Dienstag, 7. November 2017

Rezension: Facecards oder vielleicht Face Cards von Ravensburger

Leo Colovoni: FACECARDS für 3 bis 7 Spieler mit Illustration von Oliver Freudenreich bei Ravensburger 2017

Gesichtspärchen

Thema: Immer zwei Karten müssen zusammenfinden. Drauf sind Personen, Tiere und Gegenstände. Wer gehört zu wem? Oder was gehört zu wem? Wer sieht sich ähnlich? Welche beiden Karten sind ein Paar?

Optik: Klar und funktional. Mehr gibt’s nicht zu sagen?! Doch, einige Fotos sind schon sehr gelungen. Entfernte Verwandte der Ferngläser auf Aussichtspunkten sind mir sogar persönlich bekannt. Und bei einigen Motiven lohnt es sich durchaus, sie auf dem Kopf zu betrachten. Mal mit der englischen, mal mit der deutschen Beschriftung nach oben.


Mechanik: Sechs Motive hat jeder auf der Hand. Zwei, die irgendwie zusammen gehören, wählt man für jede Runde aus. Beide Motivkarten bleiben zunächst verdeckt. Eine geht in die Mitte, eine bleibt vor mir liegen. Das macht jeder, und je nach Spieleranzahl kommen noch ein bis drei Karten vom Stapel dazu. Es soll ja nicht zu einfach sein.

Dann wir aufgedeckt: Alle Karten in der Mitte und alle vor uns Spielern. Na?! Welche Karten bilden ein Pärchen? Vor wem liegt der Fotoapparat? Los, ein Pärchen ansagen … Och, ist doch sowas von offensichtlich. Das passt doch wie die Faust aufs Auge, wie der Topf zum Deckel.


Ist es richtig, bekommen beide Spieler eine Karte des Pärchens. Und ist das Pärchen gemischt, also Tier und Mensch, Mensch und Gegenstand oder Gegenstand und Tier, gibt’s noch je eine Extra-Karte ins Fotoalbum. Das Fotoalbum ist auch eine Karte, unter der dann alle gewonnenen Karten landen. Und wer hat am Ende die meisten Fotos im Album?

Fazit: Da kommt gleich Stimmung auf. FACECARDS ist ein blendender Unterhalter: locker, leichtgängig, kommunikativ. So einen Gast wünscht man sich doch auf jeder Party. Ein echter Knaller … Vorausgesetzt man steht auch auf Smalltalk … auf gehobenen Smalltalk, wenn sich die Runde aufs Assoziieren versteht. Pärchen lassen sich ganz banal oder kultiviert, filigran, anspruchsvoll und ausgeklügelt bilden. Eben „sophisticated“.


Ranking: FACECARDS spielt auf dem Niveau von CRAZY WORDS, vielleicht noch ein bisschen darüber, weil es direkter ist. Man muss nicht nach Wörtern suchen, man findet die Entsprechungen in Gesichtern … oder was man so für Gesichter hält. Wer sich vorab ein Bild von Dingen mit Gesichtern machen will, kann sich auf Twitter den Account von @FacePics anschauen. Wer einen Blick dafür hat, findet solche Gesichter im eigenen Alltag.

Ravensburger hat sich zur Messe in Essen eine ganz besondere Überraschung einfallen lassen. Dort gab es für Spielejournalisten personalisierte FACECARDS. Man selbst auf einer der Karten. Im Nachhinein bin ich doch froh, dass der Krug an mir vorbei gegangen ist. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, mit welchen kruden Tieren, Gegenständen oder Menschen mein Gesicht ein Pärchen bilden würde. Besser nicht ...

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