Donnerstag, 16. September 2010

Rezension: Um Krone und Kragen

Tom Lehmann: UM KRONE UND KRAGEN für 2-5 Personen, Amigo 2006

Ich mag kommunikative Spiele – ja wirklich! Jedenfalls all die schönen Spiele, bei denen alle immer mitten im Spiel sind. Und bei UM KRONE UND KRAGEN sind immer alle dabei. So wie beim Kegeln. Am Spieltisch quatschen alle munter durcheinander, nur einer muss spielen. Sein Ergebnis zählt. Und natürlich das, was es sonst noch so Neues gibt. Zum Beispiel beim aktuell angesagten Computerspiel. Alle reden miteinander, nur mit einem nicht, der muss würfeln. Zunächst nur mit fünf Würfeln.

Bei um KRONE UND KRAGEN geht's um Karten, die man ergattern muss. Eine in jeder Runde, keine doppelt. Wie man daran gekommen ist, was man zwischendurch zusammenwürfelt, interessiert keinen Kegelbruder. Falls Sie doch was wissen müssen: möglichst viele gleiche Würfel, Straße, Full House, etc. Hübsch sind die Karten ja, sehen irgendwie nach LOUIS XIV aus. Und extra dick sind sie auch, lassen sich ohne Probleme aufnehmen und wieder auf den Tisch legen.

Um an eine Karte zu kommen, muss man also nur passend würfeln. Welche Kombination erforderlich ist, steht auf der Karte und auch auf einer Übersicht. Leider nur recht kryptisch und auch winzig klein. Außerdem gibt es 18 unterschiedliche Karten plus König plus Königin. Die erste Partie ist deshalb wohl immer ziemlich mühsam. Anfänger müssen vieles nachschlagen. Auch das, was man mit der Karte machen kann, wann und wie. Jede Karte bietet so ihre Vorteile. Glücklich ist die Spielrunde, die jemanden dabei hat, der das Spiel schon kennt. Ab der zweiten, dritten Partie kann ein Profi helfend eingreifen und diese oder jene Karte empfehlen. Auch einfach zu ergatternde Karten haben so ihre Reize. Einige verschaffen einem zusätzliche Würfel, mit anderen kann man das Würfelergebnis manipulieren. Beides ist wichtig, aber ohne viele Würfel kommt man nicht zum Sieg. Beliebt ist übrigens der Feldherr, der einem gleich zwei zusätzliche Würfel beschert, für den man aber sechs gleiche Würfel herauslegen muss. Aber nicht nur deshalb ist die Karte super, der Feldherr ähnelt offensichtlich unserem Kollegen Bartsch. Hat nur lange keine Sonne gesehen, der Arme.

Irgendeine Karte wird man aber immer ergattern. Wenn das Ergebnis schon für den Würfler mehr oder minder egal ist, was ist es dann erst für die anderen rund um den Spieltisch? Erst recht, wenn man zu fünft spielt und lange warten muss, bis man wieder an die Reihe kommt. Interessiert da noch Königs- und Königinnenkarte? Wer zuerst sieben gleiche Würfel auslegt, gewinnt zwar die beiden, aber längst noch nicht das Spiel. Es folgt eine letzte Runde, in der alle anderen vorlegen und der Königsspieler mindestens gleichziehen muss. Auch da kommt es auf möglichst viele gleiche Würfel an. So an die 10 Sechser sind optimal.

Zugegeben, UM KRONE UND KRAGEN ist ein sehr schönes Spiel mit einer 1a Grafik, aber für ein Würfelspiel nicht knackig genug. Es gibt kein großes "Hallo", wenn jemand seinen Wurf vergeigt. Schadenfreude, wo bist du? Und seinem eigenen Würfelglück kann man Dank ergatterter Karten meist auch noch soweit auf die Sprünge helfen, dass man auch „Glück“ nicht wirklich braucht. Die Zeit zwischen den eigenen Zügen kann man gut mit Quatschen füllen. Am besten über das zurzeit angesagteste Brettspiel.

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