Donnerstag, 4. Dezember 2014

Rezension: Beasty Bar von Zoch

Stefan Kloß: Beasty Bar für 2-4 Personen mit Illustrationen von Alexander Jung bei Zoch 2014

Thema: Wer in Heaven's Gate will, muss sich vor dem Gorilla anstellen. Wen lässt er rein? Nur die beiden ersten Tiere in der Schlange ...

Optik: Ganz witzig, wenn auch ein bisschen fahrig. Vor allem die großen, dicken Karten sind – als solche – wunderbar.

Mechanik: Eine von vier Karten ausspielen und ordentlich drängeln oder ärgern. Wie das geht? Jedes der 12 Tiere verfügt über unterschiedliche Eigenschaften. Manche Tiere – die dicken Viecher – sind ganz vortreffliche Drängler. Die Nilpferddame überholt alle Tiere niedrigeren Wertes in der Schlange, das Krokodil metzgert alle rangniedrigeren Tiere. Und das schwächste Tier? … ist das Stinktier und vertreibt die beiden höchstwertigen Tierarten aus der Schlange. Sie können sich denken, wodurch …
Und wer die fünfte Karte legt, wenn danach auch fünf liegen bleiben, entscheidet darüber, welche beiden Tieren in Heaven's Gate kommen. Diese beiden landen auf dem Siegpunktestapel. Das ist schön für deren Besitzer, weniger schön: Das Tier in der letzten Position landet in der Gosse und ist raus! Tja, ist Pech ...
Fazit: Ach wie schön wär's in der Schlange, wenn man selbst die fünfte Karte legen dürfte. Sonst ist man mit seinen Tieren ziemlich dem Zufall – den Tieren der Mitspieler - ausgeliefert. Manchmal, nur manchmal, entstehen Situationen, die man clever nutzen kann. Haben Sie dann gerade die richtige Karte auf der Hand? Öfter, viel öfter, ist Schadenfreude im Spiel. Wenn jemand ganz clever mit der Robbe den Eingang zum Ende und das Ende zum Eingang macht, dabei aber übersieht, dass sich das Krokodil – happs, happs – wieder bis vor die Tür durchfrisst. Oder wenn jemand einen zweiten Affen spielt, der zusammen mit dem ersten nach ganz vorne in die Schlange springt. Und dann … oh Wunder … beide Affen wieder von Madam Hippo nach hinten gedrängelt und anschließend vom Kroko gefressen werden. Tja, das ist schon lustig, wenn's mir nicht widerfährt. Aber steuern kann man wenig, allerhöchstens solche dämlichen Züge vermeiden.
Und komischerweise traute sich in meinen Runden niemand das Zebra früh auszuspielen, was lässig vor Madam Hippo und Metzger Kroko schützt. Die beiden Viecher kommen nicht an ihm vorbei. Leider nützt das coole Zebra doch eher den Tieren der Mitspieler, die vor dem Zebra ganz sicher anstehen. Zögert sich deshalb der Einsatz heraus oder haben wir das Zebra nur falsch eingesetzt?
Bewertung: Besser wär's, wenn die Symbolik unten auf der Karte eingängiger wäre. Dann müsste man in den ersten Partien nicht immer nachlesen, was welches Tier kann und welchen dauerhaften Effekt es hat. BEASTY BAR wäre schon deutlich zugänglicher. Wer aber mit seinen Mitspielern an den Möglichkeiten der Tiere scheitert, sich dann noch dem Kartenglück ausgeliefert fühlt, wird die BEASTY BAR niemals mehr betreten. Wer BEASTY BAR als Glücksspiel hinnimmt, sich an lustigen oder dämlichen Situationen erfreuen kann, hat auch Spaß am Spiel. Die Wertung ist dann allerdings nebensächlich.

Ranking: Wer gewinnt hat einfach mehr Massel gehabt. Ich stelle mich nicht so gern in die Schlange vor Heaven's Gate. Der Gorilla kann mich mal, ich muss nicht in die Bar und mit anderen Spielen lässt sich besser spielen.

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