Donnerstag, 30. Juni 2011

Kein Ende … mit der Jury

Die Jury hat gesprochen, das ist ihre Aufgabe. „Die Auszeichnungen sollen das Spiel als Kulturgut fördern.“ Eine kleine dpa-Meldung am 28.06. in der Süddeutschen Zeitung hat's mir verraten. Die Vergabe der Auszeichnung scheint die einzige Aufgabe der Jury zu sein. Jahr für Jahr kann sie diese Aufgabe mit Bravour leisten. Das muss reichen fürs Kulturgut. Und sonst? Still ruht der See, ansonsten wird eisern geschwiegen. Wer schweigt, wird nicht angegriffen. Oder doch? Hat das die Jury erkannt, hüllt sie sich deshalb in Schweigen, weil es ganz egal ist, ob sie dieses tut oder jenes lässt. Irgendwer hat immer etwas auszusetzen.
Obwohl, dieses Jahr scheint es anders zu sein. Still ruht auch dieser See, alles Pulver scheint in den Vorjahren verschossen worden zu sein. Ist ja auch für mich verstörend, dass ich mit QWIRKLE, ASARA und auch mit DIE VERBOTENE INSEL (s. Fairplay Nr. 96, Seite 50) gut leben kann. Da kann ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, obwohl ich QWIRKLE mittlerweile eher für ein Seniorenspiel halte. Es ist so schön behäbig, aber auch recht eingängig. Außerdem hat es Schmidt Spiele wirklich verdient – nach so vielen Jahren. BLOCKERS! wäre eine echte Alternative gewesen. Gegenüber QWIRKLE wirkt es wie der qwirlige Enkel. Vor allem ist BLOCKERS! ein echter Wolf im Schafspelz, anfangs gerne unterschätzt.
Komisch auch, dass die Jury fünf Jahre braucht, um QWIRKLE zu bemerken. Stopp! QWIRKLE war ja bislang gar nicht in Deutschland lieferbar, das ist ein echtes Ausschlusskriterium. Es zeigt nur, wie viel Wertschätzung der bisherige Verlag MindWare der deutschen Jury entgegen bringt. Fünf Jahre brauchen die Amerikaner den Preis nicht, besorgen sich erstmal ihre eigenen Preise. Davon nicht zu knapp. Und die Jury macht daraus tatsächlich keine Politik. Gott sei Dank. Gut aber auch, dass keine Amerikaner zur Jury gehören. Denen wäre das andersherum nie passiert.
Und sonst noch? Sich jedes Jahr einmal so richtig aus dem Schützengraben zu trauen, muss reichen. Alles andere passiert, wenn überhaupt, im stillen Kämmerlein fast ohne jede Außenwirkung. Autorenstipendium? Ach ja … Jury-Abend während der Internationalen Spielertage in Essen? Nett … Sonst noch was? Wahrscheinlich bin ich nur wieder auf meinem Jury-Auge blind. Die Jury tut ja so viel für das Kulturgut Spiel, ich merke es nur nicht. Das ist sehr schade. Klar, aber wer ist nochmal in der Jury außer den vielen ganz netten Menschen? Irgendwie vermisse ich doch die alten Urgesteine. Die hatten wenigstens noch Ecken und Kanten und boten besonders viel Reibfläche.

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