Dienstag, 15. Oktober 2013

Rezension: Wunderland von Pegasus

Dirk Hillebrecht: WUNDERLAND für 2-4 Mitspieler mit Illustrationen von Jarek Nocon bei Pegasus 2013

Thema: Wir reisen .. und das Verkehrsmittel ist ganz und gar nicht egal. Wir reisen schließlich durchs MiniaturWunderland, jedenfalls durch eine relativ abstrakte Version davon. Und dort fährt man mit der Bahn.
Optik: Oha, das Miwula in Hamburgs Speicherstadt ist sowieso nicht zu toppen. Von der heimeligen, kuscheligen Atmosphäre der Modellbauwelt hat dieses Spiel nicht viel. Als wäre es den späten 80ern entsprungen … die Felder sind auf den Plan gestreut und nicht – wie heute üblich – optisch besser eingebunden. Beim MiniaturWunderland geht’s nur um die Optik, bei WUNDERLAND aber auch um die inneren Werte.
Mechanik: In Knuffingen geht’s los. Zwei bis vier Zielorte sind anzusteuern, befinden sich auf den unterschiedlichen Landschaften des Miwula. Mit acht Chips gehen wir auf Tour, auf jedem Ziel muss ein Chip liegen, dann ist die Auftragskarte erfüllt und alle Chips beamen sich sofort zurück nach Knuffingen.
Schön, dass man mitreisen darf, denn es geht immer nur max. zwei Schritte vorwärts. Wenn auf dem Startfeld meiner Reisetruppe noch andere Chips liegen, dürfen die sich anhängen und mitziehen. Kann ich nix gegen machen, kann ich aber auch gut selbst nutzen, um schneller in die entfernteren Territorien zu kommen.
In jeder Landschaft sind spezielle Felder, auf denen ich „nur“ Postkarten einsammeln kann. Für jeden heimkehrenden Chip gibt’s eine Postkarte, max. vier Postkarten jeder Landschaft kommen später in meine Wertung.
Fazit: Schnell Aufträge abarbeiten oder Postkarten sammeln? Neulinge starten mit den Aufträge, ist auch naheliegend, weil ja doch alle gerne auch im Pulk zu den Zielfeldern hetzen. Hetzen ist übertrieben, es geht ja nicht gerade schnell vorwärts. Da will ich gerne mitziehen. Oft starten solche Karawanen in Knuffingen. Wann ist der richtige Zeitpunkt, Chips in Knuffingen zu haben? Zieht gleich einer los? Gut, wenn jemand meine Chips in die richtige Richtung transportieren will.
Irgendwann passiert es einfach, es macht klick und man ist tief im Spiel, erkennt clevere Zugfolgen. Und kommt der Postkartenwertung auf die Schliche. Postkarten sammle ich gerne gleichmäßig von allen Landschaften, denn für die meisten Postkarten bekomme ich nur je einen Punkt, aber deren auch nur für max. vier Postkarten. Was also machen? Von allen sieben Landschaften je vier Postkarten einsammeln, denn dann bekomme ich auch 4x7 Punkte für die „wenigsten“ Postkarten einer Landschaft. Wer so ein Set (4x(1+2+3+4+5+6+7)) schafft, bekommt stattliche 112 Punkte, voraus gesetzt, niemand anderes erfüllt vorab fünf Auftragskarten und beendet das Spiel. Schnell zu sein, hilft gegen Postkartensammler, Tempo ist dann Trumpf. Das klappt umso besser, wenn man nur 2 Ziele pro Auftrag erfüllen muss.
Ranking: Sie wissen bestimmt, welche Spiele aktuell hoch gehandelt werden, sozusagen die 1A-Lage der Spiele-Szene besetzen. Wie in jeder deutschen Großstadt sind in den Haupteinkaufsstraßen immer die gleichen Geschäfte. Aber achten Sie auch auf die 1B-Lagen? Dort finden sich oft die interessanteren, weil individuelleren Geschäfte. Und bei Spielen ist auch die 1B-Lage nicht die uninteressanteste. WUNDERLAND ist so ein Fundstück aus 1B-Lage. Ich bin sehr positiv überrascht ob der tollen Qualität dieses Spiels, die sich hier in einem unscheinbaren Spiel versteckt. Ich hätte diese Güte von einem Merchandising-Spiel – selbst fürs Miwula - nicht erwartet.
Mittelmäßigkeit: … allerhöchstens die Optik. An den Wandersmann auf dem Cover kann ich mich noch immer nicht gewöhnen. Fährt der eigentlich Bahn oder will der mich nur umlaufen und alles im Miwula platt treten?

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