Dienstag, 26. August 2014

Rezension: Port Royal von Pegasus

Alexander Pfister: Port Royal, ehemals Händler der Karibik, für 2-5 Personen mit Illustrationen von Klemens Franz bei Pegasus Spiele 2014

Wofür sind Vorurteile eigentlich gut? Dass man sie selbst bestätigt!? Kennt' man ja! Wird ein Spiel so gehypt, dass es während der Internationalen Spieletage in Essen ausverkauft ist, gibt es selbstverständlich nur ein Fazit? Ich hab’s natürlich gekauft, dann ist es super, denn ich bin ein echter Kenner. Und wenn es nicht mein ist? … kann's ja auch nicht so dolle sein. Und wehe, einer schwärmt mir davon vor, dann putz' ich's einfach runter.

Letztes Jahr in Essen ist PORT ROYALs Vorgängerspiel HÄNDLER DER KARIBIK sowas an mir vorbei gegangen. Von wem wurd's verlegt? Ah, vom Österreichischen Spiele Museum sogar mit e.V. – wer kennt die schon?! Also ich nicht. Von deren kleinem Kartenspiel hab' ich erst nach der Messe gehört. Wäre es gut, hätte ich schon auf der Messe davon erfahren, ich bin schließlich ein Kenner. Und weil ich keins kaufen konnte, muss ich mich auch nicht ärgern. Taugt ja nix … Ihr „ätsch, ätsch, ätsch“ können Sie sich gerne sparen.


Und vorbestellt hätte ich es schon rein gar nicht. Schon seit 2009 gilt mein „Das Ende aller Vorbestellungen.“ Mein Fazit: Wenn ein Spiel gut ist, ein kommerzieller Erfolg werden kann, kommt es wieder, keine Frage. Irgendein Verlag hebt die Perle früher oder später. Bei HÄNDLER DER KARIBIK war's Pegasus Spiele, die es als PORT ROYAL zügig neu aufgelegt haben. Zusammen mit eggertspiele ist Pegasus 2014 absoluter Jahrgangs-Dominator. So viele hochgelobte Spiele von denen … und dann auch noch dieses schöne Kartenspiel PORT ROYAL.

Wegen meiner allzu offensichtlichen Fehleinschätzung hatte ich mir nach der letzten Messe eine hübsch konstruierte Abneigung gegen dieses Spiel zugelegt. PORT ROYAL ist ja etwas sperrig zu spielen … und überhaupt wie KLEINE FISCHE von Peter Neugebauer. Und doch … ist ja logisch, dass ich nicht umhin komme, mein selbst konstruiertes Vorurteil zu widerlegen. Nach einigen Partien die erschlagende Erkenntnis: PORT ROYAL ist ein fluffiges Spiel.


Dieses Zocken auf gute Karten wie bei KLEINE FISCHE, Siegpunkte sammeln wie bei DIE SIEDLER VON CATAN, die Kartenrückseite als Währung wie bei BOHNANZA … Zack! Und PORT ROYAL ist gar nicht so schlecht, wie von mir gewollt. Wer Gutes aus anderen Spielen mischt, erleidet nicht unbedingt Schiffbruch. Außer er deckt zwei Schiffe derselben Farbe auf und hat keine Piraten oder Seemänner, um das zuletzt aufgedeckte Schiffchen abzuwehren. Im PORT ROYAL anzulanden ist gar nicht so schwer.

Ist Ihnen meine Rezension zu knapp? Dann lesen Sie meine Ersteinschätzung mit mehr Details.

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