Dienstag, 22. Mai 2012

Rezension: Mystery Rummy Fall 4: Al Capone von Pegasus

Mike Fitzgerald und Nick Sauer: MYSTERY RUMMY FALL 4: AL CAPONE für 2 – 4 Personen ab 10 Jahren bei Pegasus 2011, Illustration von Caroly Van Duyn

Thema
Irgendwie doch ROMMÉ, gemischt mit AL CAPONE, seinen „Mitarbeitern,“ Elliot Ness und ein bisschen Bandenkrieg.

Optik
Na klar, wenn schon die ersten drei Spiele wie alte Bücher aussehen, dann auch das vierte. Die Karten sind so dick wie zuvor, bieten viel zu viel Angriffsfläche für Abrieb. Die Ränder leiden auf Dauer ...

Mechanik
Sätze sammeln und Aktionskarten spielen. Brauchen Sie eine Langversion? Im Spiel sind viele „Mitarbeiter“ mit vier bis sieben Karten. Nur AL CAPONE ist mit acht Karten vertreten. Wer alle Capone-Karten auslegt, gewinnt viele Punkte. Besonders im Vergleich zu den Mitspielern, die gehen leer aus. Das ist schön, aber leider nur schwer zu schaffen. Oder zum Glück.
Hätte ich mich bei einer Partie nicht verzählt, wie viele Al Capones bereits im Ablagestapel liegen, hätte nur ich gegrinst. Heimlich still und leise habe ich abgewartet, drei Capones ausgespielt, um dann mit dem Durchsuchungsbefehl alle noch fehlenden Capones aus dem Stapel zu holen. Ich war zu siegessicher … und habe beim Raussuchen nicht das hämische Grinsen eines Mitspielers bemerkt. Statt der erwarteten fünf waren nur vier Capones im Ablagestapel.
Ansonsten heißt es sammeln und auslegen. Immer unter dem Zugriffsdruck der Polizei, sprich der Mitspieler. Was man auch tut, durch Razzien und Agententreffen greifen die Mitspieler immer mal wieder Karten aus der Hand oder sogar aus der Auslage ab. Man muss sich also gut überlegen, wann man was hinlegt oder wen man beim Agententreffen nach bestimmten Karten fragt.

Fazit
Und welches ist das beste unter allen MYSTERY RUMMYS? Weiß ich gar nicht, alle haben ihre Eigenarten, fast alle haben mir gut gefallen. AL CAPONE zum Beispiel, weil man sich auf die Lauer legen kann, manchmal gezwungen ist, sich zu offenbaren und immer unter dem Fahndungsdruck der Mitspieler steht.

Ranking
Und was ist jetzt wirklich das beste MYSTERY RUMMY aller Zeiten? Wenn Sie mir schon die Pistole auf die Brust setzen, dann kann es nur eine Antwort geben: EDGAR ALLAN POE – DOPPELMORD IN DER RUE MORGUE. Diese abseitige Geschichte mit dem Affen, dazu der Kartentausch mit dem Partner. Hat mir bislang am besten gefallen, alle anderen MYSTERY RUMMY von Pegasus folgen dicht dahinter gleichauf.

Mittelmäßigkeit
Ist gegeben. Leider! Zu oft wurde das Spiel abgekanzelt: Rentnerspiel, Glücksspiel, lahm … stimmt alles irgendwie. Wäre es nicht so gut aufgemacht, böten nicht die Aktionskarten gewisse Möglichkeiten, ich wäre nie ein Freund von MYSTERY RUMMY geworden. Wer anspruchsvoll, tiefschürfend und intensiv spielen will, lässt besser die Finger davon. Ich will zwischendurch auch mal leichtgängig unterhalten werden und nicht immer nur ORA ET LABORA erleben.

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