Dienstag, 5. November 2013

Das 228. Montagsspielen (14/2013) am 18.10.2013 mit Grand Cru und Kashgar


Tom kommt als erster und nutzt die Gunst der Stunde: Er baut sein schon oft mitgebrachtes GRAND CRU auf. Wie oft hat er es unterm Arm gehabt, ohne dass wir es gespielt haben? Heute ist die Zeit endlich reif. Der Wein dann auch ... denn natürlich geht's um selbigen, dessen Anbau, Reifung und Verkauf. Also ein Wirtschaftsweinspiel, auf das wir uns heute einlassen. Wobei der spielerische Aspekt nicht unbedingt im Vordergrund steht, GRAND CRU ist eher das typische Mikromangementspiel, das über die gesamte Spielzeit volle Konzentration für jede Aktion erfordert.
Bevor mir jetzt Gregorianismus vorgeworfen wird (nach einem ausgeschiedenen Montagsspieler, der alle Spiele schlecht fand, die er verlor):
Ich bin schließlich knapp noch Zweiter - besser Vorletzter - geworden, aber GRAND CRU ist wie trockener Wein. Man muss sich darauf einstellen, dass es sich halt trocken spielt. Die ganze Mechanik ist zwar nahe der Wirtschaft auf einem Weingut, aber eben auch mechanisch wiederholend. Leidenschaft für Wein kommt da nicht auf. Und wenn dann noch die Grafik abgrundtief hässlich und besonders bei den Ausbauplättchen unübersichtlich ausfällt, habe ich noch einen Grund mehr, GRAND CRU weiterhin links liegen zu lassen.
Zugegeben, das Spiel bietet schon einige interessante Mechanismen, aber wie im richtigen Weinbau braucht man einen langen Atem. Erst macht man Schulden, muss sein Weingut über Wasser halten, solange man keinen Wein verkaufen kann. Wir hatten erst alle nur „blauen Wein“ anbauen können, der über vier Runden bis zum Verkauf reifen muss. Das war schon eine harte Durststrecke, die jeder von uns immer wieder mit neuen Krediten überbrücken musste.
GRAND CRUs Grundmechanik ist durchaus intuitiv zu erfassen, aber es sind schon eine Menge Details aufgesattelt. So ein Managementspiel, das viel Klein-Klein erfordert, ist meine Sache eher nicht, zumal sich unsere Partie gut 2,5 Stunden hinzog. Astrid und ich waren am Ende sichtlich froh, dass wir es geschafft haben. Tom wusste offensichtlich, wie man das Weingut bewirtschaften muss. Er siegte locker mit 20 Punkten Vorsprung.
Da fällt mir noch ein: Wie fände ich wohl dieses Spiel, wenn es statt um Wein um Whisky ginge. Statt GRAND CRU ein CASK STRENGTH. Die Thematik passt auch gut auf eine Destillerie ... und wenn das dann optisch und redaktionell besser präsentiert würde, der eine oder andere Schnörkel abgeschliffen wäre, dann wär' ich bestimmt (mit "4 - geht immer") dabei. Ich bin halt kein Weintrinker.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit einer Partie KASHGAR, einem Deck-Building-Game mit der gewissen Nähe zu ... na was wohl für einem Spiel?! Unsere Ersteinschätzung demnächst in diesem Kino.

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