Montag, 3. Januar 2011

+ Jäger der Nacht

Yasutaka Ikeda: JÄGER DER NACHT für (4) 5 bis 6 (8) Personen, Kosmos 2010

Jeder schlüpft in eine Rolle, die zunächst geheim bleibt. Würde man sich zu schnell offenbaren, wären die Fronten klar. Vampire kämpfen gegen Werwölfe und umgekehrt. Die Menschen sitzen zwischen allen Stühlen, müssen sich irgendwie durchwursteln.
An den verschiedenen Orten erhält man Informationen, wer wer ist oder eben nicht, sammelt Ausrüstungen und teilt dann aus. Bloß gegen wen? Schließlich will man möglichst nur die Gegner treffen, als Vampir am liebsten die bösen Werwölfe, und nicht aus Versehen einen Verbündeten. Deckt man die eigene Charakterkarte dann doch irgendwann (meist gegen Ende) auf, darf man eine Sonderfähigkeit nutzen, allerdings nur um den Preis, vom Gegner gezielt beharkt zu werden. Die Gegner entlarven sich so selbst.
Ersteinschätzung: Die Regeln sind sehr eindeutig, sehr kurz. JÄGER DER NACHT ist wirklich ein sehr einfaches Spiel … in der ersten Partie. Es wird draufgehauen. Aber ist es das? Draufhauen, sonst nix? Muss man nicht subtil vorgehen, auf Nuancen achten, erkennen wer sich wie verhält, Rückschlüsse auf die Identität der anderen ziehen. Wem kann man trauen, wer gehört zur eigenen Seite? Und überlebt man oder haucht man sein Spielerleben doch noch aus? Und das eigene Ziel nicht aus dem Augen verlieren! Jeder hat etwas anderes vor, ein Menschlein will sogar als erster sterben. Tod um jeden Preis, nur um zu gewinnen.
Mit diesem Spiel gibt es ein großes Problem, das unserer Mentalität geschuldet ist. Wir neigen ja dazu, alles geradeheraus zu sagen, sehr direkt zu sein. Wer so spielen will, liegt mit diesem Spiel total falsch. DER NAME DER ROSE hat bereits gezeigt, dass subtiles Spielen längst nicht jedem liegt. Schade wäre es, wenn JÄGER DER NACHT deswegen ein Schattendasein fristen müsste. Allerdings hege ich die nicht unbegründete Hoffnung, dass ich es bestimmt nochmal und dann ganz subtil spielen werde.

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