Dienstag, 18. Juni 2013

Rezension: Kniffel - Das Kartenspiel von Schmidt

Ted Alspach: KNIFFEL – DAS KARTENSPIEL für 2 bis 4 Spieler mit Illustrationen von Anne Pätzke bei Schmidt 2013

Thema: KNIFFEL mit Karten. Tja, nicht wirklich, denn das Spiel gab's in den Staaten früher schon als PERPETUAL-MOTION MACHINE ganz ohne KNI... Und jetzt halt bei uns mit KNIFFEL-Thema.
Optik: Der Schriftzug für den Titel ist Original-Kniffel. Ansonsten alles schön poppig und übersichtlich. Die Tableaus sind aus dicker Pappe, dafür hätte die Qualität der Karten besser sein können, sind mir zu labberig.

Donnerstag, 13. Juni 2013

+ Brügge von Hans im Glück

Stefan Feld: BRÜGGE für 2 – 4 Personen mit Illustrationen von Michael Menzel bei Hans im Glück 2013, Vertrieb durch Schmidt-Spiele

Liegt BRÜGGE nicht ganz nah neben TROYES? Optisch auf keinen Fall, da trennen die beiden Spiele Welten. Auch was die Regeln angeht, BRÜGGE ist gefälliger. In BRÜGGE wollen wir was werden, selbst dann, wenn die Stadt unser Fortkommen doch arg behindern kann. Der Bürgermeister ist da konsequent, wirft uns einige Knüppel zwischen die Beine. Dabei sind die Bedrohungen fast noch berechenbar. Zeigen die Würfel fünf oder sechs Augen, wandert 1/3-Kreissegment an jeden Spieler. Ist der Kreis dann geschlossen, wird’s auf die eine oder andere Weise unangenehm. Brüggemeister Feld sorgt für Verluste.
Auf eine andere Art unangenehm wird’s, wenn gerade auf keinem der beiden Stapel eine Karte in der richtigen Farbe liegt. Das ist mitunter arg schlimm. Ich frage mich nur, warum Feld immer wieder zum Bürgermeister diverser Städte erkoren wird.
Ersteinschätzung: Auch wenn man sich so manches Mal ausgebremst vorkommt, so sorgt doch das Kartenglück oder -pech für eine gewisse entspannte Haltung. Man kann ja so allerhand mit seinen fünf Karten planen, aber niemand hat das Spiel komplett in seiner Hand. Jeder nimmt, was er kriegen kann und versucht das Beste daraus zu machen. Also, was soll's?! Bloß keinen Ärger über den vermeintlich so fiesen Bürgermeister.
BRÜGGE zu erkunden ist spannend, zumal man immer wieder auf andere Einwohner trifft. Jeder hat davon so seine Eigenarten, die sich mitunter sehr gewinnbringend kombinieren lassen. Und manchmal reicht es eben nur dazu, dass sie im Kanalbau landen. Was ja nicht das Schlechteste sein muss. Soll ich BRÜGGE nochmal besuchen? Was für eine Frage, klar … In jedem Winkel der Stadt kann ich wieder neue Facetten entdecken. Und manche Facette wird sich bestimmt erst im zweiten Anlauf zu erkennen geben. Will sagen: Manchmal muss man darüber schon etwas nachdenken.
Gewinner: Es läuft für mich, habe eine Geldmaschine, viele Handwerker und den zugehörigen Meister. Alles gut soweit, nur für Tom läuft es noch besser. Zu Beginn hat er zwar immer was zu jammern, aber er verschafft sich mehr und mehr Karten und Aktionsmöglichkeiten, baut wie verrückt Häuser und gewinnt am Ende doch noch mit 54 zu 49/38/36 Punkten. Was zeigt mir das: Ich habe längst noch nicht alle Ecken von BRÜGGE ausgeleuchtet. Und wer verliert, braucht sich nicht zu grämen, irgendwie ist bei BRÜGGE nicht der Sieg das Ziel. Dafür ist man oft genug dem Kartenglück ausgeliefert … was natürlich eine schöne Entschuldigung für meinen zweiten Platz ist.

