Dienstag, 27. September 2016

+ North American Railways von Spielworxx

Peer Sylvester: NORTH AMERIKCAN RAILWAYS mit Illustration von Harald Lieske für 3-5 Personen bei Spielworxx 2016

Das Spiel hat erfreulich kurze Regeln, was jede Feinheit wichtig werden lässt. Was wer bekommt und ob das Geld in die Bank, an die Eisenbahngesellschaft oder zurück an den Bieter geht. Wer die erste Aktie einer Gesellschaft kauft, zahlt einen selbst festgesetzten Kaufpreis als Startkapital in die Gesellschaft ein und wird Direktor. Nur nicht zu geizig sein, denn mit dem Geld baut die Gesellschaft ihr Städtenetz aus, was wiederum Geld in die Kassen der Aktionäre spült. Die Aktien werden aus der Auslage verkauft, die unterste Aktie in jeder der vier Spalten ist im Angebot.

Jetzt die Feinheiten: Will jemand eine Aktie einer bereits aktiven Gesellschaft kaufen, macht der Käufer dem Direktor ein Angebot. Er kann es annehmen, dann kommt das Geld je zur Hälfte zur Gesellschaft und in die Bank. Lehnt der Direktor ab, muss er selbst kaufen. Dann zahlt der Direktor aus seinem Vermögen je zur Hälfte an den Mitspieler und an seine Gesellschaft. Das ist tricky, denn je nach Vermögenslage kann man dem Direktor Geld aus der Tasche leiern oder mal ganz billig an eine Aktie kommen. Wenn der Direktor nicht liquide ist ... Allerdings fließt dann auch nicht viel Geld in die Gesellschaft. Kauft der Direktor selbst eine Aktie seiner Gesellschaft, muss er fix 1000 Dollar zahlen. Die Hälfte an die Gesellschaft, die andere in die Bank. 500 Dollar in der Gesellschaft zu haben, erleichtert manches Invest.

Nach dem Aktienkauf folgt der Städtekartenkauf, was den Wert der Gesellschaft und damit der Aktien erhöht. Jeder Aktionär darf kaufen, ebenfalls aus der Auslage der Städtekarten von unten nach oben in jeder Spalte. Hat eine Gesellschaft bereits mehrere Aktionäre steigert sich der Wert der Gesellschaft umso schneller. Natürlich muss sich genügend Geld in der Kasse der Gesellschaft befinden. Private Zuschüsse sind verboten.

In der dritten Phase erfolgt eine Ausschüttung pro Aktie, wobei der Direktor in der Regel einen Hauch besser bezahlt wird. In der allerletzten Phase wird statt der Dividende der Wert der Gesellschaft ausgeschüttet. Dafür sind Wappensymbole auf den Städtekarten wichtig, was wiederum zu allerlei Überlegungen führt. Wer kann welche Städtekarte kaufen?


Ersteinschätzung: Das Spiel ist tricky! Sehr tricky, gesät mit Fallstricken. Jede Aktion könnte als Kuhhandel enden. Knallhart! Kapitalistisch und fies! Und natürlich ist es auch ziemlich trocken. Alles dreht sich um Aktien und deren Wertsteigerung. Sogar Emotionen sind im Spiel, die kommen aber eher aus der negativen Ecke, wenn man sich mal wieder völlig verzettelt hat und meint, zu viel ausgegeben zu haben. Aber man könnte sich auch freuen, wenn ein Konkurrent ausgebootet worden ist. Obacht: Dieses Schicksal kann jeden jederzeit ereilen.

Trotzdem hat uns das Spiel dann gefesselt. Naturgemäß eher, wenn man selbst auf der Gewinnerseite steht. Außerdem bietet NORTH AMERICAN RAILWAYS zudem viele Ansätze für Table Talk. „Wenn du das machst, dann ..." verbunden mit einem netten Lächeln werden Koalitionen zu eigenem Vorteil oder zum Nachteil eines handlungsunfähigen Direktors geschmiedet.

So manches Mal hat ein jeder von uns in die Röhre geschaut. So manches Mal stellte sich eine Investition völlig überraschend doch noch als vorteilhaft heraus. So manches Mal hätte man allerdings auch noch den potenziellen Gewinn besser kalkulieren müssen. So manches Mal entgleiten einem aber auch alle Fäden. Ist das positiv? Ja und nein. Deshalb meine eindeutige Warnung: Kein Spiel für Weicheier. Aber das sind 18XX-Spieler per se ja sowieso nicht.

Gewinner: Uii, das ist knapp. Eigentlich habe ich immer genügend Bargeld, was meinen Mitspielern in entscheidenden Situationen entgangen ist, und ich konnte deshalb billig Aktien abgreifen. Als einziger Aktionär der gelben Gesellschaft habe ich es allerdings schwer, genügend Geld für Investitionen in deren Kasse zu transferieren. Ich rechne mit dem Sieg, aber Astrid hat 300 Dollar mehr. Verdammt?! Wie hat sie das geschafft? Was habe ich verbockt? Habe ich zu wenig gerechnet?

Astrid gewinnt mit 5600 zu 5300 zu 4000 Dollar.

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