Mittwoch, 8. Mai 2013

+ Rialto von Pegasus

Stefan Feld: RIALTO für 2 – 5 Personen mit Illustrationen von Andreas Resch bei Pegasus 2013

Könnten Sie sich Venedig ohne sie vorstellen? Ohne Horden von Tauben sicher, aber ohne Gondeln und Brücken? Die müssen einfach mitspielen, weil Venedig sowieso nie ohne sie funktionieren würde. Die bekannteste und prächtigste Brücke ziert deshalb das Cover.
Natürlich geht’s auch um Mehrheiten in den sechs Vierteln. Und um Punkte, die durch allerlei Möglichkeiten zu erzielen sind. Stefan Feld ist schließlich der Meister der Optionen: Gebäude mit Sonderfunktionen bauen, Gold sammeln, die Zugreihenfolge beeinflussen und bei Patts daraus Vorteile ziehen, Figuren in Viertel platzieren … und noch ein paar Möglichkeiten mehr. Viertel für Viertel wird so abgearbeitet. Für jede dieser Möglichkeiten muss man die entsprechenden Karten ausspielen. Je mehr, desto besser, aber besser nicht zu viele. Am besten gerade eben die meisten Karten … das gilt für alle, nur nicht für den Führenden auf der Reihenfolgeleiste. Wer da vorne steht, gewinnt auch schon bei einem Patt den besonderen Bonus jeder Option für sich. Diese Boni sind durchaus lukrativ und nicht zu vernachlässigen, erlauben sie doch ganz entscheidende Züge und manchmal auch einen schönen Coup.
Also, was tun? Überall mitmischen und nie einen Bonus abgreifen oder sich konzentrieren, dafür Karten einer Sorte sammeln. Und trotzdem kann man sich gehörig in die Quere kommen, muss ja nur ein anderer auf denselben Trichter gekommen sein.
Und noch was: Weil ja Viertel für Viertel in der vorher festgelegten Reihenfolge abgearbeitet wird, sollte man sich gut überlegen, wann, wo und mit wie vielen Figuren man einsteigt. In der Regel kommt man später nicht mehr dazu, weitere Figuren dort unterzubringen, um fremde Mehrheiten zu brechen. Es sei denn, man gewinnt den Bonus der Gondelkarten und darf dadurch eine Figur in ein bereits bevölkertes Viertel einsetzen. Außerdem offenbart sich der wahre Wert eines Viertels erst nach und nach, erst wenn die Brücken und Gondeln zwischen den Viertel platziert werden. Die kommen natürlich nur per Bonuszug ins Spiel.
Ersteinschätzung: Jeder von uns spürt die Qualen, den besten, überhaupt den richtigen Zug zu finden. Gar nicht so einfach, aus all den Optionen zu wählen und diese auch noch umzusetzen. Für alle Maximaloptimierer ist das Spiel die Hölle. Obwohl?! Tom setzt voll auf Gebäude, die ihm zusätzliche Karten auf die Hand spülen. Mehr Auswahl = mehr Möglichkeiten = mehr Einfluss auf RIALTO. In der vierten Runde spielt ihm seine Gebäudestrategie so richtig in die Hand. Zwar muss er für jede Nutzung einer Gebäudeoption eine Münze bezahlen, aber das ist für ihn kein großes Problem. Tom hat gewöhnlich statt der sieben dann immer 11 Karten auf der Hand, darunter sind immer ein paar Goldkarten, um sich damit Münzen zu holen. Astrid und ich sehen unsere Felle schwimmen …
Gewinner: … ist natürlich Tom. Allein seine fast alle bis auf 4 Punkte ausgebauten Gebäude bringen 22 seiner insgesamt 86 Punkte. Wir Loser begnügen uns mit 67 bzw. 63 Punkten. Unser Fazit: RIALTO ist nicht ohne, aber auch ein bisschen anstrengend. Wir sind erschöpft vom vielen Nachdenken, zumal wir Loser offensichtlich nicht die besten Züge gefunden haben. So viele Möglichkeiten …auch für demnächst noch längere Denkpausen. Oder sollten wir dann auch auf Gebäude und viele Karten setzen?
Außerdem nervt uns ein bisschen, dass es keine Übersichtskarten für die Gebäude gibt. Und die Zählleiste ist zwar schön, aber fürs Punkteabtragen dann doch eher schöner als praktisch. Beides sicher nur redaktionelle Marginalien, aber immerhin vermeidbar. Und falls dieser Feld auf die graue Liste kommt, könnte Pegasus das ja noch ausbügeln.

Kommentare:

  1. Es gibt eine große Übersichtskarte für die Gebäude, nämlich die letzte Seite der Anleitung. Die Anleitung wurde extra so gestaltet, dass dort alle Gebäude auf einen Blick zu sehen und erklärt sind.

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  2. Jo, gesehen. Wir dachten dabei aber eher an etwa kleines handliches für jeden Spieler, was dann nicht mehr von Hand zu Hand gehen muss. Wenn die Regel auf Nachfrage herum gereicht wird, stört das doch Spielfluss und Konzentration.

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