Dienstag, 11. Juni 2013

Das 221. Montagsspielen (07/2013) am 29.04.13 mit Brügge und Kniffel – Das Kartenspiel

Heute wären wir fast zu Fünft gewesen, selbst der lang verschollene Rainer ist mit von der Partie. Wäre ja wirklich mal zu schön gewesen, wenn Astrid als jüngstes Mitglied auf dem harten, unbequemen Besucherklappstuhl Platz nehmen müsste. Wir denken da streng hierarchisch. Das wackelige Ding ist ihr erspart geblieben. Nicht, dass sich jemand von den altgedienten Herren erboten hätte, statt ihrer darauf zu sitzen. Wir sind ja nicht zu fünft angetreten. Dafür darf sie uns dann aber wenigstens BRÜGGE erklären. Ihr Angebot, den Erklärerjob zu übernehmen, lassen wir uns keinesfalls entgehen. Wir hätten natürlich auch endlich nochmal TZOLK'IN oder wenigstens erneut RIALTO spielen können. Aber BRÜGGE lockt, und das nicht nur optisch.
Nach BRÜGGE spielen wir zur Entspannung noch eine Partie KNIFFEL – DAS KARTENSPIEL. Wir trauen uns sogar an diese schwierigere Variante, wenigstens das! Ja, wir Montagsspieler trauen uns echt was zu.

Dienstag, 4. Juni 2013

Rezension: Tzolk'in im Vertrieb von Heidelberger

Simone Luciani und Daniele Tascini: TZOLK'IN für 2 bis 4 Personen mit Grafik von Milan Vavroň bei Czech Games Edition (CGE) 2012, Vertrieb Heidelberger

Thema: Ob's wirklich so klar war, dass die Erde nicht untergeht. Macht sich auf jeden Fall gut, mit dem Maya-Kalender und dessen Zeitenende zu spielen … auch wenn es nur Staffage für ein Worker-Placement-Spiel ist. Immerhin: die Worker fahren Karussell auf den fünf Zahnrädern, die sich um ein zentrales Zahnrad drehen.


Optik: Die Zahnräder dominieren die Optik. Ansonsten ist das Spielbrett glänzend bunt, die Schachtel ist da viel zurückhaltender. Nur der Glasschädel auf dem Cover?! Ich weiß ja nicht …
Außerdem musste ich das zentrale Zahnrad erst noch mit heißem Wasser übergießen, damit es sich ganz entspannt plan legt und die Zahnräder gut ineinandergreifen. Erst nach dieser Prozedur lief das Spiel wirklich rund.
Mechanik: TZOLK'IN folgt dem Entweder-Oder-Prinzip. Entweder ich setze Arbeiter gegen Bezahlung auf den Zahnrädern ein oder ich nehme welche herunter. Natürlich ist es lukrativ, Arbeiter auf den Zahnradkarussells länger mitfahren zu lassen, weil sie dann mehr Punkte/Ertrag/Möglichkeiten bringen. Nur leider erlebt man dann, oft genug dass ein Mitspieler zugreift, bevor man selbst wieder an die Reihe kommt. Das sorgt für gewissen Druck, ständige Entscheidungen sind gefragt. Gut, ab und an lehne ich mich auch zurück. Ich weiß, aktuell und die nächsten zwei, drei Runden kann mir da keiner in die Suppe spucken.
Und wie das bei Spielen mit italienischen Autoren so ist: Optionen gibt's reichlich. Als Neuling fühlt man sich den (zu)vielen Möglichkeiten ausgeliefert. Es gibt aber durchaus klare Wege, um direkt an Siegpunkte zu kommen. Lassen Sie sich aber nur nicht daran hindern, ab und zu einen Umweg zu nehmen. Bei TZOLK'IN lässt sich tatsächlich auf vielerlei Wegen der Sieg erreichen.
Fazit: Ich hege durchaus gewisse Vorbehalte gegen Spiele italienischer Autoren. TZOLK'IN ist aber zum Glück bei einem tschechischen und nicht einem italienischen Verlag erschienen. Die haben eine gute Nase für sehr gute Spiele. Ob Czech Games Edition das Spiel soweit geglättet, überflüssige Schnörkel abgehobelt haben, dass TZOLK'IN ein richtig gutes Spiel geworden ist? An versteckten Ecken finden sich auch noch ein paar unnötige Schnörkel, aber damit kann ich gut leben. Eine Vorliebe für komplexe Spiele sollte aber bestehen. Auf Neuspielerdeutsch: TZOLK'IN ist ein Vielspielerspiel, ein Spiel für Spieler mit viel Spielerfahrung.
Listenfaktor: Beim „Deutschen Spiele Preis“ bestimmt ganz vorne, wenn es nicht sogar zum Sieg reicht. Und bei der grauen Jury? Da hat es tatsächlich zu einer Empfehlung neben TERRA MYSTICA gereicht. Das haben wir sicher dem Juror Udo Bartsch zu verdanken, der TZOLK'IN bestimmt nominiert hätte. In seinem Blog hat er TZOLK'IN mächtig gepusht und auf der Klausursitzung der Jury bestimmt seinen Mitjuroren schmackhaft gemacht. Oder hat er es nur auf die Empfehlungsliste durchdrücken können, damit die Restjuroren sich weder mit ihm noch mit TZOLK'IN auseinandersetzen müssen? Jau Udo, lass gut sein ...

