Dienstag, 8. Mai 2018

Rezension: Black Jacky von Ravensburger

Johannes Krenner: BLACK JACKY für 2-6 Personen mit Illustration von Dynamo Ltd. bei Ravensburger 2018

Ich mag Kartenspiele sehr. Zwei haben mich in dieser Saison bislang fasziniert, darunter sogar eines von Reiner Knizia. Sein VOODOO PRINCE hat einen trickreichen Kniff, den man einzusetzen wissen muss. Erst vornehme Zurückhaltung, dann aber doch noch alles stechen was geht. Und auch DRUIDS von Amigo fand ich gut, und dass, obwohl ich nicht so richtig verstanden habe, wie man siegreich spielen muss. Und jetzt reiht sich dieses kleine Katzenspiel hier ein … Sie meinen, ich hätte eines vergessen, was diese Saison unbedingt dazu gehört?! Auf keinen Fall, es geht hier um Spiele und nicht um Zählübungen im Gehirn. Und schon gar nicht um Synchronisation.

Notnagel
BLACK JACKY führt einen vielsagenden Untertitel: „Gut getrickst oder voll verzockt? High Noon im Saloon.“ 55 Karten sind in der Schachtel, richtig große Karten wie bei LOVE LETTER, in dessen Richtung es wohl auch zielt. Und der Titel ist schon so offensichtlich: Es geht um 17+4 oder Black Jack. Wer hier 21 oder mehr Punkte auf der Hand und/oder ausgespielt hat, ist raus, verliert ein Herz. Wer auch sein letztes Herz gegeben hat, ist noch nicht tot, darf weiter darauf wetten, wer als nächster ein Herz verliert.

Zwei Karten hat jeder auf der Hand, und jeder Wert hat eine spezielle Funktion. Was man dabei wissen muss: Jede Kartensorte ist so oft im Spiel wie der Wert vorgibt. Es sind also viele Achter, Siebener … aber nur wenige Dreier, Zweier und folglich nur eine Eins im Spiel. Auf 21 oder mehr Punkte kommt man deshalb schnell, manchmal zu schnell.


Was wir aus 17+4 nicht kennen, ist das Tricksen: Die Karte wird ausgespielt und die Funktion ausgeführt. Das ist Love-Letterig und fühlt sich doch anders an. Wenn der nächste aktive Spieler eine Karte nachziehen muss oder aktive Spieler verdeckt zwei Karten tauschen müssen, ist das so lange gut, wie man nicht selbst davon betroffen ist. Manche Funktionen erschließen sich erst so richtig mit Erfahrung, manche erscheinen Anfängern gar nur als theoretische Möglichkeit. Was aber immer darüber steht: Hier wird getrickst und gezockt. Glück ist also notwendig …

mal gut, mal schlecht
Ach das Zocken: Entweder eine Karte vom Stapel nehmen, eine Handkarte mit dem Nachziehstapel oder dem Ablagestapel tauschen oder klopfen, wenn man meint, dass man genügend nah an die 21 herangekommen ist. Wer klopft, steigt aus, und wenn der Klopfer erneut an die Reihe kommt, endet die Runde. Jetzt lernt man vielleicht eine ganz wichtige Lektion: Wenn alle unter 21 geblieben sind, verliert derjenige mit den wenigsten Punkte eines seiner Herzen. Aber man lernt auch: Frühes Klopfen ist zwar riskant, kann aber auch jemand anderen raushauen, der schon drei Karten auf der Hand hält. Die Wahrscheinlichkeit spricht halt dafür, dass man eher hohe als niedrige Karten nachzieht. Also was tun? Klopfen, ziehen, tauschen? Zocken muss man, tricksen darf man.


BLACK JACKY ist ein ganz hervorragender Absacker. In einer meiner Runden, in der immer derselbe nach unserem geliebten SCHÜTZENFEST als Absacker fragt, fragt genau derselbe jetzt immer nach BLACK JACKY. Kein Wunder, der gewinnt auch andauernd … auf perfide Art und Weise. Meistens hat er gar kein Herz mehr, bringt sich aber wieder ins Spiel, weil er den nächsten Loser richtig vorhersagt. Dann bekommt er ein schwarzes Herz, darf weiter mitspielen und uns alle abzocken. Und unser Schwarzherz hat sein letztes Herz noch nie verloren. Wie fies ist das denn?!

Wertung: 4 geht gut


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