Montag, 4. April 2011

+ Troyes - Das 166. Montagsspielen (06/2011) am 04.03.2011

Sebastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban: TROYES für 2 - 4 Personen, Pearl Games 2010

TROYES hat jede Menge Vorschusslorbeeren. In Essen 2010 habe ich eines der letzten Exemplare ergattert. Ausnahmsweise habe ich eine Erstauflage gekauft, ganz einfach weil das Spiel bei der Fairplay-Scoutaktion so nach oben geschossen ist. Montagsmitspieler Dieter stand in der Schlange genau hinter dem Käufer, der das letzte Essener Exemplar ergattern konnte. Ob's Pech war?
Dieter fehlt heute, deshalb müssen wir uns die Regel im wahrsten Sinne des Wortes erarbeiten. Nach ca. einer Stunde starten wir. Was für eine lässliche Hürde, das Spiel mit einer schlecht geschriebenen Regel derart auszubremsen. Ärgerlich, dass Gleiches nicht durchgängig gleich benannt wird. Der Einstieg ist deshalb äußerst schleppend. Wir kennen die Karten nicht, wissen nicht wirklich, was sinnvoll zu tun wäre. Wieder so ein Spiel um tausendundeine Möglichkeit, ein paar Pünktchen zu machen.
Meine „Personen-Karte“ - beim Material noch „Persönlichkeits-Karte“ genannt ist eigentlich eine geheime Auftragskarte – zwingt mir meine Strategie regelrecht auf. Ich setze deshalb auf „Meister“, für die man direkt Siegpunkte erhält. Mit Meistern lassen sich zudem noch die Funktionen diverser Karten nutzen. Meine „Meister“ bieten mir doppelten Nutzen. Haben die anderen wohl nicht erkannt, wie nützlich Meister sind.
Gemeinsam kämpfen wir zudem gegen die Bedrohung von außen. Beteiligungen an Kämpfen bringen Sieg- als auch Einflusspunkte. Und ohne Einfluss steht man auf jeden Fall schlecht da, denn mit Einfluss lassen sich Würfel noch nach dem Wurf manipulieren. Haben wir aber auch nicht wirklich genutzt.
Ersteinschätzung: TROYES ist komplex, und für uns Neueinsteiger sogar kompliziert. Wir empfinden das ganze Spiel als Mühsal. Trotz der vielen Würfel ist es bestimmt kein Würfelspiel. Jedes Mal muss überlegt werden, wie man die Würfel – eigene und fremde – am sinnvollsten einsetzt. Gerade der Zukauf von Würfeln gegen Geld macht es für den Startspieler einfacher, aber für alle anderen viel schwieriger. Hohe Würfel sind dann schon längst aufgekauft und eingesetzt.
Die Spielreihenfolge ist also sehr entscheidend. Und je später man an die Reihe kommt, desto mehr zeigen sich ganz lange Zähne. In TROYES steckt schön viel Ärgerpotenzial, ganz frustfrei wird keine Partie verlaufen. Es steckt aber auch spielerisches Potenzial im Spiel. Aber wie geschrieben, die Regel ist eine Hürde, auch dass es kein Übersichtsblatt über die Zugabfolge gibt. Da wird ein Spiel unter Wert verkauft.
Gewinner: Meine Strategie funktioniert meisterlich, wahrscheinlich aber nur, weil wir noch nicht wirklich den kompletten Durchblick haben. Ich gewinne mit 35 zu 29 und 23 Punkten. Doch kein Mikromanagementspiel, geht es doch nicht um jeden Punkt? Ich denke schon …
Bei uns wird es TROYES schwer haben, zumal Gregor und Herbert ganz ohne Schuld verloren haben. Meine geheime Auftragskarte (die eigene Meister ganz doll belohnt) sei deutlich, wirklich und auch ganz bestimmt sehr viel stärker als ihre Aufträge. Die beiden übersehen nur, dass sie von meinem Auftrag ebenso hätten profitieren können. Sie hätten nur selbst Meister platzieren müssen, denn jeder Auftrag gilt am Ende auch für alle. Man kann sich also einklinken, wenn man denn erkennt, wer welche Aufträge hat und deshalb besonders verfolgt. Eigentlich ein ganz chicer Mechanismus. Wir wissen aber nix, kennen die „Personen-Karten“ nicht. Kann man dem Spiel eigentlich auch nicht vorwerfen.
Naja, eigentlich müssten wir noch einmal ran, denn wir haben vergessen, für die beiden grauen, weil neutralen Sektoren, zu würfeln. Was für eine umfangreiche grauenvolle Regel … wir tragen an diesem Fehler keine Schuld. Wirklich nicht?!

Kommentare:

  1. Hallo Montags-Spieler! Ihr müsst Troyes mindestens noch einmal spielen, dann werdet Ihr merken und erkennen, was es für ein vertracktes Spiel ist. Die ersten beiden Partien sind nur zum Verstehen des Mechanismus und der Personenkarten nötig.

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  2. Das glaube ich gerne, nur liegt jetzt schon das nächste Spiel der Pearl-Gamer auf dem Tisch. Bei Tournay ist es übrigens ganz genauso: Einmal spielen reicht nicht.

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