Dienstag, 17. Juni 2014

+ Port Royal von Pegasus

Alexander Pfister: PORT ROYAL für 2 bis 5 Personen mit Illustrationen von Klemens Franz bei Pegasus Spiele 2014, zuerst veröffentlicht vom Österreichischen Spielemuseum 2013

Das sind wir also: Piraten … oder so ähnlich. Vielleicht auch nur Kaufleute, so verkauft uns das die Regel. Aber Port Royal war doch die Stadt der Freibeuter und auch deshalb wohl eine der reichsten Städte der Welt … ja, bis eine höhere Macht damit Schluss machte. Aus war's mit Sittenlosigkeit und lockerer Moral. Kein Platz für Sodom und Gomorrha, am 07.06.1692 war damit Schluss. Die Stadt versank im Meer … und 2014 legt es Pegasus neu auf, züchtig und gezähmt.
Wir sind Kartenstapeldurchsucher, suchen nach Geldmünzen und Siegpunkten, die gerne in Form von Personen und Aufträgen. 12 Punkte sind der Sieg (hier und nicht nur auf CATAN). Decken wir Schiffskarten aus dem Stapel auf, bringt jedes Schiff zwischen einer und vier Münzen ein. Aber wehe, wir decken nochmal ein Schiff gleicher Farbe auf und können es mit unseren Matrosen oder Piraten nicht abwehren. Dann ist der ganze Zug verloren (hier und nicht nur wie bei KLEINE FISCHE und natürlich wie beim CAN'T STOP, dem Urvater dieses Mechanismus). Sind aber mehr als drei, also vier oder gar alle fünf verschiedenfarbige Schiffe aufgedeckt, dann darf man eine oder zwei zusätzliche Karten aus der gezogenen Auswahl nehmen. Aber hat man dafür genügend Münzen (hier und nicht nur wie bei BOHNANZA auf den Kartenrückseiten) zusammen, um Personen zu bezahlen, passende Symbole zusammen um Aufträge zu erfüllen?
Ersteinschätzung: PORT ROYAL lebt vom Risiko und natürlich vom Geld, was es relativ zyklisch macht. Wer viel Geld hat, wird möglicherweise mehr auf Risiko gehen. Aber es profitieren auch die Mitspieler, die sich bei einer großen Auslage bedienen könnten. Kostet dann aber eine Münze mehr, die an den glücklichen Kartenstapeldurchsucher geht. Also lieber kleinschrittig Münzen sammeln?
Was man auch macht, ganz ohne Risiko läuft's nicht besser. Glück gehört dazu, wie die Säbel der Matrosen und Piraten zur Abwehr der Schiffe. Mit einer schönen Abwehrstreitmacht fühlt sich jeder gleich sicherer bei der Jagd auf Siedler, Kapläne oder Kapitäne. Die braucht man zur Erfüllung der Expeditionsaufrufe. Braucht man auch noch die anderen Sonderkarten? Klar, der Admiral ist besonders beliebt. Warum? Das muss ich Ihnen doch nicht verraten. Und denken Sie außerdem daran, dass die eigene Streitmacht auch Schiffe mit zu wenig Münzen einfach verjagen kann. Ein besseres Schiff wird kommen...
Das Spiel ist übrigens sehr gut gestaltet. Warum allerdings die Regel so gegen das Layout gefaltet ist, erschließt sich mir nicht wirklich. Ist für mich jedes Mal eine Fummelei. Eines Tages falte ich die Regel gegen die Knicke … wenn ich all die Regeldetails wieder vergessen habe.
Gewinner: In der ersten Partie macht Herbert das Rennen. Er hat am Anfang nicht auf Erfüllung der Expeditionskarten gesetzt und stattdessen erst säbelschwingende Matrosen angeschafft. So kommt er über die Schiffe an reichlich Münzen und bezwingt uns mit 13 zu 10 zu 5 zu 2 Punkten. Na, wer hat da geschlafen?
In der zweiten Partie wissen wir Bescheid, decken immer nur wenige Karten auf, manchmal sogar nur eine. Läuft etwas stockend, aber die anderen können seltener von einem fremden Zug profitieren. Einer schaut meistens in die Röhre. Macht wohl jeder so, der weniger Münzen in der Kasse hat als die anderen. Astrid hat dieses Mal das richtige Händchen, gewinnt mit 12 gegen 9, 5, 4 Punkte. Ist das eigentlich häufiger so, dass mehrere Mitspieler so weit abgeschlagen zurück bleiben?

Kommentare:

  1. Habe es jetzt dreimal zu dritt gespielt - war bei uns von den Punkten immer ziemlich knapp, abgeschlagene Mitspieler/innen gabs eher nicht.
    Grüße
    Jan

    AntwortenLöschen
  2. Ja dann haben wir wohl nicht "richtig" bzw. konsequent genug gespielt. Mal schauen, ob's bei den Montagsspielern noch für ein oder zwei neue Partien reicht.

    AntwortenLöschen
  3. Die gefaltete Anleitung ist übrigens ein simpler Produktionsfehler seitens des Druckers. Schön ist die Faltung zwar nicht, aber sie ist auch nicht so dramatisch, dass man deswegen die gesamte Auflage hätte zurückziehen müssen. Inzwischen wird auch bereits schon die zweite Auflage ausgeliefert.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Nur noch einen (kurzen, längeren, langen) Augenblick, dann schalte ich Ihren Kommentar (bestimmt, vielleicht, nie) frei.

Gänzlich anonyme Kommentare veröffentliche ich nicht.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...