Freitag, 15. Januar 2010

+ The Boardgamegeek Game

THE BOARDGAMEGEEK GAME von R & D Games

Das ist ja mal wieder ein sperriger Titel. Aber ist von Richard Breese, der mit diesem Spiel das 10-jährige Jubiläum von Boardgamegeek feiert, was ja die fetteste Site rund ums Spielen geworden ist. BGG funktioniert mittlerweile nach dem Matthäus Effekt: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat.“ Längst hat diese Seite Luding den Rang abgelaufen, weil sich bei BGG einfach alles findet, fein säuberlich zu jedem Spiel. Aber Richard Breese begibt sich natürlich auch auf dünnes Eis. Dieses Spiel muss perfekt sein, denn BGG hat viele Fans.
Natürlich geht es um Spiele, viele sind auf dem Brett zu sehen. Und wir sind gleichzeitig Verkäufer und Sammler. Eher nicht Spieler, denn es geht um möglichst komplette Serien. Eine runde Sammlung bringt schließlich mehr Punkte ein als Stückwerk. In sechs Läden können wir einkaufen. Drei Würfel bestimmen in welchen. Durch Einsatz von Siegpunkten darf man die Würfel verschieben oder neu würfeln, um so andere Läden aufzusuchen, in denen das Angebot besser ist. Das Angebot bestimmen wir als Verkäufer, in dem wir in jeder der sechs Runden Teile unseres Verlagsprogramms in den Läden anbieten. Je nach Laden gibt es mehr oder weniger viele Punkte.
Ersteinschätzung: Irgendwie kann man viel machen. Welche Spiele kommen wann ins Angebot und in welchen der jeweils möglichen zwei oder drei Läden. Welche Spiele – sprich welche Zahl – auf den Täfelchen soll man sammeln? Jeder hat von den Werten Eins bis Sechs drei Plättchen, die irgendwann ins Angebot kommen. Es geht um komplette Sätze, die egal was die Zahl auf dem Plättchen zeigt, immer 24 Punkte wert sind. Da kann man gut Einer-Sätze sammeln. Wir sind zu fünft, also braucht man genau vier andersfarbige Plättchen, keinesfalls darf ein eigenes darunter sein. Und Dubletten zählen gar nichts.
Also ist man beschäftigt. Wo liegen vermeintlich die gesuchten Plättchen? Zunächst liegen sie noch verdeckt, erst wenn die Würfel verteilt sind, werden sie aufgedeckt. Glück kommt so ins Spiel, denn man weiß nie genau, in welchem Laden die gesuchte grüne Drei auftauchen wird.
Da kommt man schnell ins Grübeln. Rainer ist heute meisterlich im Grübeln. Er denkt, aber nicht nur er denkt ausgeprochen lange nach. So zieht sich das Spiel doch, auch wenn Rainer schon mit dem Pausenhühnchen angemahnt wird. Das Spiel ist wirklich nicht unspannend, aber eben doch sehr zäh und viel zu lang. Das Rating von nur 6.4 bei BGG spricht da Bände. Richard Breese hat mit dem Spiel keines seiner Meisterwerke geschaffen. So ist das mit dem Matthäus Effekt. Wer viele Spiele hat, dem wird sogar noch eines gewidmet, auch wenn's nicht so prickelnd ist.
Und wir in Deutschland haben leider verpasst, vor BGG so eine tolle Datenbank zu schaffen, die die Web-2.0-Funktionalitäten in vollem Umfang nutzt. Luding ist geblieben, was es schon immer war: „nur“ eine Linkliste. Bei uns bleibt alles unübersichtlich und zersplittert, nichts wird wie bei BGG gebündelt. Was ja auch einige Vorteile hat. Die Versuche von Gamemob oder Spiele-Check, so etwas wie BGG zu kopieren, sind eher gescheitert und zum jetzigen Zeitpunkt längst überflüssig.
Gewinner: Ach ja, es gab natürlich auch einen Gewinner. Unser Denker gewinnt. In diesem Fall nicht Gregor, sondern Pausenhühnchen Rainer. Er denkt und denkt und denkt sich mit 151 Punkten zu einem sehr deutlichen Sieg. Denken scheint sich also auszuzahlen. Dafür wird er von Gregor mit einem schönen Spruch bedacht: „Ich weiß eigentlich gar nicht, warum Rainer gewonnen hat.“ Das geht eher nicht gegen Rainer, sondern gegen das Spiel. Irgendwie macht man so 'rum, ohne wirklich erkennen zu können, was das eigene Tun bewirkt. Gregor kommt immerhin auf 138 und Herbert auf 136 Punkte. Tom und ich bilden die Nachhut. Tom kommt auf 123 und ich nur auf 117 Punkte. Gegen Ende will einfach niemand mehr meine angebotenen Spiele kaufen. Und dann greife ich noch zur grünen statt zur blauen Drei. Hinter meinem Sichtschirm lassen sich die Farben einfach nicht gut genug auseinander halten. Wär's die richtige Drei, hätte ich immerhin noch 132 Punkte, und wenn nicht am Ende meine Fünf und Sechs liegen geblieben wären, dann hätte ich bestimmt gewonnen. So! Das Spiel eignet sich trefflich zum Nachkarten, aber nochmal spielen würde ich es nicht so gerne. Alles zu unbestimmt, zu suppig, zu grüblerisch.

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