Dienstag, 3. Februar 2015

+ Die Staufer von Hans im Glück

Andreas Steding: DIE STAUFER mit Illustrationen von Franz Vohwinkel für 2-5 Spieler bei Hans im Glück 2014

Was ein richtiger Kaiser, zumal ein Staufer ist, der liebt Brimborium: Bei Vorbereitung, Spiel und Abrechnung. Ganz klar, ein Stauferkaiser wird nur beim Hans im Glück richtig glücklich. Die Hänse wissen, wie man ein derartiges Spiel richtig umsetzt. Viel Material eingeschlossen.

Dass man als Spieler die Eigentümlichkeiten des Kaisers während dessen Reise zu den sechs Städten in seinem fast kreisrunden Reich nicht auf Anhieb durchschaut, liegt in der Natur des Spiels, auch wenn faktisch die allerletzte Information über des Kaisers Reiseroute offen liegt. Er reist zu einigen Städten, zu manchen gar nicht und zu mancher Stadt ganz gewiss ein zweites Mal. Darauf sollte man sein Spiel abstellen.

DIE STAUFER funktioniert zweigeteilt: Während der Partie erzielen wir, aber nicht unbedingt alle, in den vom Kaiser besuchten Städten Punkte. Zusätzlich sammeln wir Plättchen ein, die uns Sondermöglichkeiten eröffnen. Die sofort zu verplempern, sollte sich jeder gut überlegen, denn es gibt ja noch die Endwertung. Die erfordert sorgfältige Planung in Abhängigkeit von der Reiseroute. 


Oft ist es überaus sinnvoll, noch Figuren in den Städten stehen zu haben, die der Kaiser besucht hat. Aus der Stadt, die der verlässt, räumt er normalerweise alle Figuren ab. Das ist manchmal doch arg ungünstig, denn wer will schon viele Figuren opfern, um später diese Städte (abseits des Kaisers Reiseroute) wieder zu erreichen. Nur das Einsetzen im Feld mit Kaiser kostet die Figur für das gewählte Feld. Eine Reise zu einer weiter entfernten Stadt kostet je durchquerter Stadt eine Figur mehr … es sei denn, man nutzt das Privileg für billiges Reisen.

Ersteinschätzung: Gar nicht so klar, was zu tun und was zu lassen ist. Ins Spiel zu kommen dauert, daran haben die umfangreiche Regel und das viele aufzubauende Spielmaterial Schuld. Eigentlich sind die Regeln dann doch ziemlich eingängig, aber wie das so oft ist: Welche Auswirkungen welche Züge haben, erkennen sicher nur erfahrene Staufer.

Der Startspielermechanismus ist auf gewisse Weise faszinierend und sehr praktikabel umgesetzt. Will ich in einer Stadt einsetzen oder Nachschub besorgen? Wer einsetzt, kommt nach hinten und wer Nachschub holt kommt nach vorne in die jeweilige Schlange. Sind alle Positionen besetzt, kommt die komplette Nachschubschlange zuerst auf die Startspielerleiste, daran angeschlossen die „Einsetz-Schlange“. Das find‘ ich ja schon mal ziemlich clever …


DIE STAUFER enthält tatsächlich viel Brimborium, ist vielleicht sogar ein bisschen „over the top.“ Das Rezept und die Zutaten sind gut gewählt. Auch wenn wir erst wie Dorftrottel vorm Staufer stehen, so nach und nach kommen wir dem Spiel auf die Schliche. Ganz besonders Herbert, der gänzlich unbemerkt Punkteplättchen einsammelt. Die kennen wir aus so vielen Spielen, folgen auch immer derselben Masche: Je mehr man davon hat, desto höher steigen die Punkte … die dann auf einer nicht ganz so gelungenen Siegpunkteleiste abgetragen werden. Die 25er-Teilung passt eher in die Niederlande, führt bei uns dann doch mehrfach zur Verwirrung.

Gewinner: Jeder von uns rechnet sich gute Chancen auf den Sieg aus, nur mit Herbert und seinen Siegpunktplättchen rechnet nur Herbert. Große Überraschung! Er zieht elegant an allen vorbei und gewinnt mit 26 Punkten. Und puh … der Abstand ist dann doch nicht ganz so groß: 24, 21 und nur 20 Punkte mache ich, weil ich die Endwertung doch zu sehr vernachlässigt habe.

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