Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension: Bang! The dice game von Abacusspiele

Michael Palm und Lukas Zach: Bang! The dice game für 3 – 8 Spieler ab 8 Jahren mit Grafik von Riccardo Pieruccini bei Abacusspiele 2013

Thema: Wilder Westen – so wie man ihn kennt. Ganz bestimmt sogar, denn Indianer spielen nur eine undankbare, weil unangenehme Nebenrolle. Ansonsten kämpft der Sheriff und seine Hilfssheriffs gegen Banditen und den oder die Gesetzlosen, die wiederum gegen alle – auch gegen Banditen – kämpfen. Es wissen zwar alle, wer der Sheriff ist, die anderen Rollen bleiben aber geheim.
Optik: Wilder Westen – in etwa so stellt man sich den vor, wenn man die „Wanted“-Steckbriefe kennt. Also leicht holzschnitzartig bis fahrig. Passt aber atmosphärisch gut zum Thema. Was ich mir allerdings gewünscht hätte: Rollenkarten mit neutralem Rand. So blitzen manchmal beim Geben die Kartenfarben hervor. Nur den Sheriff stört das nicht. Dafür sind die Würfel aber richtig gut.
Mechanik: Wer ist wer? Das zu erschließen ist natürlich das A&O in diesem Duell. Es wird schließlich scharf geschossen … bestenfalls auf die Gegner der anderen Fraktionen. Je nach Spieleranzahl sind mehr oder weniger Teilnehmer jeder Fraktion dabei. Nur der Sheriff steht immer parat. Klar, ein klares Feindbild war im Wilden Westen immer wichtig, wenn schon die Indianer nicht direkt mitspielen. Die kommen nur ins Spiel, wenn jemand einen Pfeil würfelt. Solange noch genügend Pfeile im Vorrat sind, ist es ungefährlich. Wird aber der letzte Pfeilmarker aus der Mitte genommen, hagelt es Schäden. Und wer mehr einstecken muss, als er vertragen kann, ist raus. Und wer hat überlebt? Die Fraktion gewinnt, egal ob als Überlebender oder Toter.
Da hofft man gerne auf Bierkrüge, die Lebenspunkte zurück bringen. Bier? Und ich dachte, nur Bourbon heilt alle Wunden. Das Zocken steht natürlich im Mittelpunkt, ganz besonders das – wie sag' ich's dem Kinde? Eliminieren der Mitspieler. Nur leider sind die wirklichen Feinde nicht immer in Reichweite. Wer gut würfelt, trifft sogar den übernächsten Nachbarn, ansonsten reicht die Feuerkraft nur für den rechten oder linken Nachbarn. Und? Freund oder Feind? Wer richtig holzen will, greift zur Gatling. Dieses allererste Maschinengewehr teilt jedem einen Schaden zu und man selbst verliert alle Pfeile. Wie man gesundet? Weiß ich doch nicht, ist aber gut. Nur braucht man dazu auch in drei Würfen drei Gatlings auf den fünf Würfeln.
Fazit: Hart ist das Leben im Wilden Westen. Manchmal weiß man, wer Feind ist, nur man trifft ihn einfach nicht. Manchmal weiß man gar nix, passt womöglich nicht auf und schießt auf einen Kumpan. Dumm! Ist aber trotzdem lustig, denn so subtil läuft BANG! THE DICE GAME erst gar nicht. Es geht rund – immer! Was soll ich auf Bierchen setzen, wenn ich doch die Dame neben mir endlich aus dem Rennen schmeißen kann. Und hat's geklappt? Die Würfel machen doch sowieso was sie wollen.
Ranking: Das ist ja mal endlich wieder ein ziemlich direktes Spiel. Nur wer übrig bleibt, gewinnt mit seinem Team. Und weil's ein amerikanisches Thema ist, kann man vorab durchaus für die Ehre sterben, sprich ausscheiden. Macht denn auch nix, das Duell dauert nur bei defensiven Spielern mal länger. Ansonsten: Feuer frei! Am besten auf mehr als drei Mitspieler.
Ein echt netter Kerl.

Kommentare:

  1. Ist das Spiel denn besser als das Kartenspiel? Oder eher nur eine flottere Alternative?

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    1. Das kann ich dir leider nicht beantworten. Das Kartenspiel habe ich vor Jahren nur ein einziges Mal gespielt. Und die Erinnerungen daran sind alle futsch. Es ist damals nicht so gut angekommen, lag aber mehr an der Unwilligkeit einiger Mitspieler, die nicht schießen wollten ...

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