Montag, 8. September 2008

+ Die hängenden Gärten

Schachtel grün, Spiel grün, alles grün!?

Natürlich sind die Gärten grün, es soll ja alles wachsen. Merkwürdig, dass es in diesem Spiel dagegen vordergründig um Anlagen geht, um Terrassen, Parks, Arkaden und Brunnen. Die gilt es zu gruppieren, was gar nicht so einfach ist. Der Mechanismus ist knifflig, denn der eigene Garten darf sich nicht beliebig ausbreiten. Die Anlagen nehmen jeweils ein Sechstel der Karte ein und sind immer anders auf der Karte angeordnet. Wichtigste Einschränkung: Jede Anlage muss immer auf einer Karte liegen, nie direkt auf dem Tisch. Das sorgt für die nötige Denke, die jeder aufbringen muss. Wie passt die Karte am besten, und passt sie überhaupt? Bei einer Karte auf der Hand sollte das lösbar sein. Din Li hat sich ein schönes topologisches Spiel ausgedacht. Aber es ist nur das Mittel zum Zweck.
Ab drei Objekten, die schön zusammen im eigenen Garten liegen, darf man zugreifen ... bei den Punktetafeln. Sechs liegen immer offen aus, je zwei für drei, vier oder fünf zusammenhängende Anlagen. Möglichst viele gleichartige Plättchen zusammen zu bekommen, das ist die Aufgabe. Jeder komplette Satz bringt erst die vielen Punkte. Aber was ist, wenn die gesuchten Plättchen gar nicht nachgezogen werden? Es kommen längst nicht alle ins Spiel, was das Punktesammeln zur Glückssache macht. Deshalb ist Flexibilität gefragt – doppelte sozusagen. Bei der optimalen Auslage der Karten und beim Abgreifen der Punkteplättchen. Und mit wem steht man wegen der Plättchen in direkter Konkurrenz?
DIE HÄNGENDEN GÄRTEN darf man nicht zu blauäugig spielen. Dazu ist es zu anspruchsvoll und auch zu verkopft, zu konstruiert. Das eigentliche Herzstück ist das topologische Spiel mit den Karten, die Punkteplättchen sind nur angeschraubt, dazu konstruiert. Also ein Spiel für kühle Köpfe, für Denker und Mechaniker – keinesfalls für Gärtner.

Wolfgang Friebe

DIE HÄNGENDEN GÄRTEN von Din Li für 2 bis 4 Personen, Hans im Glück 2008

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