Sonntag, 30. November 2014

Kein Ende … aller Killerstrategien

Bei uns Montagsspielern ist schon das eine oder andere Spiel gleich beim ersten Mal durchgefallen oder – wirklich selten – vor der allseits bekannten Wand gelandet. Aber nie wissentlich oder mit Vorsatz, wir nutzen bestenfalls einfach nur die ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Von uns befasst sich vor der ersten Partie keiner so intensiv mit einem Spiel, dass es dann aus reinem Mutwillen gegen den Strich gebürstet werden könnte. Das passiert, wenn überhaupt nur zufällig oder bei echten Steilvorlagen … oder wenn einer mal etwas über ein Spiel gelesen hat. Passiert ja immer öfter, dass irgendwelche Schlaumeier gleich herumposaunen, welches Spiel warum nicht wirklich funktionieren könnte, dürfte, sollte, müsste.
Eigentlich kann ich mich jetzt nicht mehr konkret an ein Spiel – außer RAILROAD DICE – erinnern, wo uns jemals die Erkenntnis überkam, dass das Spiel „broken“ ist. Ist es wirklich kaputt, lohnt es sich gar nicht mehr, es zu spielen? Und wenn einen diese Erkenntnis trifft, ist sie wirklich wahr? Beim Montagsspielen spüren wir allerhöchstens, dass etwas nicht stimmen könnte. Bei vielen Spielen, die andernorts als „broken“ gebrandtmarkt werden, merken wir es nicht oder sind zu doof, alle Eventualitäten bei den gebotenen Möglichkeiten durchzuspielen. Vielleicht sind wir mittlerweile einfach zu braven Spielern mutiert, die nicht mehr die vorgegebenen Bahnen verlassen … oder weil wir ein Spiel gar nicht oft genug spielen.

Ich würde mich jedenfalls zurück halten, solcherart Erkenntnisse mit der mittlerweile üblichen Inbrunst zu verkünden. Klar, dass bestimmte Arten von Spielen eher Probleme in dieser Hinsicht machen können. Asymmetrische Spiele sind besonders anfällig, aber auch komplexere Spiele mit vielen Optionen … oder Spiele mit Badehaus.

Mich stört es allerdings, dass einige Helden sofort diese oder jene Schwäche offenlegen, die unter bestimmten Umständen, und seien sie noch so hypothetisch, eintreten dürften, könnten oder sogar müssten. Mein Gott, ob solche Niedermacher noch Spaß am Spielen haben? Ich hätte auf jeden Fall kein Vergnügen an solchen Menschen, erst recht nicht beim Spielen, aber auch nicht in den einschlägigen Foren. Threads über Killerstrategien meide ich wie der Teufel das Weihwasser. Sie etwa nicht? … weil Sie immer gewinnen wollen?!

Kommentare:

  1. Also ich lese überhaupt keine Strategieartikel zum Thema Brettspiele, ist doch bei den meisten Spielen wirklich übertrieben, dann könnte ich ja auch wieder Skat oder Schach spielen.
    Ich lese momentan zudem fast keine Rezensionen zu neuen Spielen oder erst, wenn ich mir selbst (durch spielen! Bekloppt, ich weiß...) eine Meinung gebildet habe.
    Fand ich in Essen (!) schon ziemlich krass, dass da abends einige Schlaumeier schon wieder wussten, dass die Spiele, die ich mir gerade besorgt hatte, doch "ziemlich Scheiße" seien... Das nervt dann wirklich.

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    1. Ich bin da über einige "'Strategietips" mehr oder weniger gestolpert. Sowas zu lesen, will ich in Zukunft vermeiden. Vielleicht sollten einige Koryphäen vorab einen Spoiler-Hinweis geben.

      Andere Kritiken lese ich noch genauer ... von Kritikern die ich persönlich kenne und deren Bewertungen ich vertrauen kann.

      Und ja, dass einige dazu neigen, ihre Meinung zu bestimmten Spielen als Maß der Dinge zu sehen, kenne ich auch. Ist ja irgendwie menschlich, ist nur immer die Frage wie es 'rüber kommt und wie anmaßend solche Leute auftreten.

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