Dienstag, 20. März 2018

Rezension: Hanamikoji von Kosmos

Kota Nakayama: HANAMIKOJI für 2 Personen mit Illustration von Maisherly Chan und Grafikdesign von Mirko Akira Suzuki bei Kosmos 2017

Meine Geisha, deine Geisha!?

Da liegen sie in der Mitte, die sieben Geishas. Meine oder deine? Wir legen Karten dazu, deine auf deine, meine auf meine Seite. Die Nummer auf der Geisha gibt an, wie viele Karten davon im Umlauf sind. Schon gesehen? Zwei bis fünf Karten können wir insgesamt an einer Geisha anlegen. Was hat das zur Folge? Gleichstand ist immer möglich, dann gehört die Geisha niemandem, der Besitzanzeiger bleibt bis zur nächsten Runde in der Mitte liegen, wandert nicht zu dir und auch nicht zu mir.


Jetzt erstmal zu den Formalitäten, denn die Auslage der Karten erfolgt mittels vier verschiedener Aktionen. Was wie möglich ist steht auf vier Plättchen. Da heißt es sauber zu entscheiden, wann man welche Karten wie einsetzt. Das „Geheimnis“ ist am einfachsten zu bedienen: Einfach eine Karte verdeckt darunter legen und am Ende der Runde zur entsprechenden Geisha legen. Das ist eine kleine Überraschung für den Gegner, wenn man dann doch eine Geisha übernimmt oder den Gleichstand sichert. Anfänger greifen gewöhnlich als erstes zu dieser Aktion, aber ist das immer klug? Zwei andere Aktionen sind tricky, denn damit muss man die zugeordneten Karten aufteilen. Außer bei der „Ablage“: Zwei Karten kommen aus dem Spiel. Gerne diese, die dir womöglich eine Mehrheit verschaffen. Weg damit!

Bleiben noch das „Angebot“ und der „Tausch“. Beim Angebot kommen drei Karten in die Mitte, eine davon ist für dich. Du hast die erste Wahl. Beim Tausch liegen zwei Kartenpaare aus, zwei davon sind wieder für dich. Und auch hier hast du die erste Wahl.


Ich sehe schon die Schweißperlen auf deiner Stirn. HANAMIKOJI ist trotz aller Minimalistik schon sehr fordernd. Die subtilen Möglichkeiten erschließen sich erst nach und nach. Viele Entscheidungen hängen natürlich gerade von den eigenen Karten ab. Manche Kombinationen sind einfacher zu spielen, alles andere erfordert subtiles Wählen von „Angebot“ und „Tausch“. Da braucht es mehr als nur reines Bauchgefühl. Was geht, was geht nicht? Klar ist, dass es auf keinen Fall vorteilhafte Angebote für dich geben darf, aber schon solche, die dich vor die Qual der Wahl stellen. Angebote, die du nicht ablehnen darfst, so gut, dass ich die besseren Karten für mich erhalte.

Spielkarten fürs Anlegen
Runzelst du gerade deine Stirn? Zu viel für dich? Kommste mit HANAMIKOJI nicht klar? Kann ich verstehen, aber es wäre schade, so ein wunderbares Spiel links liegen zu lassen. Dieses Kartenspiel ist herrlich sophisticated, aber längst nicht nur für Mensaner. Mir gefällt es nach anfänglicher Skepsis richtig gut, ich muss mich nur der ersten Partie mit einem Frischling sehr zurück halten … Ich will ja niemanden verschrecken.

Wertung: 4 geht gut




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