Donnerstag, 23. April 2015

Rezension: Zeitalter des Krieges von Heidelberger Spiele "geht gut"

Reiner Knizia (und Sebastian Bleasdale and Kevin Jacklin): ZEITALTER DES KRIEGES für 2 bis 6 Personen mit Illustrationen von Simon Eckert und Tony Foti bei Heidelberger 2014

Thema: Oha, feudales Japan … und so, kennt man ja aus James Clavells Roman „Shogun.“ Das macht schon was her. Eine ziemlich kriegerische Zeit. Ein Glück, dass in diesem Spiel nur Würfel sterben.

Optik: Samurai im Vordergrund, Burg im Hintergrund … martialische Farben. Die Burgen – quadratische Kärtchen – lassen den Flair vermissen, sind sogar in gewisser Hinsicht unübersichtlich. Nicht, was die Würfelsymbole auf den Gefechtsreihen angeht, sondern eher deren Symbolik. Stört nur marginal, alles andere – auch die Würfel – sind top.


Mechanik: Alle Würfel werfen und eine Gefechtsreihe bedienen, also die Vorgabe auf einem Burgenkärtchen erfüllen. Weiter würfeln … Eine andere Vorgabe derselben Burg erfüllt? Gut, weiter machen, bis auch die letzte Reihe fällt. Dann geht die Burg in Ihren Besitz. Und wer auch immer später eine Ihrer eroberten Burgen angreifen will, muss einen Würfel mehr einsetzen. Ein Daimyo-Symbol ist zu würfeln. Eroberte Burgen erneut zu erobern, ist schwieriger. Wäre es anders, wäre ZEITALTER DES KRIEGES eine endlose Würfelei. Und was passiert, wenn man eine Vorgabe nicht erfüllen kann? Dann verliert man einen seiner nur insgesamt sieben Würfel.

In diesem Spiel gilt: Die Vorgaben müssen in einem Wurf erledigt werden, hier wird kein Würfel heraus gelegt. Nachwürfeln ist sowieso nur was für Feiglinge und IM ZEITALTER DES KRIEGES gar nicht vorgesehen. Klar, dass man zuerst eher Bögen, Reiter oder Damyos auf den Schlachtreihen platziert, erst im Nachgang kümmert sich ein kluger Feldherr um die Schwerter. Die sind schließlich drei Mal auf jedem Würfel: Ein, zwei oder drei Schwerter.
Und wer immer ein Set von einer, bis zu vier Burgen erobert hat, hat erstens diese Burgen sicher und zweitens sogar mehr Punkte. Das lohnt sich schon …

Fazit: … kann aber auch manchmal das Spiel in die Länge ziehen. Wer überlässt schon einem Gegner freiwillig die letzte Karte zu seinem Set? Also kämpfen, auf Reiter und Bogen (in einem Wurf) hoffen … scheitern und erneut anrennen. Klar, beim Erstürmen von Burgen erleidet jeder mal Verluste. ZEITALTER DES KRIEGES ist, wenn es nach der Lautstärke so mancher meiner Partien geht, ein super Spiel. Edo will nicht fallen, alle holen sich blutige Nasen und heulen um die Wette. Als Edo dann doch noch fällt, übertönt infernalisches Siegesgeheul das Gestöhne aller gescheiterten Angreifer. Gut, wenn sich ein Endspiel nicht so lange zieht, aber es kann durchaus dazu kommen...

Ranking: Was soll ich hier die Haare in der Suppe suchen. ZEITALTER DES KRIEGES gefällt mir, gerade weil dieses Würfelspiel tatsächlich so was wie Atmosphäre vermittelt. Bei jedem Kampf fiebere ich mit, ob's dieses Mal endlich klappt. Beim fast identischen Vorläufer RISIKO EXPRESS habe ich davon nie etwas gespürt. Hat mir vor acht Jahren allerdings auch schon gut gefallen, ZEITALTER DES KRIEGES gefällt mir besser. Und wenn Sie noch kein RISIKO EXPRESS haben, bekommen Sie mit ZEITALTER DES KRIEGES genau das, was Ihnen bislang noch gefehlt hat: Ein (oft) knackiges Würfelspiel mit Atmosphäre.

 Diese Rezension erschien zuerst in der Fairplay 110.
Im Übrigen ist nur die Seite echt, in der das Logo auf den Bildern zum Logo oben auf der Seite passt. Alle anderen Seiten haben sämtlichen Inhalt von meiner Seite gestohlen.

Kommentare:

  1. Liebe Doppelkritiker,
    die Illustration dieses Spiels kommt nicht von mir,
    sondern von Simon Eckert und Tony Foti, auch wenn ich es sicher gern umgesetzt hätte ;-).
    Viele Grüße
    Dennis Lohausen

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    1. Danke für den Hinweis, der Fehler ist jetzt korrigiert.

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