Dienstag, 30. Oktober 2018

Rezension: Paper Tales von Frosted Games

Masato Uesugi: PAPER TALES für 2-5 Personen mit Illustrationen von Christine Alcouffe bei Forsted Games 2018 im Vertrieb bei Pegasus 2018, angegebene Spieldauer 30-45 Minuten

Wie? Schon vorbei? Tatsächlich … das Spiel geht nur über vier Runden. Da muss man keine langfristigen Strategien fahren, sich nix aufbauen. Oder doch?! Allerdings ist alles knapp: Geld und Rohstoffe und überhaupt. Besser man bewegt sich innerhalb des Systems, baut sein Reich auf Kampfkraft. Ist offensichtlich so gewollt, denn wer stärker als seine Nachbarn ist, kann pro Runde bis zu sechs Punkte und vielleicht noch ein paar Boni abgreifen. Das lohnt und bringt in der Kürze der Zeit den besten Siegpunktertrag pro Spielrunde. Alles andere … ist aufwendig und nur was für Profis, die die Kartenkombis gut kennen und dann noch das Glück haben, im richtigen Moment an die passenden Karten zu kommen. Aber warum der Aufwand? Mit Haudrauf und Schluss wird alles gut. Sehr oft.

Und worum geht’s? Per Kartendraft baut man sich ein Königreich auf, legt zwei Karten vorne und zwei Karten hinten ab. Vorne die Kämpfer, hinten die anderen Gestalten … Welche Karten nimmt man? Billige Kämpfer natürlich … denn jede Karte muss bezahlt werden. Und da ist nie so viel drin, denn wer auf Geld- und Rohstofferträge setzt, braucht zu lange, um eine schlagkräftige und mächtige, weil teure Truppe mittels Kartenkombos aufzubauen.


Oder klappt es auch ohne Kämpfer, den Sieg einzufahren? Ich hab’s mehrfach und vorsätzlich probiert. Ich wurde zur leichten Beute … und mit meinen Kartenkombis hatte ich keine Chance, das Spiel am Ende noch zu drehen. Immer abgeschlagen, immer Loser, nur ein einziges Mal hatte ich den Hauch einer Chance und habe mich bis auf zwei Punkte an den Führenden heran gekämpft. Ich war PAPER TALES Veteran und habe gegen zwei Frischlinge verloren, die das Spiel ganz gradlinig runter gespielt haben. Was sagt mir das?


Alles nur Glück! Mir sagt es definitiv: Bleib im System, es nützt nix, sich die besten Pläne zu überlegen, Gehirnschmalz in Kartenkombis zu investieren. Das System unterstützt das nicht hinreichend. In nur vier Runden klappt das nicht. Oder war nur der blöde Zufall im Spiel? Was ich machen muss: Schnellstmöglich ein Gebäude der Stufe 2 errichten. Das ist irgendwie Pflicht, denn damit dürfen dann drei statt zwei Kämpfer in die erste Reihe der Auslage. Mehr Karten, mehr Optionen, heißt auf Deutsch: Der Teufel scheißt auf den dicksten Haufen.


Uuuuh, genug gestöhnt! Mein Verhältnis zu PAPER TALES ist ambivalent. Ich will endlich mal ohne Kämpfer gewinnen! Ich will das Spiel mehr mögen! Ich muss gewinnen! Sie wissen, wie’s geht. Kämpfer an die Front, ein Haus auf Stufe zwei gebaut … und der Sack wird zu gemacht. Soll ich jetzt PAPER TALES ablegen? Eigentlich gefällt es mir gut, sieht optisch wunderbar aus, aber auf Dauer ist es mir selbst für die halbe Stunde zu eindimensional. Aber mitspielen würde ich doch und wieder versuchen, nicht zu verlieren …

3 geht

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