Donnerstag, 12. Oktober 2017

+ Scythe von Stonemaier Games (deutsche Ausgabe von Morning)

Jamey Stegmaier: SCYTHE mit Illustration von Jakub Rozalski für 1-5 Spieler bei Stonemaier Games 2016, deutsche Ausgabe bei Morning 2016


Ursprünglich ein Kickstarter-Spiel, ist es auf der Spiel 2016 bei Morning auch auf Deutsch erschienen. Feuerland Spiele hat es dann in ihr Programm übernommen. Dieser Lebensweg des Spiels verspricht einiges. SCYTHE muss wohl was können können. Schon mal interessant: Jeder startet mit einer leicht anderen Ausgangslage ins Spiel. Daraus das Beste zu machen, ist dann die Bestimmung und Berufung. In der allerersten Partie das vollständig zu durchblicken, ist heute unsere Herausforderung.

Es startet ganz friedlich als Entwicklungsspiel. Jeder für sich in seiner Ecke des überbunten Spielplans. Wir sammeln mit unseren Arbeitern Rohstoffe und entwickeln daraus Technologien, die unsere Spielweise verbessern. Wie immer bei dieser Art von Spiel: Viel hilft viel: Viele Arbeiter, viele Kampfmaschinen, viele Technologien. Und davon auch am besten als Erster.


Erstaunlicherweise bleibt es zunächst sehr friedlich. Jeder frickelt in seiner Ecke an seinen Zielen. Erst mit genügend Entwicklung geht’s ans Ausbreiten. Die Kampfmaschinen transportieren unsere Arbeiter auf fernere unbesetzte Felder. Im Zentrum liegt die Fabrik, die ist besonders lukrativ. Und weil sich Astrid und Michael ausbreiten, flammen natürlich die ersten Konflikte auf. Kämpfe laufen aber irgendwie nur mit angezogener Handbremse. SCYTHE ist – jedenfalls zu dritt – kein sehr konfliktträchtiges Spiel, es wird eher gedroht als gekämpft … denke ich, bis ich überfallen werde. Warum nur, schließlich hat mein Angreifer jetzt eine ungedeckte Flanke. Astrid könnte da einbrechen. Macht sie aber nicht, sondern platziert immer mehr Arbeiter und Gebäude auf dem Plan. Nur wenn's sein muss, übernimmt sie Michaels Felder, die nur mit einem Gebäude, aber mit keinem Arbeiter belegt sind. Ist besser für die Reputation. Je besser die Reputation, desto mehr Punkte für alles.


Ersteinschätzung: Viele Wege führen zum Sieg. Es sind nicht unbedingt die Sterne, wenn sie auch ein guter Indikator für das anstehende Spielende sind. Sechs Sterne, dann ist Schluss. Wer viele Sterne abgelegt hat, hat auch viel erreicht. Aber es sind andere Wertungsleisten entscheidend. Und auch, wer aus seiner persönlichen Ausgangslage das Beste machen konnte bzw. überhaupt erkannt hat, was z.B. mit meinem Polonia so alles (besser) möglich wäre.

SCYTHE ist gut gemacht, die persönlichen Spieltafeln perfekt produziert. Wirklich schön ist es irgendwie trotzdem nicht. Im Laufe der Partie hat mich der bunte, unübersichtliche Spielplan doch ein wenig gestört. Und die Abbildungen auf den Karten haben eigentlich niemanden von uns wirklich interessiert, auch wenn wir sie uns jedes Mal, wenn eine neue Karte aufgenommen wurde, gegenseitig gezeigt haben.


Alles in Allem ist SCYTHE ein Worker-Placement- und Area-Control-Spiel mit vielen Möglichkeiten zur Optimierung. Wie das dann so ist: Es startet langsam, sehr langsam … um dann plötzlich abzugehen, wie eine Rakete in der Startrampe. Diesen Punkt, an dem das ganze Spiel abhebt, habe ich dank meiner ständigen Überlegerei, was wie wann zu machen ist, total verpennt. Ist SCYTHE dann auch so was wie ein Wettrennen? So wie AUF DEN SPUREN VON MARCO POLO? Aber das hatte ja wenigstens ein variables Spielfeld...

Dass ich den Umschwung nicht habe kommen sehen, kann ich dem Spiel nicht vorhalten, zumal ich völlig den Aspekt der Ausbreitung meines Territoriums vernachlässigt habe. Richtig gefangen hat mich SKYTHE aber nicht. Dafür ist es trotz perfekter Ausstattung ein bisschen zu trockenes Optimierspiel, insbesondere bei der Planung der eigenen Zugreihenfolge. Da erscheint einiges doch sehr zwingend.


Gewinner: Astrid macht das Rennen, wenn auch nur nach dem zweiten Tie Breaker. Sie und Michael haben beide 63 Punkte und gleichviele Gebäude. Astrid hat aber mehr Felder besetzt. Ich verpasse das Spielende und komme nur auf 54 Punkte. Ich hätte besser auf die errungenen Sterne meiner Mitspieler achten sollen. Sind sechs auf dem Brett, endet das Spiel. Aber ich war viel zu sehr mit dem Optimieren von Polonia beschäftigt.

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