Dienstag, 19. Mai 2015

Rezension: The Game ... Spiel so lange du kannst! von Nürnberger Spielkarten "geht so"

Steffen Benndorf: THE GAME ... SPIEL SO LANGE DU KANNST! für 1 bis 5 Personen mit Illustrationen von Oliver und Sandra Freudenreich bei Nürnberger Spielkarten 2015

Auf der falschen Spur

Alles was mir zu THE GAME entgegenschlägt, ist Begeisterung und hauptsächlich eine Meinung: Alles super, toll, klasse, anders. Öh?! Ich hab’s doch solitär ausprobiert, hatte acht Karten auf der Hand und den Stapel zur Hälfte abgearbeitet, bevor nix mehr ging. Habe auf zwei Stapel meine Karten aufsteigend und zwei auf Stapel absteigend gelegt. Von der 99 zur 2 und von der 2 zur 99. Dass mich dabei ein Totenkopf angrinst, habe ich nicht mal gemerkt. Nur mich gewundert: Das ist schon alles?! Wo ist denn bitte die Herausforderung, wo ist denn da Spannung?

Aber da waren all die Anderen. Und der Chor mit anschwellendem Lobgesang. Boah! Muss wohl was dran sein? Mehr als PATIENCE?! Mehr als die Zwänge aus der zufälligen Kartenverteilung im Nachziehstapel? Klar, man darf absteigende Stapel eine höhere Karten ablegen, die genau um 10 größer ist als die zuletzt ausliegende Karte. Das schafft Luft und gilt selbstverständlich auch andersherum: Aufsteigend eine um 10 kleinere Karte auf den Stapel legen. Bestenfalls kommen noch ein paar Karten dazwischen. Auf die 58 die 63, dann die 67 und dann – tadah! – eine 57. Geht bestimmt auch besser! … oder gar auch niemals!

Ich hab’s erst nur allein gespielt. Dass ich verloren hab‘, lag bestimmt an mir. Muss ja viel besser mit zwei, drei … Mitspielern werden. Dann haben alle sieben bzw. sechs Karten auf der Hand, gemeinsam hat man mehr Auswahl. Und man darf kommunizieren, wo was geht. Nur den konkreten Kartenwert darf niemand nennen. Ihn umschreiben? Von der allerbesten Karte sprechen?! Wissen alle, was damit gemeint ist? Nach der zweiten Partie schon, eben jene Karte, die den Vor- oder Rücksprung um 10 ermöglicht. Die beste Karte ist folglich die Karte, die genau um eins kleiner oder größer ist.

Aber darum geht’s gar nicht, wie wer kommuniziert. Es geht immer um die Verteilung der Karten im Nachziehstapel. Läuft es beim Nachziehen rund, sind alle Karten ausgespielt, ist es geil. Im Spiel zu viert und zu zweit habe ich das geschafft. Und jetzt?

Übrig bleibt vollständig repetitives Spielen nach demselben Muster. Keine sinnvolle Möglichkeit, irgendwie anders zu spielen. Wenn ich die allerbeste Karte habe, spiele ich sie – bestenfalls mit ein paar Karten dazwischen. Ansonsten frage ich, wer auf welchem Stapel ablegen will. Kommt mir keiner in die Quere spiele ich – in dieser Reihenfolge die beste, zweitbeste, drittbeste … oder schlimmstenfalls eine Karte, die den ansonsten kleinsten Abstand ermöglicht. Und falls die Mitspieler auf jeden Stapel legen wollen, dann spiele ich trotzdem eine und noch eine Karte aus. Ich muss ja solange mindestens zwei Karten ausspielen, wie Karten im Nachziehstapel liegen.

Was soll ich auch sonst machen, als immer nach Schema F spielen? Gibt’s noch irgendwas zu bedenken, als sich dem Schicksal des gemischten Nachziehstapels hinzugeben? Gibt’s irgendeinen Anreiz, THE GAME ... SPIEL SO LANGE DU KANNST! tatsächlich öfter als bis zu einer siegreichen Partie zu spielen?

Jetzt fahre ich immer noch in meiner Spur gegen den Strom und fühle mich wie wahrscheinlich jeder Geisterfahrer: Warum fahren die anderen bloß auf der falschen Seite? Ich bin doch auf der richtigen Seite unterwegs …

Im Übrigen ist nur die Seite echt, in der das Logo auf den Bildern zum Logo oben auf der Seite passt. Alle anderen Seiten haben sämtlichen Inhalt von meiner Seite gestohlen.

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