Samstag, 30. November 2013

Kein Ende der Messen

Natürlich nicht das Ende von Essen, wo sich die treffen, denen Spiele besonders wichtig, Leidenschaft oder Geschäft sind. Essen ist echtes Hardcore, auch wenn das Insider wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnehmen. Und nach Essen bin ich an drei Sonntagen im November in einer anderen Welt. Da wird intensiv gespielt, nur irgendwie ganz anders, aber nicht minder interessiert. Zu den drei Spielemessen im Kreis Coesfeld kommt hauptsächlich ein für Vielspieler ungewohntes Publikum: Familien mit jüngeren Kindern.
Und was wollen die spielen? Nicht unbedingt und ausschließlich die neusten Neuheiten, auch nicht die Spiele, die in der Szene gerne und intensiv gespielt werden. Vor allem wollen sie Spiele, deren Regeln kurz sind und deren Spielspaß sich schnell entfaltet. Was die Besucher aber ganz besonders schätzen, ist eine gute Animation. Ich bin dann einer der „Freaks“, die passende Spiele für sie auswählen, die Regeln erklären und sie ins Spiel ziehen.
Natürlich klappt das nur, wenn wir „Erklärbären“ uns auf unser Publikum einstellen. Manchmal braucht man schon eine gute Nase und viel Erfahrung, um das richtige Spiel für eine alters- und interessengemischte Gruppe auszuwählen. Glaubt man ja manchmal gar nicht, wie viele hochintelligente Kinder es gibt, die einen fragend anschauen. Oder Omas und Opas, die „nur mitgekommen“ sind. Wir müssen deren Vorstellungen und Können passend einschätzen. In Essen ist das ganz anders, da stellen sich die Besucher auf die Spiele ein.
Familien, die zu den drei Messen kommen, erreiche ich sicher nicht mit der Fairplay und nur selten mit diesem Blog ... nur mit persönlichem Einsatz während der paar Messestunden. Und die Messe funktioniert nicht ohne den Kreis Coesfeld und den Spieleverlagen, die solche kleinen Spieleveranstaltungen unterstützen. Und doch wächst mit jeder neuer Spiele-Messe auch der Kreis von Familien, die fast immer dabei sind, die sich selbst bereits als Intensivspieler fühlen und die stolz auf ihre umfangreiche Spielesammlung sind. Wenn ich dann in deren leuchtende Augen schaue, sehe ich gerne darüber hinweg, dass ich mich eigentlich schon viel zu alt für den Job als Spieleerklärer fühle. Außerdem habe ich ja auch was von der Veranstaltung: Spielen mit ganz normalen Menschen verschafft die nötige Bodenhaftung, warum welche Spiele gerade besonders gut ankommen. Und das sind nur ganz selten die zeitintensiven Hochkaräter.

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