Dienstag, 31. Dezember 2013

Das Ende allen Auspackens

Weihnachten schafft mich immer wieder. So viel Geschenkpapier, so viele Geschenke erst ein- und dann wieder auszupacken. Und dann der riesige Geschenkpapiermüllberg an Heilig Abend. Aber es ist auch immer wieder herrlich, diesen Kitzel zu verspüren, was man geschenkt bekommt. Ob's passt, ob ich begeistert bin? Je enger ich mit dem oder der Schenkerin verbunden bin, desto sicherer bin ich mir vorab, das richtige Geschenk zu bekommen. Manchmal werden sogar meine Erwartungen übertroffen. Und bei Spielen gibt’s dieses Gefühl natürlich auch. Bei bestimmten Verlagen weiß ich oft schon vorab, was ich erwarten darf … Trotzdem bin ich immer voller Hoffnung, öffne jede Spieleschachtel mit Spannung, oft genug immer noch zärtlich.
Aber was erwartet mich wirklich in der Schachtel, wenn die Folie runter ist? Wie ist das schön, wenn ich den Deckel abhebe, der entstehende Unterdruck in der Schachtel mit leichtem Stöhnen … Sie kennen doch dieses Geräusch?! ... ausgeglichen ist und mein! Schatz endlich offen zutage tritt. Ich bin doch immer wieder neugierig und gespannt, was mich erwartet.
Und dieses herrliche Gefühl wird mir immer öfter genommen. Da gibt’s Webseiten, die stellen Fotostrecken oder Videos von Spielen ins Netz, die nur das „nackte“ Auspacken zeigen. Unboxing heißt das heutzutage. Mittlerweile meide ich solche Beiträge wie der Teufel das Weihwasser. So was bringt mir wirklich gar nix. Was soll ich meine Neugier so plump befriedigen, mich selbst meiner Vorfreude berauben? Das ist doch Selbstbetrug. Und außerdem, was nützt mir so ein Video oder so eine Bilderstrecke, wenn es dann noch nicht mal eine Meinung zum Spiel gibt. Ein bisschen mehr Mehrwert wäre mehr wert. Und doch bin ich mir der Mühe bewusst, die für diese Arbeit aufgebracht wird, wenn's nicht nur ein hingerotztes Video ist. Ich weiß ja schließlich, dass es die reine Selbstausbeutung ist.

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