Montag, 14. Juni 2010

Rezension: R-Öko

Susumi Kawaski: R-ÖKO für 3 bis 5 Personen, Amigo 2010

Thema
Das soll ja ein internationaler Hit sein. In Japan und Amerika. Hier bei uns spricht der Titel allerdings erstmal nicht direkt zu uns. Was heißt das denn? RÖKOko, RÖKOlogie? Wahrscheinlich doch Recycling und Ökologie. Das sind ja urdeutsche Themen, jedenfalls wenn man die Achtziger durchlebt hat. Wohl auch für Japaner: Wenn schon nicht am deutschen Wesen, dann soll die Welt an Abfall und Ungeziefer genesen, die sich da auf dem Recyclingplatz herum treiben. Bekanntermaßen sind echte Spieler ja nicht sonderlich wählerisch beim Thema. Hauptsache das Spiel fluppt.

Optik
Gelbe Schachtel mit 'ner Kakerlake auf 'nem Haufen Müll. Wenigstens die Karten sind lustig.

Mechanik
Wir sortieren – thematisch und ganz wirklich. Wann immer zusammen passende Müllkarten im Wert von Vier oder mehr auf der Recyclingseite abgelegt sind, beginnt das große Sortieren. Abgelegte Karten auf den Müll, Punktekarte in die Ablage, alle Müllkarten der Abfallseite auf die Hand, alle Handkarten über fünf als Minuspunkte in die Ablage, neue Müllkarten auf die Abfallseite. Und ist der Nachziehstapel aufgebraucht, wird der Müllstapel recycelt. Und wenn die letzte Punktekarte eines Stapels genommen wurde, wird abgerechnet.

Fazit
R-ÖKO plätschert so dahin, denn es macht Mühe ins Spiel zu kommen. Erst nach und nach erkennt man neben dem Tun die tatsächliche Güte, die vorhandenen Kniffe und Winkelzüge. Die Punktekarten in den vier Farben sind gestaffelt, von der Null zur Fünf. Dazwischen gibt es aber auch eine schlechte Karte: Minus-2-Punkte. Die will natürlich keiner abräumen. Irgendwann liegen aber bestimmt in allen vier Punktestapeln die Miesen offen. Dann wird es knifflig, Minuspunkte zu vermeiden. Und es gibt noch einen Kniff: Punkte bekommt man nur für eine Sorte, wenn man mindestens zwei Punkte-Karten ergattern konnte. Da macht es auch Sinn, Nullen abzugreifen. Nur muss man dann auch die Minuskarte der betreffenden Farbe vermeiden. Überhaupt sollte man Minuspunkte vermeiden und niemals mehr als fünf Karten auf der Hand haben. Aber wem gelingt das schon durchgängig?

Ranking
R-ÖKO spielt sich ein, es hat tatsächlich nach ein, zwei Runden einen eingängigen Rhythmus. Wahrscheinlich, weil man so viel mit Sortieren beschäftigt ist. Durch den Wertungsmechanismus kommt aber genau die richtige Würze ins Spiel, damit sich R-ÖKO in diesem Jahrgang aus dem einen Haufen … Kartenspiele abhebt, zwar nicht dolle weit heraus, aber immerhin.

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