Mittwoch, 2. Mai 2018

Rezension: Captain Sonar von Pegasus

Ene Besuch im U-Boot...

Kurs Nord! Ok! … Maschinist?! Maaschinist!!! Äh, ok. Ich merke, wie dem Kapitän der Kamm schwillt. So kann das ja nix werden. Im U-Boot muss alles laufen, alles funktionieren. Keine dummen Nachfragen, kein Verpennen der Befehlsketten. Nochmal: Nord! Ok vom 1. Offizier, okay … vom Maschinisten. Nord! Wir fahren also geradeaus weiter nach oben. Da ist uns wohl keine Insel im Weg. Ich halte meine Lauscher auf, wohin fährt das andere U-Boot. West, West, Nord und was war das gerade? Sind die schneller als wir?!

Was hat deren Kapitän gesagt??? Verdammt … ich muss nach drüben, auf die anderes Tischseite lauschen und nicht auf die Befehle im eigenen Boot achten. Ost! Wieder ein o.k. … Drohne klar! O.k und Sektor N wieder zurück gesetzt. Das ist ja mal clever. Mit diesem Kurs hat der Kapitän gerade unser Schiff wieder flott gemacht. Geht auch anders. Hab' ich auch schon erlebt. Völlig verfranzt hat er sich, zwischen den Inseln ausmanövriert … der Anfänger! Damals mussten wir auftauchen... Moment, ich muss wieder drüben lauschen … eigentlich habe ich gar keine Zeit, hier zu quatschen.


Was hat die Flasche drüben gesagt? Nord? Schnell den Strich nach Norden weiter gezogen. Auf meiner Folie erscheint jetzt der Kurs. Aus wie vielen Strichen? Bin ich noch auf Kurs? Wenn ich als Funker nicht permanent am Ball bleibe, geht uns deren Position verloren. Das DARF nicht passieren! Ah … mein Kapitän lässt die Drohne starten … Sektor Eins wird durchsucht, wenn die immer nach Norden und Westen fahren, werden die bestimmt in einem der drei nördlichen Sektoren ankommen. Anfänger starten nämlich oft im zentralen Sektor Nr. 5. Was?! Fehlanzeige … Verdammt. Muss mal die Folie mit den Kursstrichen über die Landkarte schieben und den Kurs zwischen den Inseln einpassen. Weiter lauschen, Kurs aufzeichnen … Und irgendwann wissen wir, wo ihr seid. Dann kommt der Torpedo. Hauptsache der 1. Offizier hat den dann einsatzklar, und im Maschinenraum gibt es keinen Schaden im Waffensystem.


Weiter … wir spielen in Echtzeit … in unserem Boot wird kommandiert und ausgeführt, da drüben auch. Wo stecken die bloß? Bald habe ich den kompletten Kurs … Was macht denn der andere Kapitän da, der dreht ja in die falsche Richtung ab. Hähähäää, da muss er aber bald auftauchen. Ist wie bei dem Schlangenspiel auf dem Handy. Wird die Schlange länger, ist bald kein Platz mehr, und wenn deren U-Boot den eigenen Kurs kreuzen muss, dann kommt's: Die tauchen in Sektor 4 auf – links in der Mitte der Seekarte. Sind wir da? Nee, nicht ganz, aber die anderen müssen reparieren, jeden ihrer Sektoren mit 'nem Filzer umkreisen, pro Sektor ein Mannschaftsmitglied und auch noch abzeichnen. Das kostet die aber viel Zeit, in der sie aufgetaucht dumm rumstehen. Derweil fahren wir im Eiltempo dorthin.


Oh, doch nicht … Verdorri... uns hat es einen Sektor zerlegt, unser Boot nimmt einen Schadenspunkt. So ein Systemschaden haut rein! Schaffen wir es noch, bevor die anderen abtauchen und verschwinden? Los, los, los … wir spielen doch in Echtzeit! Das muss laufen, das muss klappen. Taaauucheen! Boah, die sind gleich wieder unter Wasser …

Und dann ist es passiert! Kabummmmmm!!! Torpedotreffer auf unser Feld: 2 Schadenspunkte. Wir waren so nah dran, so nah! Haben die uns in eine Falle gelockt? Egal, wir sind noch nicht raus. Erst, wenn wir den vierten Schaden nehmen. Solange bleiben wir auf Tauchfahrt. Wir werden euch finden! Mit mehr Übung und besserem Zusammenspiel schaffen wir das. Wir sind jetzt eine eingespielte Mannschaft. Wir bleiben zusammen … und die anderen vier müssen es auch! Sonst hat CAPTAIN SONAR keine Chance auf Wiederholung. Aber ich sage ja: Wer einmal im U-Boot war, Teil einer eingespielten Crew geworden ist, den kann niemand mehr aufhalten. Erst recht kein Anfänger … Zu viert geht’s auch … sehr hektisch. Zu acht ist es viel besser, weil arbeitsteiliger.


Schade, wenn die Mannschaften zerbrechen oder einer das U-Boot-Fahren nicht versteht. Die Gefahr besteht ständig. Und für welchen Posten können wir ein neues Crew-Mitglied gebrauchen? Als Funker vielleicht, denn der muss nur konzentriert horchen und aufschreiben. Und ab und an dem Kapitän die mögliche Position des anderen U-Boots durchgeben. Aber bitte diskret, sonst bekommt der gegnerische Funker noch mit, dass wir ihnen auf der Spur sind. Oder ist das jetzt nur ein Bluff? Kabumm! Sind wir gerade wirklich auf eine Mine aufgelaufen?! Arrrgh ...

Wolfgang Friebe

Cpt. Roberto Fraga & Lt. Yohan Lemonier: CAPTAIN SONAR für 4, 6 oder 8 Spieler mit Illustrationen von Erwin & Sabrina Tobal bei Matagot 2017 im Vertrieb bei Pegasus Spiele

Zuerst veröffentlicht in der Fairplay 121

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Nur noch einen (kurzen, längeren, langen) Augenblick, dann schalte ich Ihren Kommentar (bestimmt, vielleicht, nie) frei.

Gänzlich anonyme Kommentare veröffentliche ich nicht.