Mittwoch, 17. März 2010

Das 17. Großspielen am 02.02.2010

… ist eigentlich eher ein Kleinspielen, denn wir bleiben nur zu sechst. Kein Klingeln an der Tür. Kein Eintrudeln nach und nach. Ist wohl doch immer noch zu kalt, zu eisig, zu glatt. Da scheut sich mancher die Anfahrt. Und neuerdings hat sich ja auch die Anfahrt nach dem Umzug aufs Land für zwei sogar verlängert. Wir können sofort loslegen. Heute wird gestaupt, wir spielen zwei Spiele von Reinhard Staupe und einen alten Kinderkracher.

Zuerst kommt VERTIPPT-NOCHMAL! auf den Tisch. Der Titel hat mich ja sowas von in die Irre geführt. Ich dachte an Tippfehler, die man suchen muss. Alles Quatsch, und als wir es denn spielen, dämmerte es auch wieder. Hatten nicht während des Jury-Abends in Essen am Nachbartisch ein paar aufgeregte Damen so doll gelacht und gegackert, dass sie locker den ganzen Essener Saalbau unterhalten haben? Was treiben die da …
Wir treiben es jetzt auch, und zwar an unserem Wohnzimmertisch. Wir spielen – nach den Regeln und ganz gesittet – VERTIPPT-NOCHMAL! Und haben auch unseren Spaß, sogar sehr großen Spaß, den Ratespieler gekonnt auf die richtige Spur zu setzen. Wenn er da nicht mitspielt, können wir ja nix dafür, dürfen ihn aber trotzdem auslachen. Und weil jeder mindestens ein Mal Ratespieler ist, wird über jeden mal gelacht … oder wie im Fall von Inga über ihr Einfühlungsvermögen gestaunt.
Eigentlich ist das Spiel ja ganz einfach. 12 Begriffskarten liegen aus, eine davon wir ausgewählt. Der Ratespieler muss dazu die Augen schließen. Dann dürfen wir anderen reihum einen Tipp geben, um die gesuchte Karte möglichst gut zu beschreiben. Allerdings nicht irgendeinen Tipp, einen von fünf Wörtern von der obersten Karte unseres Stapels. Welches Wort passt wohl zu „Teufel“. „Herrisch, gerecht, finden, niemals, mobil?“ Welches man auch wählt, der Rater muss sich für eine der 12 Karten entscheiden. Und tippt er tatsächlich richtig, darf der Tippgeber zwei Karten von seinem Stapel entsorgen – macht zwei Minuspunkte weniger. Tippt der Rater allerdings falsch, kommt die gewählte Karte aus der Tischmitte unter seinen Stapel – einen Minuspunkt mehr. Und er muss so lange ran, bis er die richtige Karte gefunden hat.
VERTIPPT-NOCHMAL! lebt natürlich von der Situationskomik … Selbst wir Westfalen, genauer Münsterländer, die ja schon mal zum Lachen in den Keller gehen, haben sehr viel Spaß am Spiel. Besonders natürlich über mich, wenn ich einfach nicht drauf komme … aber das liegt wohl nur daran, dass sich die anderen einen Spaß mit mir erlauben. Und das nächste Mal zahle ich es ihnen heim! Sowieso und überhaupt! Wenn ich vor lauter Lachen noch daran denken kann.
Inga gewinnt souverän mit nur 3 Minuspunkten. Sie kann sich am besten in unsere Denke einfühlen, findet Begriffe sofort oder gibt so gute Hinweise, dass ihre Handkarten (=Minuspunkte) so dahin schmelzen.

Reinhard Staupe: VERTIPPT-NOCHMAL! für 3 bis 8 Personen, Heidelberger Spieleverlag 2009

Und weil uns der letzte Staupe so gut gefallen hat, geht’s gleich mit seinem SCHÄTZEN SIE MAL – REICH & SCHÖN weiter. Das hat ja was von ANNO DOMINI, allerdings kommt es nicht darauf an, ein Ereignis in einer Zeitreihe zu platzieren. Man muss vielmehr gut schätzen – sagt ja schon der Titel. Schätzen Sie mit, ich habe eines der 180 Ereignisse für Sie: „Die erste Miss World wird gewählt. In welchem Jahr fand die Wahl statt?“ So, Sie können jetzt großzügig an die Sache rangehen: 1950 bis 1966. Der nächste ist mutiger: 1967 bis 1971. Ich sage 1949 bis 1970. In die Wertung kommt nur, wer innerhalb seiner Spanne die Jahreszahl einschließt. Na? Wann war's? … 1960 … falsch … 1951! Der mit der kleinsten Spanne am nächsten heran kommt, bekommt 3 Punkte, der nächste zwei, dann einen. Alle anderen gehen leer aus.
SCHÄTZEN SIE MAL lebt natürlich von den Fragen, die müssen das Spiel heraus hauen. Beim Großspielen machte SCHÄTZEN SIE MAL allerdings keine so gute Figur. Uns waren die Fragen dann doch zu abseitig, als dass sie wirklich Pepp ins Spiel brachten. Schade eigentlich, denn von der Anlage ist SCHÄTZEN SIE MAL ein mehr als solides Spiel. Nur nicht für's kleine Großspielen. Wahrscheinlich hatten wir nur Pech bei der Auswahl der Fragen. Die wirklich guten schlummern noch in den beiden ungeöffneten Kartenpaketen.
Ich bin der Meister des Schätzens und gewinne mit 6 Punkten, wobei wir nicht die geforderten 10 Runden spielen.

Reinhard Staupe: SCHÄTZEN SIE MAL - REICH & SCHÖN für 2 bis 8 Personen, Huch! & friends 2009

Für den Abschluss greifen wir zu DINGO, einem Kinderkartenspiel von Amigo. Das Spiel ist schon älter und es ist nichts anderes als Hüttendepp oder SCHNIPP SCHNAPP. Auf Kommando DINGO geben wir eine Karte weiter. Hat jemand vier gleiche auf der Hand, schlägt er in die Mitte und deklariert sich als Sieger. Ist halt immer noch … naja … doch … irgendwie … lustig! Und gar nicht so gefährlich wie ZUMA oder JUNGLE JAM. Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten. Und gewinnen ist bei diesem Spiel gar nicht so wichtig.

Haim Shafir: DINGO für 3 bis 7 Personen, Amigo 1997

Heute spielen nur Martin, Inga, Diane, Moni, Steve und ich.

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