Mechanik: TZOLK'IN folgt dem Entweder-Oder-Prinzip. Entweder ich setze Arbeiter gegen Bezahlung auf den Zahnrädern ein oder ich nehme welche herunter. Natürlich ist es lukrativ, Arbeiter auf den Zahnradkarussells länger mitfahren zu lassen, weil sie dann mehr Punkte/Ertrag/Möglichkeiten bringen. Nur leider erlebt man dann, oft genug dass ein Mitspieler zugreift, bevor man selbst wieder an die Reihe kommt. Das sorgt für gewissen Druck, ständige Entscheidungen sind gefragt. Gut, ab und an lehne ich mich auch zurück. Ich weiß, aktuell und die nächsten zwei, drei Runden kann mir da keiner in die Suppe spucken.
Und wie das bei Spielen mit italienischen Autoren so ist: Optionen gibt's reichlich. Als Neuling fühlt man sich den (zu)vielen Möglichkeiten ausgeliefert. Es gibt aber durchaus klare Wege, um direkt an Siegpunkte zu kommen. Lassen Sie sich aber nur nicht daran hindern, ab und zu einen Umweg zu nehmen. Bei TZOLK'IN lässt sich tatsächlich auf vielerlei Wegen der Sieg erreichen.
Fazit: Ich hege durchaus gewisse Vorbehalte gegen Spiele italienischer Autoren. TZOLK'IN ist aber zum Glück bei einem tschechischen und nicht einem italienischen Verlag erschienen. Die haben eine gute Nase für sehr gute Spiele. Ob Czech Games Edition das Spiel soweit geglättet, überflüssige Schnörkel abgehobelt haben, dass TZOLK'IN ein richtig gutes Spiel geworden ist? An versteckten Ecken finden sich auch noch ein paar unnötige Schnörkel, aber damit kann ich gut leben. Eine Vorliebe für komplexe Spiele sollte aber bestehen. Auf Neuspielerdeutsch: TZOLK'IN ist ein Vielspielerspiel, ein Spiel für Spieler mit viel Spielerfahrung.
Listenfaktor: Beim „Deutschen Spiele Preis“ bestimmt ganz vorne, wenn es nicht sogar zum Sieg reicht. Und bei der grauen Jury? Da hat es tatsächlich zu einer Empfehlung neben TERRA MYSTICA gereicht. Das haben wir sicher dem Juror Udo Bartsch zu verdanken, der TZOLK'IN bestimmt nominiert hätte. In seinem Blog hat er TZOLK'IN mächtig gepusht und auf der Klausursitzung der Jury bestimmt seinen Mitjuroren schmackhaft gemacht. Oder hat er es nur auf die Empfehlungsliste durchdrücken können, damit die Restjuroren sich weder mit ihm noch mit TZOLK'IN auseinandersetzen müssen? Jau Udo, lass gut sein ...