Donnerstag, 22. April 2010

Rezension: Tanrantel Tango

Jacques Zeiment: TARANTEL TANGO für 2 bis 5 Personen, Drei Magier Spiele 2009

Thema
Naja … Partnersuche im Tierreich, aber nur für einen Tanz rund um das Fünfeck mit der Tarantel drauf. Hund, Katze, Ziege, Kuh, Esel und Papagei erschrecken beim Anblick der Taranteln.

Optik
Die Schachtel macht es deutlich, will anküpfen: Das Spiel passt zur Serie der Kakerlaken-Spiele mit der etwas anderen, fahrigen, aber doch sehr gelungenen Kartengrafik. Mir gefällt besonders der Papagei. Der guckt so schön streng.

Mechanik
Einfach! Einfach? Das ist sicher eine Frage der Konzentration, denn man muss die Karte schon im Blick haben. Ganz genau. Die Spinnen auf den Karten sind ja nicht zu groß. Mit Spinne beim Tier muss man das Tier nachmachen: Wau, Iah, Muh, Mäh und Miau. Wie macht der Papagei? Aua … und sind zwei Spinnen auf der Karte, dann muss man zwei Mal Wauen, Miauen, Muhen, Iahen, Mähen, Auen. Und ist da keine Tarantel, muss man die Karte nur passend ablegen und gar nicht sagen. Und sind sorgar zwei Tiere darauf, muss man ein Legefeld rund um die Tranatelmittelkarte auslassen. Bitte niemals einen Fehler machen, denn dann bekommt man alle Karten. Und die will man nicht. Nicht nur, dass man bei seiner eigenen Karte aufpassen muss, auch die Karten der Mitspieler sind wichtig. Es könnte ja sein, dass sie eine dieser fiesen grünen Taranteln aufdecken. Dann heißt es schnell zu reagieren, um bloß nicht als letzter auf den Tisch zu klopfen.
Und wem das irgendwann zu billig, zu blöd ist, muss die vier Ausbaustufen ausprobieren. Die Schwierigkeit wird über Esel, Hund und Kuh bis zum Papagei deutlich gesteigert. Jedes dieser Tiere bringt eine Zusatzfunktion, die man in den Griff bekommen muss.

Fazit
Mit allen vier Ausbaustufen kommt so richtig Schwung ins Spiel, TARANTEL TANGO pendelt dann irgendwie zwischen angespannter Konzentration und ausgelassener Freude, mitunter auch richtig schöner Schadenfreude. Wenn einer mal wieder so richtig daneben liegt, mit gehöriger Zeitverzögerung auf den Tisch klopft oder auch einfach nur grundlos, dann haben alle anderen viel Spaß. Und jedem passiert es irgendwann: Man gerät völlig auf den falschen Dampfer. Man ist gefrustet, deshalb habe ich TARANTEL TANGO zunächst völlig unterschätzt. Jetzt weiß ich aber um die Qualitäten des Spiels ...

Ranking
Weil es so eindeutig auf die Familie der guten Kakerlaken von Jacques Zeiment kommt, aber doch nicht so eng verwandt ist, setze ich TARANTEL TANGO kurz hinter KAKERLAKENSALAT – dem Cousin – an die zweite Stelle. Und falls ich öfter spielen werde, könnte es sogar den Platz als Familienoberhaupt übernehmen. Diese Mischung aus Blödsinn und Konzentration kommt schon sehr an. In meinen Runden gibt es echte Fans, auch für die Ausbaustufe Papagei. Die ist echt was für Profis.

Wolfgang Friebe

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