Donnerstag, 31. Juli 2014

Das Ende aller Spielekritik (VI) - Die kalte Sprache der Rezension

Unsere Sprache ist ein Präzisionswerkzeug. Fein ziselieren und grob arbeiten, alles ist damit möglich. Und selbst Emotionen kommen rüber. Oder könnten rüber kommen! Leider lesen sich viele Rezensionen wie Testberichte: Nüchtern, trocken, langweilig. Lange Sätze, Passivkonstruktionen, umständlicher Satzbau. Wenn ich Rezensionen lese, will ich aus manchen Sätzen 30 Prozent überflüssige Wörter heraus schütteln. Kann ich aber nicht, also lese ich nur noch das Fazit. Der Rest - Einleitung und Regelerklärung – ist mir zu fade. Wäre es nicht schön, wenn Rezensionen eine Melodie oder einen Rhythmus hätten, eine kleine Geschichte erzählten und wenigstens klitzekleine Pointen böten. Ich weiß, das gelingt nicht oft … Vielleicht hilft es, sich mal mit dem Lesbarkeitsindex zu beschäftigen oder für eigene Texte den Flesch-Wert zu berechnen. Dieser Text hat einen Flesch-Wert von 66.

Dienstag, 29. Juli 2014

Das 244. Montagsspielen (14/2014) am 07.07.2014 nur mit Polis

Wenn wir nur zu zweit antreten, warum dann nicht intensiver spielen? Spiele spielen, die sonst nie auf den Tisch kommen … Warum nicht POLIS? Das war doch mal in aller Munde, ist aber längst wieder abgetaucht. Also setzte ich mich nachmittags hin und lese die Regel zu POLIS. Fast eine Stunde habe ich dafür gebraucht. So viele Details … mir schwirrt der Kopf. Am Abend brauchen wir dann eine gute Dreiviertelstunde fürs Regelerklären, dann beginnt der Kampf. Athen gegen Sparta. So richtig wissen wir nicht, wie anfangen. Aber so langsam lichtet sich dann doch der Nebel, die Wirtschaft kommt in Schwung, und doch wächst unsere Bevölkerung nicht im gewünschten Umfang. Aha, ohne wachsende Bevölkerung keine Expansion, aber viel Volk viel Hunger. Wir brauchen auch Korn, und Korn in Mengen gibt’s nur durch Handelsfahrten. Und gleichzeitig sollen noch Projekte gestartet werden, die uns ebenso Prestige einbringen wie Eroberungen fremder Städte. Und ohne Prestige keine militärischen Aktionen, weder zu Land noch auf See. Und ohne Angriffe keine Expansion …
Wir fühlen uns ein bisschen wie im Hamsterrad, jedenfalls ich. Wir treiben eine komplexe Maschine an. Angenehm komplex oder anstrengend komplex? Nach zweieinhalb Stunden ist Schluss. Athen gewinnt mit einem Prestigepunkt mehr. Astrid findet POLIS gut, ich erst nur interessant. Ist das wieder so ein Spiel, das man gerne öfter spielen würde, weil es ein so intensives Spiel ist, es dann aber doch nicht tut, weil es so anstrengend ist, es 1. vorzubereiten und 2. zu spielen? Astrid und ich haben es uns aber fest vorgenommen, Athen gegen Sparta antreten zu lassen, wenn die anderen Montagsspieler mal wieder nicht können … Für POLIS braucht man schon einen Gegner auf demselben Niveau und mit derselben Erfahrung. Es wieder mit einem Anfänger zu spielen, hätte ich keine Lust. Aber das ist ja sowieso die Crux aller Zwei-Personen-Spiele.

Donnerstag, 24. Juli 2014

+ Burgenland von Ravensburger

Inka und Markus Brand: Burgenland für 2-4 Spieler ab 9 Jahren mit Grafik von Julien Delval bei Ravensburger 2014

Das ist ja so was von offensichtlich: Das knuffig bunte cartoonige Cover spiegelt so gar nicht das Spielgeschehen wider. Da ist ja tatsächlich Tiefe im Spiel. Jetzt aber erst hübsch der Reihe nach, schließlich hat jeder von uns ein festes Ziel vor Augen. Als Erster alle seine Häuser, Mauern, Brunnen und Palasse in den verschiedenen Burgen unterzubringen. In diesem Wettrennen ganz ohne Wertungsleiste hat die Brandsche Burgenbauordnung-BBbO eine ganze Menge mitzureden. Erstens regeln die beiden angrenzenden Wappen, welche Farben die vier Karten für die Baugenehmigung haben müssen. Zweites regelt die BbbO, was dort gebaut werden darf.

