Auch ich ertappe mich dabei, für gut erachtete Spiele an die Seite zu legen, statt sie ausgiebig zu spielen, zu ergründen und auszukosten … oder viel zu viele Spiele zu kaufen, die ich gar nicht in der verfügbaren Zeit spielen kann … oder überhaupt Spiele zu erstehen, die ich zwar liebend gerne spielen würde, aber für die ich eigentlich gar keine Mitspieler habe. Warum nur? Um die guten Spiele für die Rente aufzuheben? In der Hoffnung, irgendwann einmal geeignete Mitspieler zu finden?
Bücher und Filme machen es da einem einfacher. Einmal gelesen, einmal geschaut, reicht es erstmal. Die Erinnerung hält eine Weile vor. Vielleicht ist es mit Spielen genauso. Allerdings könnte man, wenn man wollte, immer wieder in die Welt eines Spiels eintauchen, erlebt sogar viel mehr Abwechslung aus den Aktionen der Mitspieler als beim Lesen von Büchern oder Anschauen von Filmen. Erwächst daraus eine Verpflichtung? Alle Verlage höre ich rufen: „Nein!“ Und wir Kritiker stimmen mit ein. Denn wenn jeder immer und immer wieder nur DIE SIEDLER spielen würde, wie noch jeder vor 30 Jahren MENSCH ÄRGERE DICH NICHT immer und immer wieder gespielt hat, gäbe es für die einen nix mehr zu verkaufen, für die anderen keine Rezensionsmuster. Nur auf die Bremse treten, Fließbandspielen zurück fahren, das könnte man schon. Und gefundene Schätze wirklich heben. Zu finden statt ewig zu suchen. Nicht nur die Jury hätte dann mehr Zeit, wirklich zu spielen, statt jeder Neuheit hinterher hecheln zu müssen.
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