Sonntag, 27. Februar 2011

Rezension: Wilde Wikinger

Wie immer erscheint dieser Text nur auf .:Doppel:Spiel:Kritik:.

Wolfgang Dirscherl: WILDE WIKINGER für 2 bis 5 Kinder oder was? Ab sieben Jahren, Haba 2009

Rezeptspiel

Schön, toll, super Material! Nicht nur ich bin begeistert. Noch bevor wir ans Spielen kommen, wird mit WILDE WIKINGER völlig frei gespielt, Boote und Edelsteine hin und her geschoben, die Karten erstmal weg geschoben. Doch ohne die funktioniert das Spiel nicht, und ohne die typischen Sonderwürfel auch nicht. Der eine bestimmt, auf welches Wikingerboot ein Edelstein aus dem Sack kommt oder ob man zwei Ausrüstungskarten nachziehen darf. Der zweite bestimmt, welches Wikingerschiff fährt oder ob Nessie mit einem Edelstein von einem beliebigen Schiff beglückt wird. Jetzt schon merken: Nessies Schatz hat am Ende gravierende Auswirkungen …

Kommt eines der drei Wikingerschiffe im Dorf an, wird die Beute verteilt. Mit farblich passenden oder Joker-Ausrüstungskarten wird darum reihum 1x geboten. Der Sieger bekommt die Beute und verliert die eingesetzten Karten. Erreicht der schwarze Pirat das Dorf, läuft es anders herum. Wer den niedrigsten Gesamtwert geboten hat – Farbe egal, wird überfallen und muss ein Piratenplättchen nehmen. Natürlich zählt das am Ende Minuspunkte (2 bis 6). Schön: Alle müssen ihre ausgespielten Karten abgeben.

Und am Ende kommt der Showdown um Nessies Schatz. Wenn kein Edelstein aus dem Sack nachgelegt werden kann, wird der Wert der verbliebenen Aktionskarten aller Mitspieler verglichen. Na, wer bekommt den Schatz? Keine Frage, denn darauf kann man wunderbar spielen. Insbesondere dann, wenn Nessie oft mit Schätzen beglückt wird. Als erfahrener Spieler erkennt man gleich das ganze Potenzial, mit Nessie das Spiel zu gewinnen.

Die kurzen, weniger strategisch spielenden Mitspieler, die sich um jeden Schatz auf den Schiffen balgen, erkennen erst gar nicht die Gefahr des finalen Showdowns. Und alten Hasen ist das ganze Vorspiel zu konstruiert, zu habamäßig würfelig, als dass sie ihren Sprößlingen so ein Spiel nochmal zumuten wollen. Schließlich steigt deren Frustpegel ins Unermessliche, wenn sie im allerletzten Zug abgezockt werden. Naja, vielleicht begreifen sie die andere Spielweise ja in einer zweiten Partie, aber dann gilt die Weisheit der alten Hasen trotzdem: zu konsturiert, zu habamäßig würfelig, alles viel zu zäh und mechanisch. Vielleicht liegt der schale Eindruck daran, dass dieses Spiel hausintern entwickelt und deshalb zu bekannten Habarezepturen gegriffen wurde.

Zuerst veröffentlicht in der Fairplay

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