Freitag, 31. Mai 2013

Das Ende der Kleingartenidylle

Unser Kleingarten ist doch eigentlich sehr überschaubar. Jeder hat seine Parzelle, auf der hegt und pflegt meistens ein Er „seine“ Spiele. Eine Kompostkiste für den Ausschuss gibt’s natürlich auch. Alles schön! Wie in jedem Schrebergarten muss man die unterschiedlichsten Typen akzeptieren: Angenehme Mitspieler, Wichtige und Wichtigtuer, Dogmatiker, Forenpolizisten, Leute mit denen man sich lieber nicht unterhält und sogar die unverzichtbaren Quertreiber. Wo kämen wir den hin, wenn wir uns nicht an ganz bestimmten Leuten reiben könnten, gerne natürlich am Garten-Vorstand. Wie im richtigen Leben, eben Idylle pur. Und jenseits des Gartenzauns?
Zugegeben, ich hätte den Artikel übers Bloggen in unserer Lokalzeitung erst gar nicht gelesen, wenn da nicht eine attraktive junge Frau auf dem Foto gewesen wäre. In unserem Kleingarten findet man solche Menschen ja nun wirklich selten. Wer Spiele hegt und pflegt hat andere Qualitäten. Und was lese ich dann: Die Studentin hat 200.000 bis 300.000 Klicks – im Monat! Fährt auf die New Yorker Fashion Week … und kann vom Bloggen über Mode leben. Toll! Bekleidet.net muss ich mir unbedingt anschauen, da könnte ich mir ja was abgucken. Tja, zu schreiben hat sie nicht viel, Jana Windhofer stellt eher Bilder von ihrer neuesten Kleidung vor, mit sich selbst als Model. Ganz schön schick, aber inhaltlich nicht so weltbewegend – für mich. Das man davon leben kann?!
Bild: Kosmos
Aber in unserem Kleingarten kommt's darauf ja nicht an, denn wer hat schon so viel Interesse an dem, was ich beackere. Monatlich Hunderttausende von Klicks kommen da nicht zusammen, wohl auch nicht bei den größten unter uns Kleingärtnern. Hat Kosmos deshalb eine Kampagne außerhalb unserer Idylle gestartet, quasi als Nachwuchsarbeit für unseren Kleingartenverein. Kosmos zahlt über eine Agentur Geld an Video-Blogger, die einen Bericht über ihr DICE DEVILS veröffentlichen. Sebastian Welzel von zuspieler.de hat das als „Teuflisches Angebot“ informativ aufgearbeitet. Wer auf Youtube nach DICE DEVILS und der Agentur Hallimash sucht, stößt auf herrliche Beispiele gerade eben jener bezahlten Blogger. Und da ist echt alles dabei, sogar ein richtig gutes Video. Und bevor mir hier jemand Sexismus unterstellt: Ja, ich finde ihre grauen Augen wundervoll.

Die Videos:

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