Montag, 23. März 2009

Rezension: Hoppladi Hopplada!

Haddu Möhren? Zum Glück nicht, denn Möhren stören beim Würfeln nur, bringen keine Punkte. Außerdem ging meine erste Assoziation sowieso in eine ganz andere Richtung. Gut, dass mich meine viel ältere Schwester Anfang der Siebziger mit den Beatles beschallt hat. Denn da war es wieder, dieses OB-LA-DI, OB-LA-DA. Eher ein Ohrwurm als hoppelnde Kanninchen. Und im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, ob's nicht doch die deutsche Version mit Howie gewesen ist. So wie meine Schwester damals auf Beat stand, stehe ich heute auf „knackige“ Würfelspiele.
Das habe ich weiß Gott wie oft schon gepredigt. Zuletzt bei SUSHIZOCK, auch von Zoch. Der inhaltliche wie optische Nachfolger von HECKMECK war irgendwie tränig. Zockerfeeling kam bei mir da nicht auf. Das ist bei HOPPLADI HOPPLADA ganz anders, vielleicht auch weil es nur ein Würfelspiel mit kaum Brimborium ist. Nur sieben Würfel, eine Hasenmerkhilfe mit zwei winzigen Quadern und der Wertungsblock. Und superwichtig: Hasenpunkte Rechenhilfe.

Los geht’s. In jedem Wurf muss mindestens ein Hase rausgelegt werden. Bringt einen Punkt, das ist erstmal wenig. Besser zwei Hasen im selben Wurf würfeln, die bringen zusammen und aufeinander gestapelt satte 10 Punkte. Dazu noch Ställe, in jeder Runde darf einer raus gelegt werden. Erst der Zweier-, dann der Dreier- ... und zuletzt der Fünfer-Stall. Anzahl der Ställe mal Anzahl der Hasen, das sind die Punkte. Um 333 Punkte geht es insgesamt.

Da kann man kleckermäßig wenig Punkte machen und sich wie ein Eichhörnchen dem Hasenziel nähern. Wenn man nur nicht weiter würfeln dürfte, sofern man nur Hasen und Ställe ausliegen hat. Unerschrocken weiter machen oder doch erst über Wahrscheinlichkeiten grübeln? Darüber, dass sicher sicher ist, und man sich die Punkte doch besser aufschreiben sollte. Oder doch weiter machen? CAN'T STOP lugt da um die Ecke. Zumal – und jetzt kommt's – der Spieler zur linken das Würfelergebnis übernehmen kann. Abstaubern gönne ich per se nichts, nix, nada! Und bei einer ausreichend hohen Vorlage wird jeder sicher weiter würfeln. Also was jetzt – 63 Punkte aufschreiben oder nicht? Ich würde weitermachen ... zumindest diesen Wurf übernehmen, denn ich traue mir zu, mit fünf Würfeln mindestens einen Hasen zu würfeln. Auf der etwas unglücklich gestalteten Hasenmerkhilfe werden die erreichten 21 Hasen markiert. Die Ställe bleiben liegen und ich würfle mit fünf Würfeln ... mich natürlich kaputt. Kein einziger Hase, nur Ställe und Möhren – so ein $@#*! Nur ein Hase und meinethalben sonst nur Möhren, es wäre mir recht gewesen und mein Punktekonto würde jetzt 66 Punkte mehr zeigen.

HOPPLADI HOPPLADA ist frustig, kann sich etwas ziehen, besonders wenn man sich mit wenig zufrieden geben muss. Da würfelt man sich doch lieber kaputt, als 15 Punkte aufzuschreiben. Nur irgendwann startet das Spiel durch, läuft es bei einem wie geschmiert. Hasen über Hasen, das höchste der Gefühle waren 34 Hasen in einem Durchgang. Und der nächste konnte sogar noch erhöhen. Und dann braucht man sie, die Hasenpunkte Rechenhilfe. Das ist eine Multiplikationstabelle: In der Zeile die Hasenzahl, in den vier Spalten daneben die Ställe von zwei bis fünf. In der jeweiligen Zelle das Ergebnis. Auch das erinnert mich an meine Kindheit. Da gab es noch diese Tabellenwerke ... Gut, dass bei diesem Spiel niemand zu doll gefordert wird, weder beim Kopfrechnen, noch beim Würfeln. Knackig ist das Spiel aber allemal und deshalb kommt es bei mir ab sofort gleich hinter HECKMECK ... und dazwischen passt erstmal kein anderes Würfelspiel. (wf)

HOPPLADI HOPPLADA von Markus Kropf für 2 bis 7 Personen, Zoch 2008

Zuerst veröffentlicht in der Fairplay

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