Donnerstag, 11. August 2016

Rezension: Isle of Skye von Lookout

Da waren wir in der Fairplay der Zeit voraus. Bereits vor Essen 2015 hatten wir in unserer 113. Ausgabe eine Rezension von ISLE OF SKYE. Und beinahe hätte ich vergessen Alexander Pfister, Andreas Pelikan und Lookout zum Gewinn des grauen Pöppels zu gratulieren. Hole ich jetzt gerne nach. Für mich ist ISLE OF SKYE fast schon ein rotes Spiel.


Alexander Pfister und Andreas Pelikan: ISLE OF SKYE für (2)3 bis 5 Spieler mit Illustrationen von Klemens Franz bei Lookout-Spiele 2015

Gutes Einlochen!

Der naheliegendste Einstieg: Die beiden Autoren haben gerade mit BROOM SERVICE den grauen Pöppel abgeräumt. Ein schöner Erfolg ... blablabla … Der üblichste Einstieg: Skye ist so eine schöne Insel … blablabla ...Und mein Einstieg ist: Können Sie kaufen, wenn Sie ISLE OF SKYE nicht zu zweit spielen wollen. Schluss, Ende der Rezi. Sie müssen nicht mal mehr den letzten Absatz lesen. Ausnahmsweise sind Sie mal im Vorteil, wenn Sie vorn anfangen zu lesen!


Diese Info reicht, muss reichen, bevor Sie nach Essen aufbrechen. Noch was: In Essen müssen Sie das Spiel nicht kaufen. Sie wissen ja bereits, dass es sich lohnt und dass die knappe Zeit in Essen besser damit verbracht wird, den Geheimtipps und Insiderspielen, den Exoten und Schnäppchen nachzujagen. ISLE OF SKYE können Sie ruhigen Gewissens auch noch später kaufen. Ich würde es so machen, wenn ich nach Essen käme.

Ach, Sie kommen nicht?! Dann besuchen Sie doch Skye … im Herbst. Irgendwann wird Ihnen der feine schottische Nieselregen so egal sein, aber niemals wird es Ihnen egal sein, wenn jemand Ihre beiden Plättchen abgekauft hat, und Sie nur eines – hoffentlich niemals keines! – in die eigene Landschaft aus Bergen, Wiesen und Lochs einbauen dürfen. Lochs sind auf Skye wie überall in Schottland ebenso Seen wie Fjorde, und Fjorde gibt es in Wirklichkeit wie im Spiel meistens mehr als Seen.


Portree
Nur ein Plättchen anzulegen ist doof. Aber wer weiß, vielleicht hätten Ihnen Ihre beiden anderen Plättchen ja auch gar nix gebracht. Immerhin haben Sie jetzt Geld gespart und viel Geld in der Kriegskasse. Ihren Preis muss der Gegner auch aufbringen können. Zahlt er, müssen Sie für Ihre Plättchen nicht bezahlen, nehmen also 2x Ihren festgesetzten Preis wieder in die Hand. In der nächsten Runde können Sie groß einkaufen. Leider muss ich Ihnen sagen, dass Sie nur ein Plättchen bei genau einem Mitspieler kaufen können. Tja, manchmal ist die Auswahl der Plättchen wirklich verlockend. Aber haben Sie das verlockendste Plättchen auch im Blick?

Im Blick sollte man nicht nur das eine fremde oder Ihre beiden eigenen Plättchen haben, die Sie unbedingt und superpassend in die eigene Quadratlandschaft einbauen wollen. Wer gewinnen will, muss auch das eine Plättchen im Auge haben, das einem Mitspieler enormen Punktezuwachs verspricht. Das ist gar nicht so einfach, deshalb lassen Sie Ihren Kopf kreisen, schauen Sie genau hin und probieren im Geiste, wie dieses oder jenes Plättchen zu Ihrer Auslage passt.


Neist Point
Es wimmelt nämlich nur so von Bonuspunkten für bestimmte Konstellationen. Brochs, Leuchttürme, Farmen, Viehzeugs, Wikingerschiffe und Whisky-Fässer versprechen Einkommen und Punkte. Aber die meisten Punkte machen Sie doch mit den vier ausliegenden (von 16) Wertungsplättchen, die nach jeder Runde einzeln, zu zweit oder zu dritt gewertet werden. Jedes wird über sechs Runden genau drei Mal gewertet. Die vier Plättchen richtig zu deuten, ist ebenfalls eine Kunst. Manche liefern im Verhältnis zu anderen enorm viele Punkte, wenn Sie sie richtig und gezielt einsetzen. Ich sag nur: Schafe und Rinder angrenzend zu Bauernhöfen. Deshalb immer darauf achten, ob ein Mitspieler nicht doch heimlich, still und leise darauf zielt.

Rocker in Portree
Alles klar?! Achja, die Plättchen werden verkauft. Drei Plättchen zieht man aus dem Sack, platziert Sie offen vor dem Sichtschirm, dahinter bestimmen Sie eines für den Orkus und für zwei die Preise. Dann wird auf Kommando der Sichtschirm gelüpft und in Zugreihenfolge eingekauft. Die Preisfindung ist kniffelig. Reicht mein Preis, damit ich sie selbst behalten darf? Habe ich noch genug Geld, um das Plättchen meiner Wahl bei einem Mitspieler zu kaufen? Zu zweit ist dieser Mechanismus ziemlich nebensächlich, zu dritt und mehr Mitspielern kann es einem dann doch passieren, dass die Gegenspieler mir die beiden Plättchen abkaufen. War mein Preis zu niedrig? Wie viel Geld haben die anderen auf der Kralle?


Nach sechs Runden ist Schluss. Zu den Punkten der vier Wertungsplättchen kommen jetzt noch die Bonuspunkte für bestimmte Konstellationen auf den Plättchen und für fünf Münzen je einen Siegpunkt. Wie sieht's aus? Gewonnen … Und wie sieht Ihr SKYE überhaupt aus? So schön ausgefranst wie in echt? Und führen Straßen ins Nirwana? Bis auf die Straßen müssen Sie immer passend anlegen. Berg an Berg, Wiese an Wiese und Loch an Loch, egal ob eingelocht oder nicht.

Zuerst veröffentlicht in der Fairplay


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