Dienstag, 22. Juli 2014

Das 243. Montagsspielen (13/2014) am 23.06.14 mit Norderwind, Burgenland und Fünf Furunkeln


Wir hören ja nicht auf andere, wir wollen es bitte schön selbst wissen, selbst erfahren … und spielen deshalb Kosmos NORDERWIND. Oder sollte ich schreiben Klaus Catans NORDERWIND. Und was soll ich jetzt sagen? Ich meine, wir haben unsere Erfahrung gemacht … nachdem wir’s nicht glauben wollten, was die anderen so meinen. Aber was kann ich schon anderes schreiben, als das hier: Sie haben recht, so was von recht. Für NORDERWIND reicht es hier im Blog allerhöchstens für „Das Ende allen Wiederspielens.“ Oder sollte ich mir das auch schenken, denn wir sind uns einig. „Zieht sich wie Kaugummi, noch dazu diese nervigen Nebelkarten“ meint Astrid. Und Michael stößt in dieselbe Kerbe: „Was für ein mühsames Glücksspiel.“ Ja, NORDERWIND ist ein optisch aufgebohrtes, aber total repetitives Spiel mit sehr hohem Glücksanteil. Immerhin kann ich das Spiel gerade noch rechtzeitig mit den erforderlichen 10 Siegpunkten beenden. Die anderen haben da gerade erst sechs bzw. drei Siegpunkte. Da waren selbst die Verlierer glücklich … schließlich waren wir kurz davor, NORDERWIND abzubrechen. Und das ist ja schon ewig nicht mehr passiert.

Dienstag, 15. Juli 2014

Das 242. Montagsspielen (12/2014) am 26.05.2014 mit Burgenland, Gardens und Blöder Sack


Irgendwann kommen wir bestimmt noch an den Punkt, bei dem keiner der alten Garde mehr antritt. Nee, nee, soweit ist es wenigstens mit mir noch nicht, aber natürlich gibt’s auch bei den Montagsspielern eine gewisse, wenn auch seltene Fluktuation. Wer uns schon verlassen hat? Über die Jahre, wenn nicht schon Jahrzehnte? Vor der Zeit dieses und des Montagsspielen-Blogs?
Da war der Kartendenkspieler Christian, der bei jedem Kartenspiel über seine Karten so lange orakelte, bis er die beste Möglichkeit gefunden, uns in den Schlaf zu versetzten, um uns dann auszuspielen… Mittlerweile lebt der Mann in Bayern. Da war der damals noch sehr junge Aushilfsverkäufer, aber sehr leidenschaftlich spielende Hendrik aus Münsters „unmöglichem Kinderkaufhaus“, der aktuell für die Fairplay schreibt und gerade von einer ostfriesischen Insel ins Emsland gezogen ist. Warum nur? Keine Mitspieler auf Borkum? Da waren ein paar Gäste, die aus diesem oder jenem Grund nicht wiedergekommen sind. Die anderen Abgänge geschahen eher schleichend … bis auf Gregors hochdramatisch inszenierter Abgang mit Karten auf den Tisch knallen, Türen schlagen und Gezeter. Tja, der Mann ist weg. Ob er noch spielt?

Dienstag, 8. Juli 2014

Das 66. Großspielen am 03.06.2014 mit Kubb und Concept im Haus Münsterland

Volle Konzentration!
Es ist Juni – es ist endlich wieder KUBB auf den Wiesen von Haus Münsterland. Wiesen? Ja, dieses Mal spielen wir auf zwei Feldern, immer zwei gegen zwei … bis Inga und Martin kommen. Die steigen dann als dritte Spieler in zwei Teams ein. Inga bei Jürgen und mir, Martin bei Johannes und Diane. Jürgen und ich sind zu diesem Zeitpunkt ungeschlagen und setzen unseren Siegeszug mit Inga gegen das andere Dreier-Team fort. Drei Spiele, drei Siege. Hab' ich noch nicht erlebt. Aber für Jürgen und mich läuft es blendend. So ... genug abgefeiert … in der Pause kredenzt Wirt Johannes uns noch einen kleinen leckeren Imbiss. Tja, so ist das mit 'ner eigenen Kneipe fürs Kubben.
Nee, nee, nee, so geht das mit dem Werfen aber nicht!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Rezension: Splendor von SPACE Cowboys

Marc André: Splendor für 2 – 4 Spieler ab 10 Jahren mit Illustrationen von Pascal Quidault bei JD Éditions – SPACE Cowboys 2014 im Vertrieb bei Asmodee

Ich muss Ihnen jetzt was gestehen: Hab' gerade erst bemerkt, dass sich auf den Entwicklungskarten nicht nur der Kaufpreis und die Farbe des Edelsteins befinden, sondern auch … echte, schöne Bilder … die ich während der Partien nicht einmal wahrgenommen habe. Ist ja auch gar nicht nötig, denn es kommt ja nur auf die wirklich wichtigen Informationen an. Und die werden gut transportiert. Also: Welche Chips in welchen Farben muss ich sammeln, um an die Bonuskarte zu kommen?
Nehmen kann ich entweder zwei Chips einer Farbe oder drei verschiedenfarbige Chips. Letzteres immer, ersteres nur, wenn noch mindestens vier Chips der Farbe vorhanden sind. Und manche Farbe wird gerne gehortet. Zum Glück darf aber jeder nur 10 haben. Es fließen dann auch Chips wieder in den Vorrat, aber nicht unbedingt alle, die man für den Kauf braucht. Da seien die gekauften Bonuskarten vor, denn jede passende Bonuskarte verringert die Anzahl erforderlicher Chips. Und der Bonus wächst wegen der weiter zugekauften Bonuskarten an. Mitunter ist eine Bonuskarte dann auch gratis zu haben. SPLENDOR nimmt so kräftig an Fahrt auf. Und als Oberbonus locken noch die Adeligen, die immer dann „zu Besuch kommen“, wenn man die gewünschten Bonuskarten bereits sein eigen nennt. Jeder „Besuch“ bringt drei Siegpunkte
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