Mittwoch, 31. Mai 2017

Rezension: Word Slam von Kosmos

Ein Begriff in 105 Karten

Inka und Markus Brand: WORD SLAM für 2 Teams (oder 3 und mehr) Spieler mit Gestaltung von Fiore GmbH bei Kosmos 2016

Tja, manchmal herrscht doch Stille. Was will uns der Erklärbär damit sagen? Was hat er nur für Karten ausgelegt? Häh!? Da hört man doch gerne auf das, was das andere Team rät. Die genannten Begriffe bringen einen vielleicht auf die richtige Spur, um aus den eigenen Wörterkarten die richtigen Schlüsse zu ziehen. Aus Karten mit Subjekten, Verben, Adjektiven und „diversen Wortarten“ soll ein Begriff erklärt werden, den nur die beiden Erklärbären kennen. Spielt das andere Team überhaupt koscher oder will es uns aufs Glatteis führen? Die können ja auch irgendwas rufen. Und manches Team ruft wirklich laut.

Die beiden Erklärer legen aus ihren eigenen vier Stapeln passende Karten auf die Bänkchen ihres Teams. Nur das eigene Team sieht die Karten, zu hören bekommt aber auch das Gegnerteam, was geraten wird. Fällt der Groschen? Und bleibt der Erklärbär still?

Natürlich geht es auch auf Zeit, schließlich will man den gesuchten Begriff als Erster erraten. Das fordert vom Erklärbären einiges: Schnelles Durchstöbern der Erklärkarten, gleichzeitig nach passenden Assoziationen fahnden oder einfach passende Karten finden. Hui, für manchen ist das anstrengend. Hand, Auge und Hirn … alles ist gefordert. Achja, auch das Ohr, denn man muss auch mitbekommen, wenn das eigene Team den gesuchten Begriff errät. Auf jeden Fall gib's dann ein großes Hallo. Für besonders gelungene knackige Beschreibungen anhand ein paar weniger Karten. Oder für die richtige Denke … weil man sich einfach so gut kennt.

Klar? Klar!

Ums nicht ganz so einfach zu machen, spielen bei mir Ehe- oder Lebenspartner niemals zusammen. Das wäre ja zu schön, wenn die sofort alles erkennen würden. Und was ist, wenn Ehepartner nicht den Gedankengängen des Partners folgen können? Diese Peinlichkeit bleibt allen erspart.

Beinahe hätte WORD SLAM keine eigene Kritik mehr bekommen. Das Spieljahr ist schließlich fast um, und was spät im Jahr rezensiert wird, ist meistens nicht so im Fokus. Das täte WORD SLAM unrecht, denn meine Mitspieler beim Großspielen haben letztens noch nach WORD SLAM gefragt. Und wieder lief es topp. Und auch die Jury hat an dieses Spiel gedacht und es auf die Empfehlungsliste gesetzt. Und das, obwohl so viele bärtige Männer in der Jury sitzen. Ich hoffe, es war kein Zugeständnis an das einzige weibliche Jurymitglied. Hat nicht früher Jochen Corts mit seinem Faible für abstrakte Spiele auch immer eins davon auf die Liste setzen dürfen? Ansonsten dominieren bei der diesjährigen Jury-Auswahl nur Große-Jungs-Themen.

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