Montag, 30. April 2012

Das Ende der Chemie

Da habe ich neulich wieder einen entlarvenden Thread gelesen: Manchem Spieler ist es offensichtlich egal, wer mit ihm spielt. Hauptsache er spielt, am besten das von ihm erwählte Spiel. Ich war mal bei so einem Typ Spieler eingeladen, eigentlich ein ganz sympathischer Kerl. Wir waren ihm einer zu wenig für sein ausgewähltes Spiel, ein vierter Mitspieler wurde für  REPUBLIC OF ROME „verpflichtet.“ Ich habe vorher nie mit dem Nachrücker gespielt, jedenfalls war er kein geübter Spieler, ganz und gar nicht. Merkte ich gleich, als die Regeln erklärt wurden. Welche Gründe es auch immer für sein Erscheinen gab, es war dann für alle mehr oder minder unmöglich, ins Spiel zu kommen. Der Kerl hatte einfach zu viele Nachfragen, war zu unkonzentriert für diese Art Spiel.
Der Gastgeber hielt eisern an seiner Wahl fest. Ein Wechsel zu einem anderen gängigeren Spiel, kam nicht in Frage. Der Anspruch lag viel zu hoch. Leise Andeutung, doch etwas Anderes zu spielen, ignorierte unser Gastgeber komplett. Der war schon Konsul in Rom, und wir längst noch nicht angekommen. Für mich war das der letzte Spieleabend mit ihm. Menschen, für die Spielen die reine Selbstverwirklichung bedeutet und die so gar keine Rücksicht auf ihre Mitspieler nehmen, lasse ich aus. Der vierte Mann war übrigens sein Freund.
Solche Spiele-Hedonisten wie mein damaliger Gastgeber kreuzen immer wieder den eigenen Weg. Bei mir gehen da aber ganz schnell die Schotten runter. Die Chemie muss einfach stimmen, man muss sich schon aufeinander einlassen. Besonders natürlich auf mich, denn als Rezensent muss ich das eine oder andere Mal ganz bestimmte Spiele spielen … und manche sogar meinen Leuten aufbürden. Allerdings weiß ich genau, welchem meiner Spielkreise ich welche Spiele zumuten kann; den Montagsspielern zum Glück jedes, auch die Graupen.

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