Mittwoch, 30. September 2015

Kein Ende … allen Staunens

Die Internationalen Spieletage stehen vor der Tür. Essen wird zum Nabel der Spielewelt und einige Spieler zu Jägern. Auf der Suche nach den lohnenswerten Spielen wird vorab das Netz nach Informationen durchsucht. Ja, dieses Spiel muss man haben, weil … es genau ins eigene Beuteschema passt. Da gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze.

Manche gehen auf die Jagd nach Spielen, die sich gewinnbringend weiterverkaufen lassen. Diesen Jägern steht der Sinn nach seltenen Spielen, die es möglichst limitiert und nur auf Vorbestellung gibt. Japanische Spiele und auch das Spiel von den Lamont Brothers fallen darunter. Wer Beute dieser Jäger wird, ändert sich von Jahr zu Jahr, manchmal – sehr zum Frust – dieser Jäger entpuppt sich erst im Nachhinein, welche Spiele sich wirklich gelohnt hätten.

Manche gehen auf die Jagd nach Spielen, die ein Schnäppchen sind. Für kleine Kasse wird sich da eingedeckt. Für 5, 10 oder 20 Euro kann man auch nichts falsch machen. Sicher ist das eine oder andere verkannte Schätzchen darunter, vieles erfreulich billiger als noch im letzten Jahr, aber im Grunde sind die meisten dann doch eher Spiele von gewisser mittelmäßiger Qualität. Mit viel Glück ergattert man aber manchmal doch noch ein supergutes, tolles Spiel, genau passend für die Spielerunde daheim.

Manche gehen auf die Jagd nach den besten Spielen. Dafür wird sich gehörig vorbereitet. Regeln werden gelesen, jedes Gerücht, jede Meinung verarbeitet. Alles fließt ein, welche Verlage mit welchen Spielen unbedingt und auf jeden Fall besucht werden müssen. Der Plan der Messestände mit den Namen der Verlage wird ausgedruckt, die Laufstrecke markiert, ein Messe-Arbeitsprogramm aufgestellt.

Mancher geht auf die Jagd nach Statusspielen. Nur die Spiele, die man wirklich haben muss, werden gekauft, weil man auf den Kauf so stolz ist. Das können die seltenen, die guten oder auch die billigsten Spiele sein. Egal, die Beute wird gehörig abgefeiert, weil man sich freut, sie noch erhascht zu haben.

Manche lassen sich tatsächlich noch treiben. Die werden von den Spiele-Erlegern bestraft: Die tollsten Spiele sind längst ausverkauft, die besten Schnäppchen sind auch schon weg und die Spieltische an den wichtigsten Verlagen längst auf Dauer ausgebucht. Trotzdem kommen diese Spieler jedes Jahr wieder, weil sie einfach gerne staunen über das Treiben in Essen. Spielen hier und da, bei Verlagen, die den Jägern total egal sind, flanieren an den Exoten vorbei, nehmen die Nerds dort nur als Nerds und gar nicht als Jäger wahr … und kommen doch jedes Jahr wieder. Wie auch sonst kämen die hohen Besucherzahlen zusammen. 100.000 Staunende stehen doch nur 10.000 oder noch viel weniger Jägern gegenüber.

Und ob die Jäger wirklich noch staunen, wenn sie die erlegten Spiele ins Regal gestellt haben oder wenn sie den hübschen Reibach in neue Spiele angelegt haben? Wissen Sie darauf eine Antwort?
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